Schweizer Butter wird zu Dumpingpreisen nach China verkauft
Die gute Nachricht: Butter ist in der Schweiz keine Mangelware. Ende Mai lagen 7903 Tonnen in den Tiefkühllagern, das ist 25 Prozent mehr als im Vorjahr. Es könnte sogar noch mehr sein, wären nicht 3244 Tonnen Butter zu Dumpingpreisen ins Ausland verfrachtet worden, schreibt der Beobachter. Davon gingen 900 Tonnen nach China, 100 Tonnen nach Ägypten und der Rest nach Marokko, in die Niederlande, den Libanon, Saudi-Arabien, Spanien, Frankreich und den Oman.
Für die Schweizer Butterindustrie ist das jedoch ein Problem, denn die überschüssige Butter wurde durchschnittlich zum Preis von 3.66 Franken pro Kilo verkauft. Der Preis im Schweizer Grosshandel liegt beim Dreifachen, also bei 12 Franken pro Kilo. Die Billigexporte sorgen für ein Minus von 27 Millionen Franken.
Teure Inlandpreise
Konsumentinnen und Konsumenten zahlen in der Schweiz für ihre Butter also einen hohen Preis. Sie ist 277 Prozent teurer als in Deutschland.
Die Sprecherin der Schweizer Milchproduzenten erklärt dazu, dass die Butterexporte keine Wunschlösung seien, sondern dazu dienten, die Milchüberschüsse abzubauen. Künftig sollen Produktion, Verarbeitungskapazitäten und Absatzmöglichkeiten besser aufeinander abgestimmt werden, um solche Überschüsse zu vermeiden. Für die Milchbauern bedeutet die Überproduktion allerdings einen tieferen Milchpreis. Die überschüssige Milch wird häufig zu Butter verarbeitet und eingefroren, um sie später abzusetzen und den Markt zu entlasten.
(kek)
