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Aufforstung in Europa könnte mehr Regen bringen

Eine Frau spaziert mit ihrem Hund durch den Wald.
In bewaldeten Gebieten ist der Niederschlag im Durchschnitt deutlich höher als in landwirtschaftlichen, sagen ETH-Forschende.Bild: Unsplash

Aufforstung in Europa könnte mehr Regen bringen

08.07.2021, 16:5508.07.2021, 17:29

Dürreperioden und Hitzewellen werden im Zuge des Klimawandels häufiger. Mit einer gezielten Aufforstung von landwirtschaftlich genutzten Flächen in Europa liesse sich vielleicht Gegensteuer geben, wie ETH-Klimaforschende im Fachmagazin «Nature Geoscience» berichten.

Die Forschenden um Ronny Meier berechneten, dass eine realistische Aufforstungsstrategie (14,4 Prozent der Fläche Europas) die sommerlichen Niederschläge um durchschnittlich 7,6 Prozent erhöhen könnten. Das entspricht etwa 0,13 Millimeter Niederschlag pro Tag. Auf etwas mehr als einem Viertel der Landfläche Europas würde die Niederschlagsmenge sogar um mehr als zehn Prozent zunehmen, wie die ETH Zürich am Donnerstag mitteilte.

Für ihre Studie nutzten die Forschenden Niederschlagsdaten von über 5800 Messstationen aus den Jahren 1986 bis 2015. Anschliessend untersuchten sie, wie Wälder und Niederschlagsmengen zusammenhingen. «In bewaldeten Gebieten ist der Niederschlag im Durchschnitt deutlich höher als in solchen, die landwirtschaftlich genutzt werden», erklärte Meier. Ausserdem seien die lokalen Effekte im Winter ausgeprägter als im Sommer.

Niederschlagsmuster unklar

Aufforstungen, insbesondere in Grossbritannien, West- und Südfrankreich, Portugal, Italien und Osteuropa, würden laut den statistischen Modellen einen wesentlichen Teil des prognostizierten, durch den Klimawandel geringer werdenden Niederschlags ausgleichen.

Allerdings: «Die geographische Verteilung der zusätzlichen Niederschlagsmenge ist sehr variabel», so Meier. «Und wir können bisher noch keine Aussagen darüber machen, ob sich eine Aufforstung in häufigeren oder in intensiveren Niederschlägen zeigen würde.»

Auch warnt er davor, zu viele Hoffnungen in die Aufforstung zu stecken. Denn ein Wald wachse nicht von einem Tag auf den anderen, sondern brauche dafür zwanzig bis dreissig Jahre Zeit. (sda)

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