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Von Top zu Flop – Schafft Gold die Wende?

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Mit einem Plus von 60 Prozent lieferte der Goldpreis 2025 eine beeindruckende Performance.Bild: www.imago-images.de

Von Top zu Flop – Schafft Gold die Wende?

Im vergangenen Jahr war Gold einer der grossen Überflieger. Doch obwohl die Welt weiterhin vor Unsicherheit strotzt, ist der sichere Hafen bei Investoren weniger gefragt. In der Sommerhitze scheint sich nun aber ein Boden gebildet zu haben, von dem aus das Edelmetall eine Aufholjagd starten könnte.
12.08.2026, 13:2912.08.2026, 13:29

Mit einem Plus von 60 Prozent lieferte der Goldpreis 2025 eine beeindruckende Performance. Bis Ende Januar 2026 kamen nochmals fast 30 Prozent hinzu; der Preis schoss auf über 5500 US-Dollar. Von diesem Rekordhoch ging es dann allerdings nur noch in eine Richtung – bergab. Bei rund 4000 Dollar fand der Goldpreis schliesslich einen Boden und erholte sich seither auf knapp 4400 Dollar je Unze.

Was hilft?

Derzeit gibt es einige Argumente, die für einen Goldpreisanstieg sprechen. Dabei wirkt die geopolitische Lage im Nahen Osten gleich auf zwei Arten positiv. Einerseits profitiert Gold als traditionell sicherer Hafen von der Unsicherheit, solange keine Einigung besteht.

Andererseits würden eine Einigung im Nahost-Konflikt und eine Öffnung der Strasse von Hormus für sinkende Inflation und damit tiefere Zinserwartungen sorgen – was Gold ebenfalls attraktiver macht. Ein Deal sei «mal wieder» nahe, heisst es dazu vom Edelmetallhändler Heraeus. Das habe Gold Anfang August die beste Woche seit Jahresbeginn beschert.

Auch die Stärke beziehungsweise Schwäche des US-Dollars spielt eine wichtige Rolle. Erstarkt der Dollar, wie zuletzt aufgrund der Erwartungen steigender US-Zinsen, belastet dies in der Regel den Goldpreis. Umgekehrt stützt ein schwächerer Dollar das Edelmetall. Seit dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht hat der Greenback seinen Höhenflug zumindest gebremst.

Die UBS verweist zudem auf die kürzlich erfolgten Währungsinterventionen der Regierungen der USA und Japans – in Marktkreisen mittlerweile als «Yen-Tervention» bekannt. Sie fungierten als Stütze für den Goldpreis.

Positiv wirken nach wie vor auch die Goldkäufe der Zentralbanken. Diese schaffen eine beständige Preisuntergrenze am Markt, so die UBS weiter. Laut der Branchenorganisation World Gold Council (WGC) erhöhten die Zentralbanken sowie andere offizielle Institutionen ihre Reserven im zweiten Quartal netto um 289 Tonnen.

Was bremst?

Wie so oft gibt es zwei Seiten einer Medaille und somit durchaus auch Argumente, die den Goldpreis unter Druck setzen. Allen voran steht die Tatsache, dass das Edelmetall keine Zinsen abwirft. Dadurch wird es in Zeiten steigender Zinsen als Investment weniger attraktiv. Insbesondere die hohen Ölpreise, die die Inflation und damit die Zinserwartungen anheizen, seien kurzfristige Risiken, merkt die UBS an. Sinken allerdings die Realzinsen, dürfte dies die Nachfrage wiederbeleben.

Neben dem Zinsthema lasten laut WGC die auch nach der Korrektur noch verhältnismässig hohen Preise auf der Schmucknachfrage. Im Jahresvergleich sei diese im zweiten Quartal um 17 Prozent gefallen. Gleichzeitig dämpfte die jüngste Preiskorrektur die Investmentnachfrage nach Gold-ETFs, Barren und Münzen, so das WGC weiter.

Für Sean Duffin, Senior Investment Director bei Cambridge Associates, wird zudem die stützende Rolle der Zentralbankkäufe überschätzt. Hierzu verweist der Experte auf eine Umfrage von Invesco, wonach nur noch ein Drittel der Zentralbanken in den kommenden drei Jahren ihre Goldbestände weiter aufstocken wollen. In den vergangenen drei Jahren habe die Hälfte der Institute diese Absicht gehabt.

Gold sei mittlerweile deutlich sensibler gegenüber dem Investorensentiment, erklärt Duffin weiter. Zwar könne es sich in riskanten Szenarien weiter gut schlagen, weise aber auch eine nennenswerte Volatilität auf. Die jüngsten Schwankungen seien zwar bedeutend, in der Geschichte des Edelmetalls aber nicht ungewöhnlich. So habe der Goldpreis nach seinem Hoch 1980 beispielsweise innerhalb von 18 Monaten um mehr als 50 Prozent korrigiert.

Was bleibt?

Unterm Strich bleibt die Entwicklung des Goldpreises wie bei vielen Anlageklassen von deutlich mehr als einem Faktor abhängig. Physische Nachfrage, der Wunsch nach Sicherheit, die Entwicklung des US-Dollars sowie Inflation und Zinslandschaft werden den Preis weiter bestimmen.

Generell sollten Anleger kurzfristige Handelsrisiken und längerfristige Anlagebeurteilungen voneinander trennen, raten die UBS-Experten. Sollte die US-Notenbank Fed ihre Zinsen wie von der UBS erwartet unverändert belassen und ab 2027 ihre Lockerungen fortsetzen, dürfte dies ein günstigeres Umfeld für Gold schaffen – und wieder Preise von 5000 Dollar möglich machen. Schwächephasen in Richtung 4000 Dollar könnten sich derweil als Gelegenheit zum Aufbau eines strategischen Engagements erweisen. (sda/awp)

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