Nach Sonnenfinsternis: So erkennst du eine Netzhautverletzung
Ohne Schutzbrille in die Sonne zu schauen ist schädlich und kann zu Netzhautverletzungen führen. Wo automatisch der Blick von der prallen Sonne abgewendet wird, kommt der Schutzreflex bei einer teilweisen Sonnenfinsternis weniger zum Tragen. In wenigen Sekunden kann so eine ungesund hohe Dosis Strahlung ins Auge gelangen, warnt das Bundesamt für Gesundheit (BAG).
Durch die Hornhaut und die Augenlinse wird das Licht so gebündelt, dass es an der Makula (gelber Fleck), der Stelle des schärfsten Sehens, zu Verbrennungen kommt. Dieser Bereich ist für das Lesen, das Erkennen von Gesichtern und das genaue Wahrnehmen von Einzelheiten verantwortlich. Auch bei einer zu 99 Prozent verdeckten Sonne trifft das noch intensive Licht die Netzhaut.
Bei leichter solarer Retinopathie erhole sich das Sehvermögen normalerweise innerhalb von spätestens einem halben Jahr weitgehend oder vollständig, erklärt Chefarzt Martin Zinkernagel gegenüber dem Tages-Anzeiger. Aber auch bleibende Schäden und im schlimmsten Fall Erblindung können Folgen sein: «Bei schwereren Expositionen – zum Beispiel bei einer Sonnenfinsternisbeobachtung ohne Schutz – kann jedoch ein permanenter Sehverlust drohen», meint Zinkernagel.
So erkennst du Netzhautverletzungen
Verbrennungen zeigen sich als schwarze Flecken mitten im Sichtfeld, ähnlich den Flecken, die man auch nach einem kurzen Blick in die Sonne sieht. Da Netzhautschäden anfangs keine Schmerzen verursachen, bemerkt man die Schäden meistens zu spät, denn die Netzhaut selbst besitzt keine Schmerzrezeptoren.
Betroffene merken die Schäden oftmals erst Tage später. Symptome sind:
- Verschwommenes oder unscharfes Sehen
- Ein grauer, dunkler oder blinder Fleck in der Mitte des Gesichtsfeldes
- Verzerrte oder wellig erscheinende Linien
- Anhaltende Nachbilder
- Eine veränderte Farbwahrnehmung
- Erhöhte Lichtempfindlichkeit
Die Menschen können dann beispielsweise einzelne Buchstaben eines Textes nicht mehr klar erkennen oder Gesichter können im zentralen Bereich verdeckt oder verzerrt erscheinen.
Ärztliche Hilfe einholen
Wer über solche Symptome verfügt, sollte einen Augenarzt aufsuchen. Vor allem bei einer deutlichen Verschlechterung des Sehvermögens ist ein schnelles Vorgehen nötig.
Ob sich das Auge jedoch vollständig erholt, kann nicht garantiert werden. Eine gesicherte Behandlung, die bereits geschädigte Netzhautzellen wiederherstellt, gibt es nicht.
(kek)
