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UBS-Präsident Colm Kelleher kritisiert Bundesratspläne

UBS-Präsident kritisiert Bundesratspläne und will Optionen prüfen

15.04.2026, 11:4315.04.2026, 16:31

UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hat seine Kritik an den absehbaren künftigen Kapitalvorschriften des Bundesrats wiederholt. Diese würden die Wettbewerbsfähigkeit der einzig verbliebenen Schweizer Grossbank erheblich beeinträchtigen. Kelleher droht implizit mit Konsequenzen.

epa12891215 Colm Kelleher, Chairman of the Board of Directors, speaks during the Annual General Meeting of the UBS Group AG in Basel, Switzerland, 15 April 2026. EPA/GEORGIOS KEFALAS
UBS-Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher.Bild: keystone

«Lassen Sie mich unmissverständlich festhalten: Wir wollen unseren Hauptsitz in der Schweiz behalten», sagte der UBS-Präsident am Mittwoch an der Generalversammlung in Basel laut Redetext. «Wir haben stets eine konstruktive Lösung gesucht und tun dies auch weiterhin.»

Die UBS sei bereit, eng mit dem Eidgenössischen Finanzdepartement (EFD), der Schweizerischen Nationalbank (SNB), der Finanzmarktaufsicht Finma sowie dem Parlament an einer pragmatischen Regulierungsagenda zusammenzuarbeiten. «Ziel muss es sein, die Finanzstabilität zu festigen und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken», sagte Kelleher.

Dafür brauche es eine «gezielte, verhältnismässige und international abgestimmte Regulierung», die sowohl den Finanzsektor als auch den langfristigen Wohlstand der Schweiz unterstütze.

Wettbewerbsfähigkeit beschädigt

Die Vorschläge des Bundesrats für die Kapitalvorschriften würden laut dem UBS-Präsident erfordern, dass die UBS zusätzliches hartes Kernkapital (Common Equity Tier 1, CET1) von rund 22 Milliarden US-Dollar halte. Dies würde zu einer CET1-Kapitalquote von rund 18,5 Prozent auf Gruppenstufe führen.

«Diese CET1-Kapitalquote liegt um rund 50 Prozent höher als bei unseren wichtigsten Mitbewerbern und bereitet uns erhebliche Sorgen», sagte Kelleher. «Wir haben kürzlich erlebt, was hohe Zölle bedeuten können. Stellen Sie sich vor, andere Schweizer Industrien müssten mit um 50 Prozent höheren Zöllen arbeiten als ihre internationalen Wettbewerber.» Das wäre ein erheblicher Wettbewerbsnachteil und würde das Geschäftsmodell der UBS grundlegend beeinträchtigen.

Seit der globalen Finanzkrise 2008 habe die Grossbank ihre Bilanz erheblich verkleinert. Die kombinierte Bilanzsumme von UBS und Credit Suisse sei um mehr als zwei Drittel gesunken, sagte der Verwaltungsratspräsident.

Zudem habe die UBS ihr Risikoprofil reduziert, indem sie den Fokus auf die Vermögensverwaltungs-Aktivitäten und die Schweizer Universalbank in unserem Heimatland gelegt habe – beides «stabile und risikoarme Geschäftsbereiche». «Heute stammen rund drei Viertel unserer Erträge aus unseren Vermögensverwaltungs-Aktivitäten und unserem Schweizer Geschäft», so der UBS-Präsident.

Der Bilanzteil der Investmentbank habe sich in absoluten Zahlen um fast 90 Prozent verkleinert, machte Kelleher geltend. «Parallel zu diesem Wandel des Geschäftsmodells hat sich unsere Kapitalausstattung verdreifacht. Das verlustabsorbierende Gesamtkapital deckt inzwischen 38 Prozent unserer risikogewichteten Aktiven ab.»

VRP: Prüfen Optionen

Gleichzeitig machte der Ire an der UBS-Spitze Druck auf die Schweizer Regierung: «Es ist unsere Pflicht, geeignete Optionen sorgfältig zu prüfen, um die negativen Folgen dieser extremen Vorschläge so weit wie möglich zu begrenzen.»

Vor diesem Hintergrund und angesichts des wachsenden Drucks der Märkte der Aktionäre, könnten wichtige geschäftliche Entscheidungen bald unausweichlich werden, sagte Kelleher: «Ich möchte noch einmal betonen: Wir streben weiterhin eine gangbare Lösung an. Zugleich halten wir an unserer erfolgreichen und bewährten Strategie fest, die auf den Ausbau unserer Vermögensverwaltungsgeschäfte ausgerichtet ist. Eine Schrumpfung unserer wertschöpfenden Geschäftsbereiche schliessen wir aus.»

Integration der CS im Zeitplan

Bei der Integration der im März 2023 übernommenen Credit Suisse liege die UBS weiterhin im Zeitplan. Ziel sei es, die Integration bis zum Jahresende weitgehend abzuschliessen.

Zu den Gerüchten über die Amtsdauer von Konzernchef Sergio Ermotti sagte der Verwaltungsratspräsident: «Sergio wird die Integration bis zu ihrem Abschluss führen und sich danach auf die Förderung von Wachstum und nachhaltig höheren Renditen konzentrieren. Zudem wird er UBS durch die aktuelle Phase regulatorischer Unsicherheit führen.»

Ende März hatte der 65-jährige Ermotti erklärt, dass er mindestens bis April 2027 an der Spitze des Instituts bleiben wird. Den Insidern zufolge soll Ermotti bereit sein, später das Amt des Verwaltungsratspräsidenten zu übernehmen. (hkl/sda/awp)

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Die beliebtesten Kommentare
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KLERUS
15.04.2026 12:14registriert Oktober 2021
Dann haut doch endlich ab! Aber ich weiss schon, warum ihr das nicht wollt. Der Standort Schweiz steht eben für Stabilität, und viele Kunden, vor allem jene aus dem Ausland, würden bei einem Wegzug einfach eine andere Bank aus der Schweiz bevorzugen. Wir alle wissen das, und daher könnt ihr eure Drohung dort hinschieben, wo es das ganze Jahr dunkel ist! Lg
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Ichwillauchwassagen
15.04.2026 12:16registriert Mai 2019
Wettbewerbsfähigkeit wäre sogar höher habe ich gelesen, da UBS mit mehr Eigenkapital dann eben als sicherer angesehen werden wird.
Ich denke, was Lehrer meint: weniger Dividenden für Aktionäre für 2-3 Jahre, da dann ein Teil vom Gewinn einbehalten werden muss.
Also altbekannte Forderung: Gewinn Privat, Probleme dem Staat.
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Anonymous Gargamel
15.04.2026 12:24registriert Mai 2014
Rücktritt ist aber auch eine Option, oder? Wo sind eigentlich die SVP und Konsorten um sich am dreisten Ausländer zu stören?
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