Gefangen in der UBS-Bürokratie – oder in ihrer Arroganz
Mein Problem betrifft Tausende Schweizerinnen und Schweizer. Sie haben, wie ich auch, im letzten Jahr ihre Beziehung zur CS/UBS beendet, ihr Geld verschoben, die Steuerunterlagen sauber vorbereitet. Und dann das: Eine Behörde im Ausland verlangt nachträglich den Nachweis für eine einzelne Zahlung. Ich sehe sie auf dem Kontoauszug – aber ohne Beleg ist das wertlos.
«Ruhig Blut, Berzins», sage ich mir, «für Deinen damaligen Kundenberater wird es ein Kinderspiel sein, den Beleg zu schicken.» Am 19. März um 13.42 Uhr schreibe ich ihm, ob er mir den Zahlungsbeleg zukommen lassen kann.
Keine Antwort.
Vier Tage später, am 23. März um 8.56 Uhr frage ich nach: «Ist es möglich, dass Sie mir helfen?»
Keine Antwort.
Am Morgen des 24. März frage ich per Mail: «Können Sie mir helfen – oder nicht?» Darauf folgt mein weinerlicher Anhang: «Irgendwie sollte es möglich sein, einen Beleg vom Winter 2025 zu erhalten, wenn man 35 Jahre lang Kunde einer Bank war.»
Keine Antwort.
Also rufe ich am Mittwoch, 25. März um 8.18 Uhr auf seine Direktnummer an. Es nimmt ein junger Herr ab, ich fragte nach Herrn Kovác (Name geändert). Der sei beschäftigt. Ich sage, egal, er könne mir sicher auch helfen. Nachdem ich ihm die IBAN-Nummer gegeben habe, schickt er mich in die Warteschlaufe, um mir danach mitzuteilen, dass er das Problem mit Herrn Kovac besprechen müsse. Ich halte dagegen und sage, ob er nicht rasch auf das Konto schauen könne – merke, dass er das auch so sieht und höre: «Könnten Sie mir die IBAN noch einmal sagen?» Gelassen repetierte ich die Ziffern, gehe wieder in die Warteschlaufe und höre dann: Er müsse es mit Kovac besprechen. Auf meine Frage, ob ich noch heute Antwort erhalte, höre ich ein «Ja».
Die Antwort kommt nicht, also rufe ich am Donnerstag, 26. März, um 8.18 Uhr an. Kovác ist dran. Er weiss, worum es geht, wirft mir aber gleich vor, ich müsse nicht drei Mails schreiben. Ich sage, dass ich nun mal diesen Beleg brauche, und vor allem müsse ich wissen, ob er mir helfen könne. «Sie haben drei Mails geschickt», sagt er erneut, um mir dann zu erklären, dass er einen Auftrag an eine andere Abteilung schreiben müsse. Ich frage, ob er diesen Auftrag in den letzten sieben Tagen gemacht habe. Und höre, dass der Kollege, mit dem ich telefoniert hatte, seit gestern dran sei.
Kovác hat also eine Woche lange nichts gemacht. Er liest meine Gedanken und sagt: «Ich habe auch anderes zu tun. Sie können ja selbst nach dem Beleg suchen.» Sein Ton gibt mir zu verstehen: «Ohne mich siehst Du Deinen Beleg nie.» Die Drohung sitzt, dennoch frage ich: «Wie denn?» Und merke: Kovac geniesst seinen Triumph. Es verwundert mich nicht, dass er auch noch nachtreten und sagen wird: «Sehen Sie, Sie brauchen mich.»
Ich gebe kleinbei, frage, wann ich mit dem Dokument rechnen könne, und höre: «Es kommt.» Ein letzter Konter: «Gestern sagte der Kollege, er liefere noch am selben Tag». Nein, das hätte er nicht gesagt, so Kovac. Ich widerspreche und höre: «OK, dann war das falsch.»
Eineinhalb Tage später, am Freitag, 27. März, um 15.32 Uhr schreibt Kovac: «Guten Tag Herr Berzins, Beigefügt finden Sie die Belastungsanzeige. Freundliche Grüsse.»
Danke. (aargauerzeitung.ch)
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