Munitionsmangel durch Iran-Krieg: Jetzt macht die Trump-Regierung Druck
Die US-Regierung versucht nach der Waffenruhe im Iran-Krieg offenbar mit Hochdruck, die durch den Konflikt geschrumpften Munitionsbestände wieder aufzufüllen. Das berichtet die «New York Times».
Präsident Donald Trump und führende Vertreter des Pentagons hätten in dieser Woche Rüstungsunternehmen zu einer schnelleren Produktion gedrängt und zugleich den Kongress um zusätzliche Milliarden für die Wiederbeschaffung von Waffen gebeten. Ziel sei es, die Produktion wichtiger Waffensysteme zu beschleunigen und zusätzliche Milliarden für die Wiederbeschaffung zu erhalten.
Nach Angaben der Zeitung forderten Vertreter der Rüstungsindustrie bei einem Treffen im Weissen Haus mehr finanzielle Zusagen der Regierung, um ihre Produktionskapazitäten ausbauen zu können. Trump habe sich dem Bericht zufolge gesprächsbereit gezeigt und auf Bemühungen seiner Regierung verwiesen, weitere Mittel bereitzustellen. Sein Antrag auf rund 70 Milliarden Dollar zur Finanzierung des Iran-Kriegs dürfte im Kongress jedoch auf erheblichen Widerstand stossen. Vor allem Demokraten lehnen zusätzliche Gelder für den Konflikt ab.
Mehr als 1000 Marschflugkörper verschossen
Das Pentagon betont, dass die US-Streitkräfte über ausreichend Munition verfügten, um einen erneuten Konflikt mit Iran zu führen. Grössere Sorgen bereiteten jedoch die Folgen für mögliche künftige Auseinandersetzungen – etwa mit China. Der Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS) warnte dem Bericht zufolge bereits im vergangenen Monat, die durch den Iran-Krieg geschrumpften Bestände hätten ein «Fenster der Verwundbarkeit» geschaffen.
Die Zeitung berichtet unter Berufung auf interne Schätzungen des Verteidigungsministeriums und Kongressvertretern, die USA hätten im Krieg gegen Iran unter anderem rund 1100 weitreichende Tarnkappen-Marschflugkörper eingesetzt. Zudem sollen mehr als 1000 Tomahawk-Marschflugkörper, mehr als 1200 Patriot-Abfangraketen sowie mehr als 1'000 Präzisionsraketen und ballistische ATACMS-Kurzstreckenraketen zum Einsatz gekommen sein. Dadurch seien die Lagerbestände auf ein besorgniserregend niedriges Niveau gesunken.
Industrie soll Produktion deutlich steigern
Um die Produktion anzukurbeln, drängt das Pentagon die Rüstungsindustrie nach Angaben der Zeitung zu schnelleren Investitionen in neue Fertigungskapazitäten. Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte zwar, neue Programme lägen vor dem Zeitplan und unter den geplanten Kosten. Vertreter der Industrie verwiesen jedoch darauf, dass der Ausbau der Produktion Jahre dauern könne, da neue Lieferketten aufgebaut und Bauteile umfangreich zertifiziert werden müssten.
Dem Bericht zufolge suchen die Rüstungskonzerne deshalb zunehmend nach Partnern ausserhalb der klassischen Verteidigungsindustrie. So hätten Lockheed Martin und GM Defense eine Zusammenarbeit vereinbart, um Erfahrungen aus der Automobilproduktion für eine schnellere Herstellung von Munition und anderen Rüstungsgütern zu nutzen.

