Einkaufstourismus: Diese Produkte sind im Ausland bis zu 63 Prozent günstiger
Das Einkaufen in unseren Nachbarländern boomt. Dies trotz der halbierten Wertfreigrenze. Eine Preisanalyse vom Finanzdienstleister Wise zeigt nun, wie viel teurer die hiesigen Produkte wirklich sind. Besonders bei gewissen Artikeln gibt es für Schweizerinnen und Schweizer grosses Sparpotenzial.
Verglichen wurden die Preise von Migros, Coop und Aldi Suisse mit den Produkten der Händler in Deutschland, Frankreich und Italien. Auch die verschiedenen Kategorien Lebensmittel, Drogerie, Sportschuhe, Luxuswaren und Technik wurden berücksichtigt.
Wise passte die Preise an die Schweizer Mehrwertsteuer an und berechnete Durchschnittswerte für einzelne Produkte, um Unterschiede zwischen den Händlern zu minimieren.
63 Prozent günstiger
Die Ergebnisse zeigen ein klares Bild: In gewissen Fällen sind Produkte wie Butter, Eier oder Äpfel der Nachbarländer bis zu 63 Prozent günstiger als hierzulande.
Vor allem bei Lebensmitteln können Schweizer Einkaufstouristen sparen. Am günstigsten ist dabei Deutschland, wo durchschnittlich rund 40 Prozent gespart werden können.
Ein wenig anders ist der Stand bei den Drogerieprodukten. Hier sind die Produkte im Ausland rund 13 Prozent teurer als in der Schweiz, dies jedoch nur in Frankreich und Italien. Bei unseren deutschen Nachbarn kaufen Schweizerinnen und Schweizer 17 Prozent günstiger ein.
Deutschland: Rewe, Lidl, Aldi u. a.
Frankreich: E. Leclerc, Carrefour, Intermarché u. a.
Italien: Carrefour, Lidl, Coop u.a.
Drogerieprodukte: Müller, DM und Monoprix
Elektronischen Geräte: Media Markt, Darty und MediaWorld
Luxusartikel und Sneaker: die jeweilige Website der Marke
Wenig Sparpotenzial bei Luxusgütern
Wie bei den Lebensmitteln lässt sich auch in der Kategorie Sportschuhe sparen. Das durchschnittliche Ersparnis im Ausland liegt hier bei rund 14 Prozent.
Am Beispiel des Puma RS Surge Hairy Suede ist zu sehen, dass er in Italien rund 28 Prozent günstiger ist. Der Nike Air Force ist etwa 13 Prozent günstiger.
Bei Artikeln im Luxussegment müssen Konsumentinnen und Konsumenten die Schnäppchen suchen, jedoch gibt es auch hier vereinzelt günstigere Produkte. Als Beispiel nennt Wise die Hermès-Tasche Arçon Slim. Im Ausland ist diese etwa sieben Prozent günstiger, was etwa eine Kostenreduktion von 300 Franken bedeutet.
Hohes Preisniveau in der Schweiz
2026 könnte für Schweizer Konsumenten eines der stärksten Kaufkraftjahre im Euroraum seit fünf Jahren sein, meint Wise. Grund für die teils hohen Preisunterschiede ist das deutlich höhere Preisniveau in der Schweiz. Laut dem Unternehmen liegt der Preisniveauindex für einen standardisierten Warenkorb bei unseren deutschen Nachbarn bei 109 und in der Schweiz bei 184. Einfach gesagt kostet ein Warenkorb, der in der Schweiz 100 Franken kostet, in Deutschland nur 60 Franken.
Einen weiteren Grund stellt der Wertgewinn des Schweizer Frankens der vergangenen Jahre dar im Vergleich zum Euro. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre sind das satte 16 Prozent.
Zu berücksichtigen ist auch die Mehrwertsteuerrückerstattung. In der Schweiz beträgt die Mehrwertsteuer für Lebensmittel 2,6 Prozent und für die meisten anderen Produkte 8,1 Prozent. In Deutschland liegt sie hingegen bei 7 Prozent für Lebensmittel und 19 Prozent für die meisten anderen Waren.
Grösseres Angebot
Beim Einkauf im Ausland geht es nicht nur um tiefere Preise, sondern auch um das Angebot. In Grenzregionen kaufen viele Schweizerinnen und Schweizer gezielt bei Händlern ein, die es hierzulande nicht gibt. Dazu gehören Drogerieketten wie DM und Rossmann, Verbrauchermärkte wie Kaufland oder Modeketten wie Primark. Hinzu kommen neue Angebote nahe der Grenze, etwa die 2025 eröffnete Costco-Filiale im französischen Mulhouse bei Basel, die mit ihrem Grosspackungs- und Mitgliedschaftsmodell auch Schweizer Kundschaft anzieht.
(kek)
