Sport
Velo

Rad-EM: Reusser holt Gold im Zeitfahren, Bissegger holt Silber

Swiss Marlen Reusser pictured in action during the elite women time trial race at the UCI World Championships Cycling, in Glasgow, Scotland, Thursday 10 August 2023. UCI organizes the worlds with all  ...
Marlen Reusser gewinnt der EM-Hattrick. Bild: www.imago-images.de

Erfolgreicher Schweizer Tag an Rad-EM: Reusser holt Gold, Bissegger holt Silber

Marlen Reusser gewinnt das Zeitfahren an der Rad-EM in den Niederlanden. Schon 2021 in Italien und 2022 in Protugal kürte sich Reusser zur besten Zeitfahrerin Europas. Stefan Bissegger kann den Titel nicht verteidigen und holt Silber.
20.09.2023, 17:50
Mehr «Sport»

Marlen Reusser holt Gold

Marlen Reusser beschenkt sich zu ihrem 32. Geburtstag gleich selbst. Die Bernerin lässt sich in Emmen (NL) zum dritten Mal in Folge zur Europameisterin im Zeitfahren küren.

Etwas mehr als einen Monat nach ihrem überraschenden Ausstieg aus dem WM-Zeitfahren war Marlen Reusser in ihrer Paradedisziplin wieder in gewohnt starker Manier unterwegs. Die zweitplatzierte Britin Anna Henderson distanzierte sie auf dem knapp 30 km langen Parcours in der niederländischen Provinz Drenthe um 43 Sekunden. Bronze ging an die Österreicherin Christina Schweinberger.

Für Reusser war die erneute Titelverteidigung mit ihrer Vorgeschichte alles andere als Formsache. Im August hatte sie im WM-Zeitfahren in Glasgow die Reissleine gezogen und das Rennen unter Tränen aufgegeben.

Das Lachen hatte die Olympia- und WM-Zweite unlängst wieder gefunden. Am Sonntag strahlte sie als Gesamtdritte der Tour de Romandie Féminin vom Podest. Die Ärztin hat das Geschehene reflektiert und mit ihrem Umfeld die Schlüsse daraus gezogen.

Vor ihrem ersten Zeitfahren seit dem Ausstieg war sie sich aber nicht sicher, ob sie wieder bereit sein würde, in der Prüfung im Kampf gegen die Uhr an und über die Schmerzgrenzen zu gehen. Den Beweis, dass sie wieder zum Leiden bereit ist, lieferte Reusser an ihrem Geburtstag eindrücklich. Nach der Zieldurchfahrt streckte sie begleitet von einem breiten Lachen die Faust in die Höhe - die Tränen aus Schottland waren weit weg. (sda)

Stefan Bissegger holt Silber

Stefan Bissegger konnte seinen Europameistertitel nicht verteidigen. Der Schweizer wurde deutlich vom 19-jährigen Briten Joshua Tarling geschlagen, holte sich aber Silber. Wie bei den Frauen distanzierte auch Tarling seinen ersten Verfolger um fast 43 Sekunden.

Umso knapper wurde es im Kampf um den zweiten Platz. Belgiens Allrounder Wout van Aert blieb 0,22 Sekunden hinter Bissegger, der die drei harten Wochen an der Vuelta offenbar gut verdaut hatte. Als der 25-Jährige im Vorfeld auf die fehlende Pause angesprochen wurde, antwortete er: «Ich weiss nicht, wie mein Körper reagieren wird. Top oder Flop, es ist ein Experiment.» Und es ist gelungen.

Stefan Küng, der sich im Vorjahr im Schweizer Duell um den Sieg um 0,53 Sekunden geschlagen geben musste, wurden die besseren Chancen eingerechnet. Tatsächlich lag Küng bei den Zwischenzeiten jeweils vor Bissegger, doch kurz vor Schluss stürzte er in einer schwierigen Kurve. Der 29-Jährige, der schon zwei EM-Titel gewonnen hatte, verletzte sich dabei sichtlich. Blutüberströmt und mit kaputtem Helm nahm er das Rennen wieder auf und konnte sogar ins Ziel fahren. Er wurde Elfter. (kat/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Themen
Alle Leichtathletik-Weltrekorde
1 / 49
Alle Leichtathletik-Weltrekorde
Männer– 100 Meter: Usain Bolt (JAM), 9,58 Sekunden, 2009 in Berlin.
quelle: ap / gero breloer
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Dieser französische TikToker fährt mit dem Velo wortwörtlich ÜBER die Brücke
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Erst entlassen, dann Sinnbild der deutschen EM-Euphorie – das ist der virale Saxophonist
Wenn Deutschland spielt, sorgt er in Fanzonen und Städten zuverlässig für gute Stimmung: Saxophonist Andre Schnura. Das gibt es zu ihm zu wissen.

Jede Europa- und Weltmeisterschaft schreibt auch neben dem Rasen ihre eigenen Geschichten. Eine davon schreibt an der EM 2024 in Deutschland der Saxophonist Andre Schnura. Schon nach dem Eröffnungsspiel des Gastgebers gegen Schottland, das die Deutschen 5:1 gewannen, feierte Schnura den Sieg mit seinem Saxophon in einer Menschenmenge.

Zur Story