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Fast Fashion als Klimakiller: So schlimm ist es wirklich

Fast fashion, the girl puts things in order in the closet. A bunch of colorful clothes. The concept of processing, second hand, eco, minimalism, consumption of goods.
Schweizerinnen und Schweizer kaufen sich jährlich bis zu 60 Kleidungsstücke. Bild: Shutterstock

«Fast-Fashion» als Klima-Killer: So schlimm ist der Mode-Wahnsinn für die Umwelt

Das T-Shirt für 7 Franken hat einen hohen Preis: Die boomende Modebranche sorgt für grosse Umweltzerstörung. Es gibt Wege, um sich der pausenlosen Schnäppchenjagd zu entziehen.
27.04.2021, 19:49

Zara, Zalando, H&M und Co. sorgen für ein «Wettrüsten» in den Kleiderschränken. Schweizerinnen und Schweizer besitzen im Schnitt 118 Kleidungsstücke. Kaufen aber jedes Jahr bis 60 neue dazu. Um diesen Massenkonsum anzukurbeln, werden in den Filialen der globalen Modefirmen bis 24 Kollektionen pro Jahr eingeräumt. Der Preis für Fast-Fashion-Kleidung ist tief – zumindest in Läden und Online-Shops.

Die Umwelt hingegen zahlt einen gigantischen Preis. Denn die Modebranche ist einer der grössten C02-Schleudern weltweit. Die Industrie stösst je nach Berechnung zwischen 1,2 und 2 Mrd. Tonnen CO2 aus – das ist mehr als die internationale Luft- und Schifffahrt zusammen.

So viel CO2 verursacht
Produktion von 1 T-Shirt

Baumwolle «verbraucht» weniger CO2, dafür mehr Wasser.
Baumwolle «verbraucht» weniger CO2, dafür mehr Wasser.GRAFIK: WATSON

Ein Baumwoll-Shirt sorgt fast für gleich hohe Emissionen wie ein Liter Benzin. Dazu kommt der enorme Wasserverbrauch: Ein T-Shirt benötigt für seine Herstellung im Schnitt 2700 Liter Wasser.

Dies hat gravierende Folgen: In Zentralasien etwa führte der riesige Wasserverbrauch der lokalen Textilindustrie zur Austrocknung des Aralsees. Hinzu kommt die Gewässerverschmutzung und die Ausbeutung der Textilarbeiterinnen in den Entwicklungsländern.

Der Aralsee ist wegen der Textilproduktion ausgetrocknet. Video: YouTube/Google Earth

Was macht das CO2-Gesetz gegen Kleider-Emissionen

Laut einer Studie der britischen Ellen-MacArthur-Stiftung könnte die gesamte Textilindustrie bis 2050 für ein Viertel des CO2-Ausstosses verantwortlich sein.

Dagegen können derzeit nur die Kundinnen und Kunden selbst etwas unternehmen. Das CO2-Gesetz, über das wir am 13. Juni abstimmen, regelt nur die Emissionen, die direkt in der Schweiz verursacht werden. Da die Kleiderproduktion grösstenteils im Ausland stattfindet, ist das Gesetz wirkungslos. Aber nur fast. «Dank dem Klimafonds, welches das CO2-Gesetz vorsieht, gibt es aber neu die Möglichkeit, den Textilsektor im Ausland klimafreundlicher zu machen», sagt WWF-Sprecherin Marie Seidel zu watson.

Frankreich lanciert Umweltlabel für Mode

Die französische Regierung geht einen anderen Weg. Bald sollen Modemarken und Geschäfte per Gesetz verpflichtet sein, in Frankreich verkaufte Kleidungsstücke mit einem Umwelt-Score-Label zu versehen. Dies analog dem Nutri-Score bei Nahrungsmitteln. Je nach Umweltverträglichkeit wird das Kleidungsstück zwischen A (bester Wert) und E (schlechtester Wert) eingestuft. In die Bewertung fliessen neben dem CO2-Fussabdruck der Wasser- und Chemikalienverbrauch sowie die Recycelbarkeit ein.

In Frankreich sind Kleider mit einem Umwelt-Score versehen.
In Frankreich sind Kleider mit einem Umwelt-Score versehen. bild: printscreen franceinfo
«Um die Modeindustrie wirklich in eine grüne und faire Industrie zu transformieren, braucht es neue politische Rahmenbedingungen genauso wie ein verändertes Konsumverhalten.»
Susanne Rudolf, Fashion Revolution

Braucht es ein solches Label auch in der Schweiz? Grundsätzlich könnten solche Scores das Bewusstsein für die Problematik fördern und positive Impulse setzen. «Um die Modeindustrie wirklich in eine grüne und faire Industrie zu transformieren, braucht es neue politische Rahmenbedingungen genauso wie ein verändertes Konsumverhalten», sagt Susanne Rudolf von «Fashion Revolution Schweiz». Die Bewegung setzt sich für eine nachhaltige Modeindustrie ein und wurde 2013 nach einem Fabrikeinsturz in Bangladesch gegründet. Damals starben in den Trümmern über 1100 Näherinnen.

Das Ziel sei, dass Kleider nicht mehr als Wegwerfprodukte angeschaut würden – sondern als etwas, das einem lange begleite. «Wir empfehlen allen, nur noch die Kleider zu kaufen, die man wirklich liebt, viel tragen wird und bereit ist, zu flicken», so Rudolf weiter.

Checkliste für deinen Einkauf

Als Entscheidungshilfe vor dem Kauf eines Kleidungsstückes solle man sich folgende Fragen stellen:

  • Brauche ich es wirklich?
  • Werde ich es oft anziehen?
  • Ist die Qualität gut genug, um zu flicken?
  • Muss es neu sein? Kann ich es mieten oder ausleihen?
  • Gibt es lokale, faire Alternativen?
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Kleider(fails) machen Leute – unüberlegte Designs
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Kleider(fails) machen Leute – unüberlegte Designs
Nein, es ist nicht seine Unterhose, sondern eben einer dieser Design-Fails.
quelle: reddit
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Models brauchen in Frankreich eine ärztliche Bescheinigung
Video: srf
«Skandalöser Entscheid gegen Mietende»: Appell an Bundesrat nach Gegenvorschlag
Der Bundesrat erzürnt mit seinem Gegenvorschlag die Initianten der Mietpreis-Initiative. Diese üben scharfe Kritik und starten einen «dringenden Appell».
Nachdem der Bundesrat am Freitag seinen indirekten Gegenvorschlag zur Mietpreis-Initiative vorgestellt hat, lancieren die Initiantinnen und Initianten am Samstag einen «dringenden Appell» an den Bundesrat.
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