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Coronavirus

Reduzierte Wirksamkeit bei britischer Mutation nach erster Impfdosis

Customers eat outside a Chinese restaurant in the Soho area of London, Monday, April 12, 2021, as restaurants, bars and pubs can open and serve people who can be seated outside. Millions of people in  ...
In Grossbritannien stand am Montag, 12. April ein grosser Öffnungsschritt an: Restaurants, Bars und Pubs sind wieder geöffnet und dürfen draussen Menschen bewirten, wie hier in London. Bild: keystone

Reduzierte Wirksamkeit bei B.1.1.7 nach nur einer Impfdosis in Israel

In Israel haben inzwischen über 60 Prozent der Einwohner mindestens eine Impfdosis erhalten. Virologinnen und Virologen untersuchen nun die Wirksamkeit der Pfizer-Impfung und geben erste Anhaltspunkte bekannt.
13.04.2021, 18:00
Lea Senn
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Weltweit laufen die Impfkampagnen gegen das Coronavirus mehr oder weniger auf Hochtouren. Mit einer der höchsten Impfquoten zieht Israel die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich. Denn nirgends gibt es bis jetzt detailliertere Erkenntnisse über den Impfschutz als im «Testlabor» der Welt.

Forscherinnen und Forscher haben am Wochenende erste Erkenntnisse aus Israel zum Impfschutz nach einer und nach zwei Impfdosen publiziert.

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In anderen Ländern wie beispielsweise Grossbritannien wurden anfangs die meisten Personen nur einmalig geimpft, um schneller mehr Menschen einen Teilschutz zu gewähren. In den letzten Tagen wurde auch in der Schweiz vermehrt eine solche Impfstrategie gefordert. Die israelische Studie spricht nun eher gegen eine solche Vorgehensweise.

Die Erkenntnisse aus Israel

Forschende der Universität von Tel Aviv haben fast 400 Personen untersucht, die sich trotz mindestens einer Impfdosis noch mit Covid-19 angesteckt haben.

Erkenntnisse zur britischen Variante

Den allergrössten Teil der Mutationen macht sowohl in der Impf- als auch in der Kontrollgruppe die britische Mutation B.1.1.7 aus, die auch in der Schweiz für inzwischen fast 100 % aller Infektionen verantwortlich ist.

Das Fazit der Forschenden: Der effektive Impfschutz tritt erst nach der zweiten Dosis ein. Laut der leitenden Virologin Adi Stern der Universität Tel Aviv könnte das erklären, warum es zu Beginn der Impfung eine Weile dauerte, bis die Fälle zu sinken begannen.

«Wir sehen Hinweise auf eine reduzierte Wirksamkeit des Impfstoffes gegen die britische Variante, aber nach zwei Dosen setzt eine extrem hohe Wirksamkeit ein.»
Adi Stern, Leiterin der Forschergruppe

Erkenntnisse zur südafrikanischen Variante

Die Forschenden waren ausserdem erstaunt, dass sich unter den doppelt Geimpften ganze acht Personen mit der südafrikanischen Virenmutation B.1.351 entdeckten, während es bei der Kontrollgruppe nur eine Infektion mit dieser Mutation gab.

Das Fazit der Forschergruppe: Die Pfizer-Impfung scheint nur beschränkt gegen die südafrikanische Variante zu helfen – allerdings ist diese in Israel nur sehr wenig verbreitet. Auch in der Schweiz ist diese Variante bisher selten. Sie wurde insgesamt 245 Mal nachgewiesen, davon 3 Mal in den letzten zwei Wochen.

Die israelische Studie im Detail – und die Kritik daran

Bei der Studie unterschied man zwischen Personen, die erst eine Impfung erhalten haben, und solchen, die bereits doppelt geimpft sind.

Bei den einfach Geimpften zeigten sich mehr Infektionen mit der britischen Mutation im Vergleich zur gleich grossen Kontrollgruppe. Die erste Impfdosis scheint also laut den Forschern keinen überdurchschnittlichen Schutz gegen B.1.1.7 zu bieten.

Anders sieht es bei den doppelt Geimpften aus. Dort zeigten sich weniger Infektionen mit B.1.1.7 als bei der verglichenen Kontrollgruppe. Die Forscher interpretieren das als Zeichen für einen starken Impfschutz nach zwei Dosen.

Der veröffentlichte Forschungsbericht wurde von Pfizer noch nicht kommentiert. Einige Experten bezeichnen die Erkenntnisse aus Israel als zu wenig aussagekräftig, weil nur je rund 400 Personen verglichen wurden. Es seien weitere Untersuchungen erforderlich, um genau festzustellen, wie stark der Impfschutz nach nur einer Dosis ist.

Situation in Grossbritannien

Gegen die These, dass eine einzige Dosis weniger effizient ist, sprechen die Fallzahlen aus Grossbritannien. Obwohl dort erst rund 10 Prozent der Bevölkerung einen vollständigen Impfschutz mit zwei Dosen geniesst, sind die Fallzahlen in den letzten zwei Monaten deutlich gesunken. Genau wie in Israel infizieren sich aktuell täglich rund 25 Personen pro Million Einwohner. In der Schweiz sind es noch rund 200 Personen.

Die in Grossbritannien erstmals gemeldete Mutation B.1.1.7 macht auch auf den britischen Inseln inzwischen den Grossteil aller Infektionen aus. Die sinkenden Fallzahlen lassen dort nicht auf einen verminderten Impfschutz nach nur einer Dosis schliessen. Allerdings arbeitet Grossbritannien im Vergleich zu Israel nicht nur mit dem Pfizer-Impfstoff, sondern auch den Produkten von AstraZeneca und Moderna.

Inzwischen werden auch in Grossbritannien vielerorts zweite Impfdosen verteilt. Der Anteil der vollständig Geimpften bewegt sich aber noch immer auf circa dem gleichen Niveau wie in der Schweiz.

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22 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
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peterli90
13.04.2021 18:59registriert Mai 2017
Die Frage ist doch weniger, ob der Virus ausbricht, sondern viel mehr ob man zB 2 Wochen nach der ersten Dosis noch einen schweren Verlauf haben kann. Das wäre interessant zu wissen
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mitchfuchs
13.04.2021 18:22registriert Mai 2020
Der Titel hat mich etwas verwirrt. Schade um den guten Artikel
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lilie ❤ Bambusbjörn
13.04.2021 18:20registriert Juli 2016
1. Es ist unwahrscheinlich, dass der Unterschied zwischen der Gruppe mit zwei Impfungen (134 mit B.1.1.7.-Variante) und der Kontrollgruppe (138) statistisch signifikant ist.

2. Man sollte noch bedenken, dass die doppelt Geimpften mehr Zeit hatten, sich nach der Impfung zu infizieren, als die einfach Geimpften, da ja die zweite Impfung erst nach drei oder vier Wochen verabreicht wird.

Zusammen mit der geringen Anzahl an Probanden halte ich die Studie für nicht besonders aussagekräftig. Weitere Studien müssen da noch abgewartet werden.
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Ringe können mehr sein als nur Zierde, Ausdruck persönlicher Empfindungen oder Statussymbol – sie können auch die Verbindung mit einer politischen Angelegenheit verschleiern oder offenlegen. In einigen Fällen hatten solche Verbindungen potenziell gefährliche Folgen, bis hin zum Tod.

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