Wirtschaft
Schweiz

Spritpreise auf Jahreshoch – und Diesel dürfte noch mehr steigen

A person refuels a car at a BP gas station in Kemptthal in the Canton of Zurich, Switzerland, pictured on January 19, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Tanken in der Schweiz wird immer teurer. Bild: Keystone

Spritpreise auf Jahreshoch – und Diesel dürfte noch teurer werden

Die aktuelle Lage in Nahost treibt die Preise an der Zapfsäule auf ein neues Jahreshoch. Und Diesel dürfte in den nächsten Tagen noch teurer werden.
15.09.2026, 10:4415.09.2026, 10:54

Schweizerinnen und Schweizer müssen an der Zapfsäule immer tiefer ins Portemonnaie greifen. Im September haben gemäss dem TCS die Preise für Bleifrei sowie Diesel neue Jahreshöchststände erreicht.

Seit Jahresbeginn sind die Preise um rund 25 Prozent gestiegen, wie der TCS-Vergleich der Preise von Januar und September zeigt.

  • Preis Bleifrei 95 Januar 2026: 1,65 Franken pro Liter
    Preis Bleifrei 95 September 2026: 2,05 Franken pro Liter
  • Preis Bleifrei 98 Januar 2026: 1,75 Franken pro Liter
    Preis Bleifrei 98 September 2026: 2,16 Franken pro Liter
  • Preis Diesel Januar 2026: 1,78 Franken pro Liter
    Preis Diesel September 2026: 2,30 Franken pro Liter

Marco Wölfli, Mediensprecher von TCS, sagt gegenüber watson: «An den Börsen ist der Dieselpreis in den letzten Tagen noch einmal gestiegen, beim Benzin war kein Preisanstieg zu bemerken.»

Das bedeute, dass Diesel diese Woche wahrscheinlich noch einmal um ein paar Rappen teurer werde, sagt Wölfli. «Wie viel genau lässt sich nicht vorhersagen.» Eine langfristige Prognose sei nicht möglich: «Das wäre nicht seriös», so Wölfli.

Entwicklung im Nahen Osten treibt den Ölpreis

Vor allem der Start des Iran-Krieges im Februar liess die Preise in der Schweiz sprungartig ansteigen. Eine Erholung fand zwar während der zwischenzeitlichen Beruhigung in der Region statt – diese hielt allerdings nicht lange an.

Im Gegenteil. Die Spritpreise nähern sich mittlerweile immer mehr dem Höchststand aus dem Jahr 2022, als Russland die Ukraine angegriffen hat. Damals notierte der Preis für Bleifrei 95 zeitweise bei mehr als 2,30 Franken pro Liter.

Die anhaltenden Spannungen am Persischen Golf sowie die Angriffe auf Energieanlagen und Pipelines würden gemäss Wölfli die Sorgen vor länger dauernden Lieferunterbrechungen vergrössern.

«Wenn sich die Situation weiter verschlimmert, dürfte der Treibstoffpreis so lange steigen, bis alternative Transportwege funktionieren, andere Förderländer die Produktion erhöhen oder die Nachfrage zurückgeht.»
Marco Wölfli, Mediensprecher TCS

Das rät der Experte

Um möglichst wenig an der Tankstelle ausgeben zu müssen, rät Wölfli Schweizerinnen und Schweizern, die Preise an der Tankstelle zu vergleichen.

Ob sich ein Umweg zum Tanken lohnt, lässt sich mit der «Dreimal-5-Regel» beurteilen: «Ein Umweg von 5 Kilometern lohnt sich, wenn dadurch 5 Rappen pro Liter gespart werden können und rund 50 Liter getankt werden», so Wölfli. Auch eine vorausschauende und gleichmässige Fahrweise sei zu empfehlen: «Wer ruhig und vorausschauend fährt, kann seinen Treibstoffverbrauch um bis zu 20 Prozent senken.»

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