Hier schwimmt der Wal im Hafen von Wismar
Das Hafenamt von Wismar hat am Montagmorgen die Sichtung eines Wals gemeldet. Zunächst konnte nicht eindeutig bestimmt werden, um welche Walart es sich handelte, seine Grösse wurde auf rund acht Meter geschätzt. Das Tier wurde von der Wasserschutzpolizei beobachtet.
Die Chance ist gross, dass es sich um Buckelwal Hartwin handelt, wie ihn die Initiative «Stranded No More» getauft hat. Der Buckelwal war vor einigen Wochen vor der dänischen Küste in der Ostsee aufgetaucht und immer weiter Richtung Deutschland geschwommen. Immer wieder wurden Sichtungen gemeldet, wobei nicht zweifelsfrei bestätigt werden konnte, dass es sich immer um den gleichen Wal handelte. Die Vermutung liegt allerdings nahe, so weit weg vom normalen Lebensraum der Buckelwale. Zudem weist der neue Wal einen auffällig weissen Rücken auf. Den Grund dafür kennen Experten noch nicht.
Laut des Umweltministeriums von Schleswig-Holstein ist die Wahrscheinlichkeit von Walsichtungen in der Ostsee nach der Einstellung der Jagd gestiegen. Einerseits suchen sie Orte auf, die sie lange gemieden haben, andererseits haben sie Orientierungsschwierigkeiten durch Schiffsverkehr oder Probleme mit Fischernetzen. Grosswale könnten immer wieder mal in der schleswig-holsteinischen Ostsee auftauchen. Allerdings ist die Ostsee wegen ihrer geringen Tiefe und ihres Salzgehalts kein idealer Lebensraum.
Ob Hartwin oder nicht, in Wismar befürchtet man nun das nächste Drama nach Buckelwal Timmy. Denn das nun aufgetauchte Tier zeigt sichtbare Verletzungen am Rücken, wie die Bild berichtet. Zudem scheine er die Orientierung verloren zu haben.
Woher die Verletzungen rühren und wie schlimm sie sind, kann noch nicht beurteilt werden. Vorerst ist der Wal zurück Richtung Norden in die offene See geschwommen, wie die Hafenbehörde Wismar in einem Instagram-Post schreibt. Nicht weit entfernt liegt die Insel Poel, wo Buckelwal Timmy im Frühling zu internationaler Berühmtheit kam, weil er vor der Küste gestrandet war und in einer aufwendigen Rettungsaktion und nach mehreren gescheiterten Versuchen zurück Richtung Nordsee gebracht wurde.
Wenige Tage nach seiner Freilassung wurde jedoch ein Walkadaver an der dänischen Küste angeschwemmt. Man ging davon aus, dass es sich um Timmy handelte. DNA-Analysen zeigten kürzlich allerdings keine Übereinstimmung. Es ist jedoch nicht klar, ob womöglich bei der Entnahme, der Analyse oder der Lagerung Fehler passiert sind. (vro)
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