Wirtschaft
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Versteigerung von Sklaven in den USA.

Erklärbär

Erfindet die Schweiz den modernen Sklavenmarkt?

Die Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative macht erfinderisch. Der neueste Vorschlag: Die begehrten Arbeitskräfte werden auf einer Auktion versteigert.



Der wirtschaftsnahe Think-Tank avenir suisse ist kein Freund einer gelenkten Zuwanderung. «Am besten wäre es, nichts zu tun», erklärt Direktor Gerhard Schwarz freimütig. Als zweitbeste Lösung bezeichnet er eine Globallösung, die avenir suisse Ende Februar vorgestellt hat. Sie sieht vor, den Wirtschaftsstandort Schweiz weniger attraktiv zu machen und so dafür zu sorgen, dass die Zuwanderung automatisch zurückgeht. Erst wenn es sich zeigen sollte, dass dies nicht klappt, könnte man zu harten Massnahmen wie einer Kontingentierung greifen. 

«Am besten wäre es, nichts zu tun»

In der ökonomischen Theorie leuchtet dies ein, in der politischen Praxis beisst avenir suisse damit jedoch auf Granit. Daher haben die Forscher der Denkfabrik eine dritte Variante ausgearbeitet, die Auktionslösung. 

Wie wird höhere Bildung abgegolten?

Der Grundgedanke der Auktionslösung ist simpel: Der Staat legt fest, wie gross das Kontingent ist, und die Zuwanderer werden versteigert. Fast ein bisschen wie ein moderner Sklavenmarkt. Der Teufel liegt jedoch bekanntlich im Detail. Das gilt auch für die Auktionslösung: Wie wird höhere Bildung abgegolten? Wie das Alter? Wer zahlt, der Zuwanderer selbst oder das Unternehmen, das ihn anstellen will? Werden die öffentlichen Monopolbetriebe bevorteilt, weil sie die Kosten auf die Konsumenten überwälzen können? Werden Bauern und Baugeschäfte benachteiligt, weil sie an der Auktion nicht mithalten können? Wird sich nicht wirtschaftliche Effizienz, sondern politische Lobbyarbeit durchsetzen? Und schliesslich: Wem gehört das Geld aus diesen Auktionen? 

«Wir versuchen einzig, ökonomisch vernünftige Antworten auf eine politisch verfahrene Situation zu liefern»

Ökonomieprofessoren mögen Auktionen

Überzeugende Antworten auf diese Fragen liefert avenir suisse nicht wirklich. «Wir versuchen einzig, ökonomisch vernünftige Antworten auf eine politisch verfahrene Situation zu liefern», erklärt dazu Gerhard Schwarz entschuldigend. 

Die Zuwanderungsfrage mittels Auktionen zu lösen ist hauptsächlich bei Ökonomen beliebt. Auch die beiden Wirtschaftsprofessoren Reiner Eichenberger und Martin Janssen liebäugeln damit. In der Praxis werden die scheinbar eleganten ökonomischen Modelle jedoch zu einem bürokratischen Albtraum. In der Theorie bestimmt die Nachfrage den Preis. In der Praxis würde das bedeuten, eine Krankenschwester aus den Philippinen mit einem deutschen Arzt gegenzurechnen, oder einen Landarbeiter aus Polen gegen einen Software-Ingenieur aus Indien. Wie sollte das aufgehen? 

Eintrittsgeld für ein Land?

Aussenpolitisch ist eine Auktionslösung chancenlos. Die EU besteht auf einem nicht-diskriminierenden Verfahren. Einen Eintrittspreis in ein Land zu verlangen ist jedoch in höchstem Mass diskriminierend. Avenir suisse schlägt deshalb einen Trick vor: Zuwanderer bezahlen nicht dafür, dass sie Einlass in die Schweiz erhalten, sondern dafür, dass sie eine Infrastruktur mitbenützen dürfen, die andere bereits bezahlt haben. Die Eintrittsgebühr wird so zu einem Mitgliederbeitrag für einen Club. 

Auch dieser Vorschlag enthält jede Menge Fallstricke. Retourkutschen wären die logische Folge. Deutschland könnte beispielsweise verlangen, dass die Schweiz einen Beitrag an die Ausbildungskosten von Ärzten zahlt, die nach dem Medizinstudium in Deutschland in die Schweiz ausgewandert sind. Auch Franzosen, Italiener & Co. wüssten sofort Dinge, für die Schweizer bezahlen müssten. 

Wie du mir, so ich dir

So würde eine Situation geschaffen, die in der Spieltheorie tit-for-tat genannt wird und im Volksmund: wie du mir, so ich dir. Das Resultat solcher Situationen ist in der Spieltheorie ebenfalls bekannt: Es geht allen viel schlechter. 

Fazit: Auktionen werden uns nicht aus der Patsche helfen, in die uns das Ja vom 9. Februar geführt hat. Avenir suisse wird nochmals über die Bücher gehen müssen.  

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

157
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Lehrer M. zur Pisa-Studie: «Schüler erzählen mir fast triumphierend, dass sie nicht lesen»

157
Link zum Artikel

Toiletgate im Weissen Haus: Wegen Trumps Klo-Tirade lacht das Internet Tränen

48
Link zum Artikel

Stell dir deine Pizza zusammen und wir sagen dir, ob du Gourmet oder Banause bist

157
Link zum Artikel

8 Zeichnungen des ersten Terrorhäftlings, die zeigen, wie die Amerikaner folterten

229
Link zum Artikel

Glück vor Geld – Island treibt Wirtschaft der Zukunft voran

103
Link zum Artikel

Shaqiri erhält nach Traum-Comeback ein Sonderlob von Klopp – und eine Entschuldigung

22
Link zum Artikel

Ho ho ho! Der Bundesrat schnürt das Budgetpäckli: Dafür gibt er am meisten Geld aus

57
Link zum Artikel

Das beste Kamera-Handy gibt's jetzt in der Schweiz – wir haben es getestet

33
Link zum Artikel

Diese Schweizer Organisationen erhalten am meisten Spendengelder

15
Link zum Artikel

TikTok zensiert Videos von Menschen mit Behinderung – um sie vor Mobbing zu schützen 🤔

6
Link zum Artikel

Wegen «Wildwest-Modell» von Uber & Co. – warum bald Millionen in den AHV-Kassen fehlen

31
Link zum Artikel

Alphabet Inc. – das macht der Mega-Konzern hinter Google wirklich

0
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • CHfish 09.04.2014 16:29
    Highlight Highlight Wirklich? Ernst gemeint kann das ja nicht sein.
    Es gibt ja doch einige Länder die ein echtes Lotteriesystem kennen...
    BIs jetzt hat es dort auch niemand als Sklaverei(ähnlich) empfunden.
    ... und ganz nebenbei wir hatten ein Kontigentsystem schon früher.
    Solche Artikel sind eindeutig unter der Würde von Watson!
  • ChPetrus 08.04.2014 22:09
    Highlight Highlight Nochmals so ein Artikel... Und Ich lasse Watson eine Zeit mal Watson sein. Meinungen ja, aber nicht Links Populismus

CBD ist das Gras der Stunde – 10 Fakten, die du darüber wissen musst

CBD erobert die Schweiz. Das legale Gras beschert Verkäufern Rekordgewinne und der Polizei Frustration. Was ist CBD eigentlich und wie wirkt es? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um CBD-Gras.

Studenten in Schlabberhosen, Geschäftsmänner im Anzug und 70-jährige Omas – alle wollen das «legale Gras» ausprobieren. Der Fachhandel verbucht Rekordzahlen, die Konsumenten freuen sich, die Behörden sind Überfordert. Was genau ist CBD?

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, ein chemischer Wirkstoff aus der Klasse der Cannabinoide. CBD und THC sind vom Aufbau her sehr ähnlich und besitzen die gleiche chemische Formel. Auch Aussehen und  Geruch kann man kaum unterscheiden.

CBD hat …

Artikel lesen
Link zum Artikel