Wissen
Food

US-Forscher zeigen: Zucker in Softdrinks fördert Diabetes mellitus Typ 2

A customer helps herself to a drink from a shelf in the shop at the BP gas station in Oftringen in the canton of Aargau, Switzerland, pictured on November 4, 2010. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Eine Kundin ...
Getränkeregal: Welche Getränke wir konsumieren, hat einen grossen Einfluss auf unser Diabetesrisiko.Bild: Keystone/Gaetan Bally

Studie zeigt: Deshalb sind Softdrinks so ungesund

Cola, Limo, Energydrinks: Der Konsum von zuckerhaltigen Softdrinks ist hoch. Ebenfalls hoch ist das damit verbundene Diabetesrisiko.
11.10.2026, 14:10
Ann-Kathrin Landzettel / t-online
Ein Artikel von
t-online

Süsse Getränke sind für viele Menschen eine der Hauptquellen für zugesetzten Zucker. Nur wenigen ist bewusst, dass Softdrinks nicht nur den Blutzuckerspiegel, sondern langfristig auch das Diabetesrisiko in die Höhe treiben. Studien zeigen, dass der Verzicht auf zuckerhaltige Erfrischungsgetränke das Risiko für Diabetes mellitus Typ 2 senken kann.

Studie zeigt Millionen Krankheitsfälle durch Softdrinks

So berechnete eine Forschungsgruppe der US-amerikanischen Tufts University die gesundheitlichen Folgen des Konsums zuckerhaltiger Getränke mit Blick auf Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Das Ergebnis, veröffentlicht im Fachblatt Nature Medicine: Weltweit 2,2 Millionen neue Fälle von Typ-2-Diabetes und 1,2 Millionen neue Fälle von Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten 2020 auf den Konsum von mit Zucker gesüssten Getränken zurückgehen. Den grössten Anteil machte die Studie in Afrika südlich der Sahara, Lateinamerika und der Karibik aus.

Doch auch in Deutschland ist der Softdrink-Konsum nicht zu unterschätzen: Laut der Verbraucherorganisation Foodwatch waren die Deutschen etwa im Jahr 2023 mit ihrem Zuckerverbrauch über Softdrinks im europäischen Vergleich Spitzenreiter: Pro Tag nahmen sie im Schnitt 23 Gramm Zucker über Erfrischungsgetränke auf. Das entspricht fast acht Stückchen Würfelzucker – mehr Zucker, als über Süssigkeiten aufgenommen wird.

Die Lage in der Schweiz
Laut dem Schweizer Ernährungsatlas 2022 der Universität St.Gallen konsumierten Erwachsene pro Tag schätzungsweise 18 Gramm Zucker über Getränke, davon ganze 13 Gramm zugesetzten Zucker.

Der Ernährungsatlas definiert zugesetzten Zucker als «Zucker, der Lebensmitteln bei der Zubereitung/Verarbeitung zugesetzt wird, und Zucker, der separat verzehrt oder den Lebensmitteln am Tisch zugesetzt wird». (jul)

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gelten zuckergesüsste Getränke als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Typ-2-Diabetes. Doch was genau macht zuckerhaltige Softdrinks so riskant für unsere Gesundheit?

Warum Softdrinks so ungesund sind

Zuckerhaltige Softdrinks wie Cola, Limo, Energydrinks, Eistees, aber auch Fruchtsäfte enthalten hohe Mengen an Glukose und Fruktose. Letztere gelangen rasch in den Blutkreislauf und treiben den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Mit der Zeit nehmen mit den Blutzuckerspitzen auch die gesundheitlichen Risiken zu. So steigt unter anderem die Gefahr, einen Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Hierfür sind vor allem zwei Risikofaktoren relevant:

  • Zuckerhaltige Softdrinks fördern Übergewicht.
  • Zuckerhaltige Softdrinks begünstigen eine Insulinresistenz.

Zuckerhaltige Softdrinks fördern Übergewicht

Zuckerhaltige Softdrinks sind kalorienreich, bieten jedoch wenig bis keine Nährstoffe und machen auch nicht satt. Man trinkt ganz nebenbei enorme Mengen Zucker, ohne zu merken, dass der Körper förmlich überflutet wird. In einem Liter Cola finden sich 35 Stück Würfelzucker. Bei Limonade sieht das nicht anders aus. Auch Fruchtsäfte darf man nicht unterschätzen: Ein 0,5-Liter-Glas Apfelsaft enthält umgerechnet zehn Stück Würfelzucker.

Der Konsum von zuckerhaltigen Getränken kann unbemerkt zu einem deutlichen Kalorienüberschuss führen. Eine langfristig zu hohe Kalorienzufuhr lässt das Gewicht steigen und begünstigt Übergewicht und Adipositas (Fettleibigkeit). Übergewicht ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes. Und nicht nur das. Wie die Deutsche Adipositas Gesellschaft e. V. betont, ist Fettleibigkeit ein medizinisches Problem, das neben Diabetes auch andere Erkrankungen begünstigt, darunter Bluthochdruck, Herzinfarkt, Schlaganfall, Fettleber und verschiedene Krebsformen.

Anlaufstelle bei Essstörungen
Essstörungen sind von aussen nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Zudem offenbaren sich nicht alle Essstörungen gleich.
Wenn du Angst hast, in eine Essstörung hineinzurutschen, an einer Essstörung leidest oder den Verdacht hast, dass eine dir nahestehende Person an einer Essstörung leidet, dann ist die Schweizerische Gesellschaft für Essstörungen (SGES) eine gute erste Anlaufstelle, um sich über Hilfsangebote in deinem Kanton zu informieren.

Zuckerhaltige Softdrinks begünstigen eine Insulinresistenz

Ebenso kann ein übermässiger und langfristig zu hoher Zuckerkonsum zu einer Insulinresistenz führen – einem weiteren bedeutenden Diabetes-Risikofaktor. Bei einer Insulinresistenz werden die Körperzellen zunehmend unempfindlich gegenüber dem Hormon Insulin, das die Zellen wie ein Schlüssel für die Zuckeraufnahme aufschliesst.

Reagieren die Körperzellen nicht mehr richtig auf Insulin, können die Zellen – vor allem von Muskulatur, Fettgewebe und Leber – nicht mehr ausreichend Glukose aufnehmen. Dadurch bleibt vermehrt Zucker im Blut und die Blutzuckerwerte steigen. Langfristig kann sich daraus ein Typ-2-Diabetes entwickeln. Insulinresistenz ist eine der wesentlichen Diabetesursachen.

Softdrinks sind keine Durstlöscher

Die Deutsche Diabetes Stiftung (DDS) hat eine klare Empfehlung: «Verzichten Sie auf Softdrinks.» Denn Limonade, Cola und Fruchtsäfte sind flüssige Zuckerberge. Als Durstlöscher sind sie nicht geeignet. Auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) stuft Fruchtnektare und Fruchtsaftgetränke genauso wie zuckerhaltige und koffeinhaltige Erfrischungsgetränke wie Limonaden, Colagetränke und Eistees als «keine empfehlenswerten Getränke» ein. Das gilt übrigens auch für mit Süssstoff gesüsste Getränke. Wasser und ungesüsste Tees sind die besseren Durstlöscher.

Das gilt in der Schweiz
Diabetesschweiz empfiehlt ausdrücklich den Konsum ungesüsster Getränke. Dabei warnt die Dachorganisation vor Fruchtsäften, da diese «viel Zucker und kaum Ballaststoffe» enthalten und somit den Blutzucker «schnell und stark ansteigen» lassen. (jul)

Softdrinks gar nicht trinken?

Der weitestgehende Verzicht auf Softdrinks kann einen entscheidenden Beitrag zur Prävention von Typ-2-Diabetes leisten. Durch die Reduzierung des Zuckerkonsums, die Förderung einer besseren Blutzuckerregulation sowie die Vermeidung von Kalorienüberschüssen können Millionen von Menschen ihre Gesundheit mit einem einfachen Schritt verbessern und das Risiko für Diabetes senken.

Doch wie so oft gilt: Die Menge macht's. Gelegentlich in Massen genossen, darf es auch mal ein Softdrink sein. Wer sich ansonsten ausgewogen ernährt und auf einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Bewegung achtet, gleicht das ein oder andere Glas problemlos aus. Nebenbei und in grösseren Mengen sollte man das Zuckerwasser allerdings nicht trinken.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden
1 / 20
18 Getränke, die aus der Schweiz verschwanden
Coca Cola LifeHat irgendjemand mitbekommen, dass die grüne Cola-Flasche wieder aus den Regalen verschwunden ist? 2015 wurde das Softgetränk eingeführt, das mehrheitlich mit Stevia gesüsst war. Im März 2018 war das Experiment schon zu Ende. bild: epa/anp
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Zu hoher Koffeingehalt: Parlamentarier wollen Energydrinks für unter 16-Jährige verbieten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Diese WWM-Frage tut vielen Schweizern im Herzen weh
Bei RTL läuft derzeit die 3-Millionen-Euro-Woche: viermal «Wer wird Millionär?» hintereinander, wobei bei der vierten Sendung alle Kandidatinnen und Kandidaten, die bereits mindestens 16'000 Euro erspielt haben, erneut die Möglichkeit erhalten, auf den «heissen Stuhl» zu kommen. Dazu müssen sie aber einen Teil ihres Gewinns aufs Spiel setzen, im Gegenzug erhalten sie die Möglichkeit, um ganze drei Millionen Euro zu zocken.
Zur Story