Wirtschaft
Schweiz

Benzinpreise: Wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht

A person refuels a car at a BP gas station in Kemptthal in the Canton of Zurich, Switzerland, pictured on January 19, 2015. (KEYSTONE/Christian Beutler)
Wehe dem, der tanken muss.Bild: KEYSTONE

Spritpreise weltweit gestiegen – wo die Schweiz im internationalen Vergleich steht

Der Konflikt im Nahen Osten lässt die Ölpreise steigen – und treibt damit auch die Spritkosten in der Schweiz in die Höhe. Der Liter Bleifrei 95 ist rund 11 Prozent teurer geworden, andere Länder hat es allerdings deutlich härter getroffen.
28.04.2026, 18:0228.04.2026, 18:02

Der Irankrieg hat die Treibstoffpreise in der Schweiz nach oben schiessen lassen. Zwar sind die Preise seit Anfang April wieder leicht gesunken, Benzin und Diesel kosten aber nach wie vor deutlich mehr als noch vor dem amerikanisch-israelischen Angriff auf den Iran. Gemäss dem TCS muss man in der Schweiz derzeit durchschnittlich 1.85 Franken für einen Liter Bleifrei 95 berappen, Diesel kostet 2.12 Franken pro Liter.

Damit ist Bleifrei 95 seit dem 1. März rund 11 Prozent teurer geworden, Diesel mehr als 18 Prozent teurer. Grund für die Preissteigerungen ist vor allem der wegen Angst vor Lieferengpässen gestiegene Ölpreis, da Benzin fast vollständig aus Rohöl hergestellt wird. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet mittlerweile 111,5 Dollar, vor Kriegsbeginn waren es noch 72,3 Dollar. Preissenkungen sind aktuell nicht in Sicht: Solange sich die Lage rund um die von Iran blockierte Strasse von Hormus nicht entspannt, bleiben auch die Treibstoffpreise hoch.

Diese sind nicht nur in der Schweiz, sondern fast überall auf der Welt gestiegen. Eine Übersicht von globalpetrolprices.com zeigt, dass viele andere Länder noch stärker betroffen sind als wir. In Myanmar beispielsweise hat sich der Preis für einen Liter Bleifrei 95 gar mehr als verdoppelt, in Malaysia und auf den Philippinen kostet das Benzin aktuell eineinhalbmal so viel wie noch Ende Februar.

Mit einer Preissteigerung von 11,6 Prozent liegt die Schweiz, die von den 170 untersuchten Staaten und Gebieten den zehnthöchsten Benzinpreis verzeichnet, im Mittelfeld. Etwas stärker angezogen haben die Benzinpreise in unseren Nachbarländern Frankreich (19,7 Prozent), Deutschland (16,6 Prozent) und Österreich (12,8 Prozent).

In Italien dagegen ist das Benzin nur 5,6 Prozent teurer geworden. Grund dafür ist eine temporäre Steuersenkung per Regierungsdekret auf Benzin und Diesel, die vorerst bis Anfang Mai gilt. Dadurch konnte der Literpreis für Verbraucherinnen und Verbraucher um rund 25 Cent reduziert werden. Eine ähnliche, kurzfristige Steuersenkung soll Anfang Mai auch in Deutschland in Kraft treten.

Grosse Preisunterschiede gibt es aber nicht nur zwischen der Schweiz und ihren Nachbarstaaten sowie dem Rest der Welt. Auch innerhalb unseres Landes variieren die Benzinpreise stark. Gemäss dem TCS-Benzinpreisradar bekommt man in Samnaun einen Liter Bleifrei 95 für nur gerade 1.33 Franken, während man an der Raststätte Coldrerio 2.47 Franken hinblättern muss.

Der Hauptgrund dafür ist, dass Samnaun als zollfreies Sondergebiet von Mineralölsteuer und Mehrwertsteuer befreit ist und Treibstoff daher deutlich günstiger anbieten kann. An Autobahn-Standorten wie in Coldrerio führen Standort- und Komfortzuschläge neben den regulären Abgaben zu den höchsten Preisen im Land.

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