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Saudische Ölexporte nach Pipeline-Abschaltung massiv unter Druck

Wichtigste Pipeline stillgelegt: Saudische Ölexporte massiv unter Druck

11.09.2026, 22:4112.09.2026, 07:25
Brennende Pipeline in Saudi-Arabien nach Angriff.
Bilder des europäischen Wettersatteliten Eumet zeigen den Rauch, der nach dem Angriff auf Pumpstationen der Ost-West-Pipeline am Donnerstag aufsteigt.Bild: sc:eumetsat/cnn

Der sich ausweitende Konflikt im Nahen Osten setzt den weltgrössten Ölexporteur Saudi-Arabien massiv unter Druck. Nach der iranischen Blockade der Strasse von Hormus und der zunehmenden Bedrohung der Meerenge Bab al-Mandab durch die Huthi-Miliz im Jemen muss das Königreich nach Drohnenangriffen auch noch eine wichtige Pipeline abschalten. Eine daraus folgende zusätzliche Reduzierung saudischer Exporte könnte den Ölpreis und damit die Benzinpreise noch weiter ansteigen lassen.

Die Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus grosse Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, wurde nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich stillgelegt. Das saudische Aussenministerium teilte in der Nacht auf der Plattform X mit, bei dem Drohnenangriff, der aus dem Irak gestartet worden sei, seien Schäden verursacht und mehrere Menschen verletzt worden.

Wer hinter dem Angriff steckt, wurde nicht mitgeteilt. Im Irak operieren einige vom Iran unterstützte Milizen. Das saudische Aussenministerium erklärte, auf Bitten des Nachbarlands werde man aktuell im Irak keine Schritte gegen die Angreifer unternehmen. Zunächst bekämen die irakischen Behörden die Chance, selbst Massnahmen zu ergreifen, um künftige Angriffe zu vermeiden.

Zentrale Pipeline mit sehr hoher Kapazität

Die Angriffe auf die Pipeline treffen Saudi-Arabien an einer sehr empfindlichen Stelle: Über die mehr als 1200 Kilometer langen Röhren können pro Tag bis zu sieben Millionen Barrel Öl (ein Barrel entspricht 159 Liter) aus der Region am Persischen Golf zur Verschiffung nach Westen ans Rote Meer gepumpt werden.

Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar und der darauffolgenden weitestgehenden Blockade der Strasse von Hormus durch iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe versucht Saudi-Arabien mit Hilfe der Pipeline einen noch grösseren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern.

US-Medien wie CNN und das «Wall Street Journal» berichteten, bei den Angriffen seien wohl Pumpstationen der Pipeline getroffen worden. Sie beriefen sich dabei auf Satellitenbilder, die zeigen sollen, dass es dort zu Bränden gekommen ist. Wie gross der Schaden ist, und bis wann er behoben werden kann, blieb zunächst unklar. Die Pipeline-Infrastruktur war bereits im April angegriffen worden, woraufhin die Kapazität der Röhren kurzzeitig gedrosselt werden musste.

Saudi-Arabien war vor dem Krieg hinter den USA der zweitgrösste Ölproduzent und der weltweit wichtigste Exporteur des Rohstoffs, der für die gesamte Weltwirtschaft von zentraler Bedeutung ist.

Huthi-Rebellen greifen nach Meerenge Bab al-Mandab

Inzwischen ist auch Saudi-Arabiens wichtigste Routenalternative zur Strasse von Hormus, die Verschiffung über das Rote Meer und die Meerenge Bab al-Mandab in Richtung Asien, zunehmend gefährdet. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen nahmen jemenitischen Regierungsquellen zufolge die gesamte Küste des Roten Meers im Jemen und strategisch wichtige Inseln ein. Damit haben die Huthi nun deutlich mehr Zugriff auf Bab al-Mandab. Ein Huthi-Sprecher versicherte am Freitag zwar, die Sicherheit der Schifffahrt werde gewährleistet – das gelte jedoch nicht für saudische Schiffe.

Der Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden. Beide sind Teil einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, die vom Mittelmeer über den Suezkanal bis in den Indischen Ozean führt und somit den kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien darstellt. Die Huthi-Miliz hat dort auch in der Vergangenheit schon immer wieder Schiffe angegriffen.

Ölpreis legt deutlich zu

Der Vormarsch der Huthi und die Schäden an der Pipeline könnten den Ölpreis in Richtung 120 US-Dollar pro Barrel treiben, sagte der Analyst Hamad Hussain von der Beratungsfirma Capital Economics dem «Wall Street Journal». Letztlich hänge das auch vom Ausmass der Schäden an der Pipeline ab. Manche Analysten halten bei einem längeren Andauern des Konflikts auch einen noch höheren Ölpreis für möglich. Noch liegt er aber ein gutes Stück unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde.

Der Rohöl-Preis legte zuletzt wieder deutlich zu. Der Preis für ein Barrel der Referenzsorte Brent aus der Nordsee mit Lieferung im November erreichte am Freitag zeitweise fast 110 US-Dollar. Vor dem Iran-Krieg lag der Ölpreis im Februar bei um die 70 Dollar pro Barrel. Damals lief noch etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggasexporte über die Strasse von Hormus.

Zange schliesst sich um Saudi-Arabien

Im Osten Saudi-Arabiens ist die Passage aus dem Persischen Golf über die Strasse von Hormus weitestgehend blockiert, im Westen schliesst sich Bab al-Mandab – damit werden die möglichen Exportrouten massiv eingeschränkt. Offen bleibt weiterhin die Passage durch das Nadelöhr des Suez-Kanals. Der Transport zu den Kunden in Asien dauert von der saudischen Westküste über den Kanal und das Mittelmeer sowie um Afrika herum jedoch mehrere Wochen länger und ist entsprechend teurer. Und auch diese Exportroute setzt zum Teil eine funktionierende Ost-West-Pipeline voraus, denn die grössten saudischen Ölfelder liegen im Osten näher am Persischen Golf.

Die Meerenge Bab al-Mandab ist noch enger als die Strasse von Hormus, an der schmalsten Stelle ist sie nur etwa 20 Kilometer breit. Deswegen dürfte es kaum möglich sein, dort einen vor Angriffen relativ sicheren Korridor zu etablieren – anders als in der Strasse von Hormus entlang der omanischen Küste, wie das Institut für Kriegsstudien (ISW) in einer Analyse schreibt.

Die Fähigkeit der Huthi, «die Schifffahrt im Bab al-Mandab zu bedrohen, bietet dem Iran eine Alternative zur Störung des globalen Energiemarktes», schreibt das Institut. Dank ihrer neuen Positionen entlang der Küste und auf einer Insel direkt in der Meerenge könnten die Huthi die Schifffahrt auch mit Drohnen bedrohen, die vergleichsweise geringe Reichweiten haben, aber Sprengstoff transportieren können, so das ISW. Dafür kämen zum Beispiel Hexacopter infrage, also kleine Drohnen mit sechs Propellern.

Huthi gehören zu Teherans «Achse des Widerstands»

Im Jemen ist ein seit Jahren andauernder Konflikt erneut aufgeflammt. Die Huthi kämpfen gegen die international anerkannte Regierung und deren Verbündete. Sie gehören zur iranischen «Achse des Widerstands», einem regionalen Netzwerk aus vom Iran unterstützten Milizen. Teheran unterstützt die Huthi ähnlich wie die Hisbollah im Libanon mit Waffen, Technologie, Fachwissen und Geld. Auf der anderen Seite stehen die jemenitische Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, sowie regierungstreue Kräfte. (sda/dpa/lak)

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quelle: ap / chao soi cheong
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17 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Cmdr_Zod
11.09.2026 23:13registriert Januar 2021
"Diese Elektromobilität setzt sich nie durch, woher soll der ganze Strom und die Akkus kommen?" - tja, beim Erdöl sieht es grad nicht so viel besser aus
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krümelM
11.09.2026 23:36registriert Juli 2024
Die Iraner, so menschenverachtend und brutal das jetzige Regime auch ist, leisten gerade den grössten Beitrag zur besänftigung des Klimawandels als jedes Internationale Abkommen.
Zieht euch warm an, dass wird mehr wehtun als jede Co2steuer.
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stronghelga
12.09.2026 04:12registriert März 2021
Krieg gegen Iran, blockierte Strasse von Hormus, nun auch die saudische Ausweichpipeline ausser Betrieb.

Amerikanisches Öl wird teurer und immer begehrter.

Belegt ist eine Inszenierung durch Trump nicht.

Sicher ist nur - seine Ölindustrie profitiert von einem Inferno, das seine Politik entscheidend mit entfacht hat.
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