Vorsicht, Taschenmesserdiebe: Geklaute Victorinox-Messer landen auf dem Flohmarkt
Auf den Schweizer Flohmärkten werden aktuell kistenweise Victorinox-Sackmesser verkauft. Makellose Modelle, aber auch Ausschussware und Halbfabrikate, immer ohne Originalverpackung. Hinter der Flut auf den Wühltischen steckt offenbar System: Bei den Messern handelt es sich mutmasslich um Diebesgut.
Im Hause Victorinox wird zurzeit wegen Diebstahls ermittelt, bestätigte die Kantonspolizei Schwyz gegenüber dem Boten der Urschweiz. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren eröffnet.
Die Täter stammen offenbar aus den eigenen Reihen, schreibt die Regionalzeitung unter Berufung auf eine anonyme Quelle. Mehrere Mitarbeitende sollen in die illegalen Machenschaften verwickelt gewesen und bereits entlassen worden sein. Die Unternehmensleitung von Victorinox nahm zu den laufenden Ermittlungen bisher keine Stellung.
Nicht das erste Mal
Der Diebstahl weckt Erinnerungen an einen älteren Fall, der demnächst vor dem Strafgericht Schwyz verhandelt wird. Bereits im Mai 2023 erstattete die Sackmesserschmiede Strafanzeige. Damals soll ein Mitarbeiter gegen Bezahlung einen Firmenschlüssel an Diebe übergeben haben, um ihnen Zugang zum Betrieb zu verschaffen.
Nachdem die Untersuchung Ende 2025 abgeschlossen worden war, erhob die Staatsanwaltschaft im Januar 2026 schliesslich Anklage wegen gewerbs- und bandenmässigen Diebstahls sowie Hausfriedensbruchs. Da es sich um ein hängiges Verfahren handelt, lehnt Victorinox auch dazu tiefergehende Kommentare ab. (val)
