Wirtschaft
Schweiz

AfD-Unterstützer Conle ist grösster privater Grundbesitzer in Zürich

Statement der AfD Fraktion vor der Fraktionssitzung Aktuell, 12.03.2025, Berlin, Dr. Alice Weidel gemeinsam mit Tino Chrupalla vor vielen Journalisten auf der Frationsebene des deutschen Bundestag bei ...
Henning Conle bezeichnen viele als ein Phantom – bekannt ist jedoch, dass er die AfD mit Spenden unterstützt.Bild: IMAGO / Political-Moments

Milliardenschwerer AfD-Unterstützer ist Zürichs grösster privater Grundbesitzer

Der geheime AfD-Unterstützer und Milliardär Henning Conle baute sich in Zürich ein Immobilienimperium auf – und es ist grösser, als bisher bekannt.
05.03.2026, 11:3105.03.2026, 11:31

Der deutsch-schweizerische Doppelbürger Henning Conle besitzt allein in Zürich mehr als 1250 Wohnungen und ist damit die Privatperson mit dem grössten Grundbesitz in Zürich – mit Abstand. Das ist das Ergebnis einer Recherche des deutschen Magazins «Spiegel», des Stadtmagazins «Tsüri» und des WAV-Recherchekollektivs.

Die Journalistinnen und Journalisten hatten Einsicht in die Grundbuchakten des deutsch-schweizerischen Doppelbürgers. Laut diesen gehören dem aus Duisburg stammenden Milliardär 164 Objekte in Zürich, darunter 135 Häuser mit Mietwohnungen und 18 Gewerbeimmobilien. Insgesamt beläuft sich sein Besitz auf 74'000 Quadratmeter Zürcher Wohnfläche.

Die Immobilien befinden sich teils in bester Lage: Conle gehören etwa historische Gebäude in der Altstadt, die an Luxusmodeketten vermietet sind, oder Villen am Zürichberg, heisst es in der Recherche. Ausserdem gehören ihm laut Grundbuch ganze Strassenzüge in den Stadtteilen Oerlikon oder Affoltern. Der Wert von Conles Immobilienportfolio wird auf rund 1,2 Milliarden Franken geschätzt.

Der Milliardär gilt als Phantom. Weder tritt er öffentlich auf, noch sind von ihm verifizierbare Fotos oder Videos zu finden. Was jedoch seit einigen Jahren bekannt ist: Conle unterstützt sowohl die AfD als auch die SVP.

Laut der damaligen Parteichefin Frauke Petry soll er im Jahr 2015 Kontakt zur AfD-Parteispitze aufgenommen haben. Bei mehreren geheimen Treffen sei es auch um «finanzielle Mittel» gegangen.

2019 kam die Vermutung auf, dass der Immobilienunternehmer hinter einer Grossspende im Umfang von 150'000 Franken an den AfD-Kreisverband von Alice Weidel steckte, die zwei Jahre zuvor auf dem Konto gelandet war. Die Vermutung wurde durch Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Konstanz bestätigt. Weil Wahlkampfspenden aus einem Nicht-EU-Land in Deutschland illegal sind, hatten sich die Bundestagsverwaltung und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

In der Schweiz soll Conle Kontakte zur SVP pflegen, wie eine Recherche von CH Media aus dem Jahr 2025 zeigte. Es soll zu mehreren Treffen zwischen dem Unternehmer und Politikern der Partei gekommen sein. Albert Rösti bestätigte ein Abendessen mit Conle und dessen Sohn. (hkl)

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