Darum ist der erste Vollmond nach der Sommersonnenwende besonders
«Bye bye, Junimond», sang Rio Reiser einst.
Doch bevor sich der Mond wieder verabschiedet, zeigt er sich Ende Juni noch einmal von seiner hellsten Seite – als Vollmond, der besonders tief über den Himmel zieht.
Erster Vollmond nach Sommersonnenwende
Es handelt sich um den ersten Vollmond nach der Sommersonnenwende vom 21. Juni. Der sogenannte Erdbeermond nimmt daher eine besondere Stellung am Himmel ein. Weil die Sonne nach der Sonnenwende ihren höchsten Stand des Jahres erreicht hat, steht der Vollmond als ihr Gegenpol extrem tief.
Auf der Nordhalbkugel bedeutet das: Der Mond zieht in der Nacht eine ungewöhnlich tiefe Bahn über den Himmel und bleibt vergleichsweise nah am Horizont. Auf der Südhalbkugel ist das Gegenteil zu beobachten: Dort steigt er höher auf als die meisten anderen Vollmonde des Jahres.
Der Juni-Vollmond trägt auch den Namen Erdbeermond. Mit Astrologie hat das nichts zu tun: Der Name geht auf eine jahreszeitliche Koinzidenz zurück. Bei den Algonkin, einer Gruppe indigener Völker Nordamerikas, war der Juni die Zeit der Erdbeerernte, weshalb der entsprechende Vollmond diese Bezeichnung erhielt.
Erdbeer vs. Honigmond
Auch die Bezeichnung Honigmond stammt wohl aus Nordamerika. Sie dürfte im Gegensatz zum Erdbeermond tatsächlich etwas mit der Farbe unseres Trabanten zu tun haben: Da der Vollmond um die Zeit der Sommersonnenwende am 21. Juni relativ niedrig über dem Horizont steht, kann er etwas gelblich wirken, was in Nordamerika offenbar an Honig erinnerte.
Spricht man deshalb heute auch vom Honeymoon bei frisch Verheirateten? Die genaue Herkunft des Begriffs ist bis heute umstritten. Einige Sprachwissenscahftler halten eine andere Erklärung jedoch für wahrscheinlicher: Das Wort beschreibt schlicht die süsse erste Zeit einer Ehe, die – genau wie ein Mondzyklus – vorübergeht, wenn der Alltag einkehrt. (cst)
