Wirtschaft
Schweiz

Comparis erwartet erneuten Prämienanstieg von sechs Prozent

Krankenkassenprämien werden erneut teurer – 2024 steigen sie um 6 Prozent

06.06.2023, 00:3006.06.2023, 09:55
Krankenkasse Frau erhält Prämienrechnung
Es wird noch teurer.Bild: shutterstock/keystone/watson

Das Vergleichsportal Comparis erwartet für 2024 in der Krankenkassen-Grundversicherung einen durchschnittlichen Prämienanstieg von sechs Prozent. Einige Kassen könnten ihre Prämien gar um zehn Prozent erhöhen.

«Ohne den politisch erzwungenen Reservenabbau wären die Prämien in den letzten Jahren lediglich um rund 2.5 Prozent pro Jahr und Person gestiegen und würden aktuell weiter in diesem Bereich steigen», wird Krankenkassenexperte Felix Schneuwly in der Comparis-Mitteilung zitiert.

Die Prämienprognose basiert auf der jüngsten Prognose von Comparis und ETH-Konjunkturforschungsstelle für 2022 mit einem Wachstum von 2.9 Prozent. Im laufenden Jahr würden die Kosten demnach um 3.6 Prozent und im nächsten Jahr um 3.1 Prozent ansteigen. Das Wachstum des für die Krankenkassenprämien relevanten Kostenanteils betrage im laufenden Jahr im Vergleich zum Vorjahr 3.4 Prozent. Wie fast immer sei der vom Bundesamt für Gesundheit publizierte Kostenanstieg im ersten Quartal höher als im letzten, schreibt Comparis weiter.

Die zwischen 2021 und 2023 aussergewöhnlich stark schwankenden Kosten können nur zum Teil mit der Corona-Pandemie erklärt werden und deshalb nicht eins zu eins als Kostenprognose verwendet werden. Zu einem stärkeren Kostenanstieg führten höherer Bürokratieaufwand, nicht lieferbare günstige Medikamente, mehr Psychotherapien, die Umsetzung der Pflegeinitiative sowie mehr verunsicherte Personen, die sich mit diffusen Beschwerden untersuchen liessen.

Schneuwly rechnet damit, dass sich die Kostenschwankungen wieder beruhigen und sich das Kostenwachstum der medizinischen Leistungen zu Lasten der Grundversicherung in den nächsten Jahren im Bereich von etwas unter 3 Prozent einpendeln wird. Damit nicht jede Kostenschwankung zu einer Prämienschwankung führt, brauchen die Krankenversicherer wieder ein Reservepolster über dem gesetzlichen Minimum. (aeg/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Franken gibt nach Nationalbank-Entscheid deutlich nach
Der Franken hat nach dem Zinsentscheid der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstagmorgen deutlich an Boden verloren. Der Dollar stieg im Vergleich zur Schweizer Währung auf den höchsten Stand seit rund einem Jahr, während der Euro wieder über die Marke von 0.94 Franken kletterte.
Zur Story