Wirtschaft
Schweiz

Schweizer Shops Galaxus und Brack sind bis zu 13 Prozent teurer

Galaxus Brack
Galaxus und Brack sind laut einer Auswertung bis zu 13 Prozent teurer. Bild: keystone

Deswegen sind Galaxus und Brack bis zu 13 Prozent teurer

Eine Auswertung von über drei Millionen Produkten zeigt, wie die Schweizer Online-Shops Geld scheffeln.
30.10.2026, 20:1430.10.2026, 22:09

Galaxus und Brack gehören zu den grössten Onlineshops der Schweiz. Alleine Galaxus besitzt einen Marktanteil von über einem Fünftel und macht so laut des Marktforschungsinstituts Carpathia etwa ähnlich viel Umsatz wie Amazon, Temu und Zalando in der Schweiz zusammen.

Bei den zwei Onlineriesen kann sich die Kundschaft über kurze Lieferzeiten, echte Bewertungen und einen guten Kundendienst freuen. Dafür muss man teilweise aber tiefer in die Tasche greifen als bei anderen Onlineshops. Zu diesem Schluss kam eine Analyse mit über drei Millionen Produkten vom Vergleichsportal Toppreise.ch, berichtet der Beobachter.

Im Preisvergleich mit weiteren seriösen Shops mit guten Kundenbewertungen zeigte sich, dass Galaxus bei Einkäufen über 50 Franken durchschnittlich sieben bis elf Prozent mehr berappt. Bei Brack sind es sogar 10 bis 13 Prozent mehr.

Das sagen Brack und Galaxus

Zu den Resultaten der Analyse meint Brack-CEO Stefan Fraude gegenüber der Zeitung, dass man sich nicht über den günstigsten Preis positioniere. Wichtiger sei eine «herausragende Lieferkompetenz mit einer Zustellung am nächsten Werktag und einem prämierten Kundenservice».

Shein Symbolbild Onlineshopping
Guten Kundenservice oder kurze Lieferzeiten bedeuten beim Online-Shopping meisten auch höhere Preise.Bild: Keystone

Fraude äussert zur Methodik des Preisvergleichs auch Kritik: Die Brack-Preise seien weniger hoch, wenn man Gleiches mit Gleichem vergleiche. Zudem müsse auch einkalkuliert werden, dass einige Händler bei Retouren- oder beim Kundenservice unbefriedigende Ergebnisse liefern.

Ähnlich sieht dies Digitec-Galaxus-Mitgründer Florian Teuteberg: «Die Kunden suchen nicht konsequent nur den tiefsten Preis, sondern nach einer Balance von Preis und Leistung.» Auch er ist mit dem Vergleich mit den günstigsten Anbietern nicht überzeugt, denn diese hätten oft schlechtere Verfügbarkeiten, Garantieleistungen und Liefertermine. Auch sei der Vergleich nicht nach Verkaufsvolumen gewichtet.

Preisausgleich mit Algorithmen

Laut dem «Beobachter» passen die beiden Online-Riesen ihre Preise mithilfe von Algorithmen laufend an jene anderer grosser Onlineshops an. Die Tiefpreise der kleinen Shops werden dabei ausgeschlossen. Dies bestätigt Brack-Geschäftsführer Stefan Fraude.

Vorsichtig sind sie dagegen bei Produkten wie iPhones oder Pampers, bei denen die Kundschaft eher auf die Preise achtet. Hier merken die Kundinnen und Kunden sofort, wenn sie über dem Marktpreis liegen.

Apple App Store auf einem iPhone. Apps-Charts gratis - Temu: Slogan: Shoppen wie Milliardäre.
Viele Menschen misstrauen der Qualität von Temu und Co.Bild: imago-images.de

Da Konsumentinnen und Konsumenten meistens auf aufwändige Preisvergleiche aus Bequemlichkeit verzichten, lohnt sich dieses Geschäft für die Onlineriesen. Auch der Einfluss ausländischer Händler wie Amazon oder Temu auf die hiesigen Preise sei begrenzt, da viele der Qualität etwa aus China misstrauten.

(kek)

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