Ex-Migros-Tochter Misenso am Ende – alle Filialen zu, rund 140 Mitarbeitende betroffen
Die Brillen- und Hörgeräte-Kette Misenso hat Konkurs angemeldet. Davon betroffen sind alle 18 Filialen der ehemaligen Migros-Tochter, wie die Besitzerin, die österreichische Hörakustik-Kette Neuroth, am Freitagnachmittag der Nachrichtenagentur AWP mitteilte. Zuvor hatte der «Blick» darüber berichtet.
Laut «Blick» sind rund 140 Mitarbeitende betroffen. Die meisten Misenso-Filialen in der Schweiz befinden sich in Migros-Filialen. Am Freitag blieben die Türen bereits geschlossen – mit dem Hinweis «bis auf Weiteres geschlossen».
Misenso wurde 2020 gegründet und gehörte bis 2024 zur Migros. Danach wurde das Unternehmen im Rahmen der Fokussierungsstrategie der Migros an die österreichische Neuroth-Gruppe verkauft. Wirtschaftlich erfolgreich war Misenso allerdings nie. «Das Unternehmen ist überschuldet, dieser Schritt war daher unvermeidbar», sagte ein Neuroth-Sprecher. Das vor sechs Jahren als Migros-Tochter gegründete Unternehmen habe zu keinem Zeitpunkt schwarze Zahlen geschrieben.
Auch Anpassungen der Strategie, Veränderungen im operativen Management und die jüngste Reduzierung des Filialnetzes hätten daran nichts geändert. Bereits im September 2025 wurden elf Filialen geschlossen, damals waren 63 Angestellte betroffen. Dennoch gelang der Schritt in die schwarzen Zahlen nicht.
Mitarbeitende, Kundschaft und Geschäftspartner seien inzwischen über den Konkurs informiert worden. Details zum Konkursverfahren sowie zur Situation der betroffenen Mitarbeitenden nannte Neuroth nicht. Auf die weiteren Tochtergesellschaften der Neuroth-Gruppe habe der Konkurs keine Auswirkungen.
Noch im Februar 2025 hatte Neuroth-CEO Lukas Schinko gegenüber AWP erklärt, das Misenso-Netz künftig auf 40 bis 50 Filialen ausbauen zu wollen. Damals gab es schweizweit noch 28 Standorte. Der Fall liegt nun beim Konkursamt Zürich. (dab/mke/awp/sda)
