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Barry Callebaut sieht Chancen bei Glace und Gesundheitstrends

Novi Sad, Serbia - May 23, 2022: Chocolate Factory Building Barry Callebaut at Industrial Free Zone.
«Schokolade bleibt weltweit mit deutlichem Abstand die beliebteste Geschmacksrichtung», so Hein Schumacher.Bild: www.imago-images.de
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Barry Callebaut sieht Chancen bei Glace und Gesundheitstrends

02.06.2026, 07:5302.06.2026, 07:53

Der neue Barry-Callebaut-Chef Hein Schumacher sieht trotz der aktuellen Absatzschwäche Wachstumsperspektiven für die Schokoladenindustrie. Treiber seien neue Konsumtrends, die zunehmende Verwendung von Schokolade in anderen Lebensmittelkategorien sowie die Nachfrage nach Premium- und Gesundheitsprodukten, sagte Schumacher in einem am Dienstag publizierten Video zur Vorstellung der neuen Konzernstrategie «Focus for Growth».

«Schokolade bleibt weltweit mit deutlichem Abstand die beliebteste Geschmacksrichtung», so der CEO. Schokolade wachse zunehmend über das klassische Süsswarengeschäft hinaus und komme immer häufiger etwa in Glace, Backwaren oder Energieriegeln zum Einsatz.

So habe zuletzt rund ein Viertel aller neu lancierten Glacesorten Schokoladenaromen enthalten, sagte Schumacher. Kategorien wie Glace, Gebäck oder Energieriegel wüchsen teilweise fast doppelt so schnell wie das traditionelle Schokoladengeschäft.

Besonders viel Potenzial sieht Schumacher im Glacesegment. «Glace ist eine attraktive Kategorie, die vom Trend zu Premiumprodukten profitiert», sagte er. Barry Callebaut beliefere bereits alle zehn weltweit grössten Glacehersteller und sei tief in deren Innovationsprozesse eingebunden. Mit einem breiteren Angebot von Überzügen, Füllungen und Spezialitäten will der Konzern seine Position als Komplettanbieter weiter ausbauen.

Zweiteilung des Marktes

Zugleich beobachtet Schumacher eine zunehmende Zweiteilung des Marktes. Einerseits steige die Nachfrage nach günstigen Produkten und damit nach kakaobasierten Überzügen und Füllungen. Andererseits halte der Trend zu Premium- und Luxusprodukten an.

Die Verbreitung von Abnehmmitteln aus der GLP-1-Klasse betrachtet Schumacher nicht als grundsätzliche Bedrohung. Zwar könnten diese Medikamente den Snackkonsum etwas dämpfen. Gleichzeitig entstünden neue Chancen für höherwertige Produkte.

Laut Studien «ziehen es mehr als 72 Prozent der GLP-1-Nutzer vor, Schokolade zu geniessen, statt ganz darauf zu verzichten», sagte der CEO. Dadurch eröffneten sich Möglichkeiten für Produkte mit reduziertem Zucker, höherem Proteingehalt oder intensiverem Kakaoanteil.

Insgesamt erwartet Schumacher, dass der Schokoladenmarkt nach der jüngsten Phase hoher Kakaopreise und Volatilität wieder wächst. Während klassische Schokoladenwaren laut Marktschätzungen jährlich um 1 bis 2 Prozent zulegen dürften, sieht Barry Callebaut dank schnell wachsender Anwendungsbereiche und Premiumprodukte die Chance, über dem Markt zu wachsen. (sda/awp)

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