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ZUR MELDUNG, DASS DIE KANTONE ST. GALLEN UND GRAUBUENDEN ZWEI WOELFE AUS DEM CALANDA-RUDEL ZUM ABSCHUSS FREIGEBEN  WOLLEN, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 30. NOVEMBER 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD (HANDOUT) ZUR VERFUEGUNG -  HANDOUT - Das undatierte Bild aus einer Fotofalle zeigt Jungwoelfe des Calandarudels, Jahrgang 2014. Das erste Wolfsrudel der Schweiz am Calanda im buenderisch-st. gallischen Grenzgebiet waechst und waechst. Die Wildhut lieferte mit einer Fotofalle den Beweis dafuer, dass sich das Rudel schon zum dritten Mal fortgepflanzt hat. Die vom Buendner Amt fuer Jagd und Fischerei am Dienstag, 19. August 2014, veroeffentlichten Bilder zeigen ein Mal zwei und ein Mal drei Wolfswelpen.  (HANDOUT Amt fuer Jagd und Fischerei Graubuenden) *** NO SALES, DARF NUR MIT VOLLSTAENDIGER QUELLENANGABE VERWENDET WERDEN, BEST QUALITY AVAILABLE ***

Undatiertes Bild aus einer Fotofalle: Jungwölfe des Calandarudels mit Jahrgang 2014.  Bild: AMT FUER JAGD UND FISCHEREI GR

Das Wolfsrudel am Calanda ist gut für den Wald



Unter Nutztierhaltern und Jägern hat der Wolf wenig Freunde - bei Förstern ist er um so beliebter. Wolfsrudel können helfen, zu grosse Hirsch- und Rehpopulationen zu kontrollieren. Erste Belege dafür gibt es am Calanda-Massiv im Churer Rheintal.

«Wir haben Zustände, die langfristig nicht tolerierbar sind.»

Reto Hefti, Kantonsförster

Wie an vielen Orten der Schweiz bedrängen zu viele Hirsche und Rehe auch in Graubünden die Wälder. Der Jungwuchs stirbt ab, weil er angefressen wird. Die Wälder drohen zu überaltern und werden instabil. Im Berggebiet ist das besonders problematisch, haben Wälder dort doch oft eine Schutzfunktion vor Lawinen, Steinschlägen und Erdrutschen.

In Graubünden gelten 60 Prozent der Wälder als Schutzwälder - und sie stehen unter Druck. «Wir haben Zustände, die langfristig nicht tolerierbar sind», sagt der Leiter des Amtes für Wald und Naturgefahren, Kantonsförster Reto Hefti. 21 Prozent des Schutzwaldes hätten Verjüngungsprobleme wegen Verbiss. Die Schutzfunktion des Waldes könnte nachhaltig gestört werden.

Lag im Alpenkanton im Jahr 2000 der Frühlingsbestand der Hirsche bei geschätzten 12'600 Tieren, kletterte die Zahl 2011 auf 14'000 und diesen Frühling auf 16'500. Bei den Rehen, deren Bestände nicht erhoben werden, dürfte die Entwicklung ähnlich sein. Mit dazu beigetragen haben die milden Winter der letzten Jahre. 

Rudel reisst 300 Wildtiere im Jahr

Eine Ausnahme bildet die Region am Calanda-Massiv zwischen Churer Rheintal und St. Galler Taminatal. Dort bildete sich 2011 das erste Wolfsrudel der Schweiz. Seither nahm die Zahl der Hirsche im Jagdgebiet der Wölfe nach Angaben des Bündner Amts für Jagd und Fischerei um ein geschätztes Drittel ab, während sie im ganzen Kanton um 18 Prozent zunahm.

Bei Reh und Gemse ist auch ein Rückgang da, er bildet sich aber weniger deutlich ab. Insgesamt reisst das etwa zehnköpfige Rudel jedes Jahr an die 300 Hirsche, Rehe und Gämsen.

Die Dezimierung der Wildpopulationen sollte sich nach Ansichten von Forstfachleuten positiv auf die natürliche Verjüngung des Waldes auswirken. Statistisch nachweisen könne man das am Calanda aber noch nicht, sagt Kantonsförster Hefti. Der Wald entwickle sich eben in ganz anderen zeitlichen Dimensionen als Mensch und Tier.

«Der gesunde Menschenverstand sagt allerdings, dass weniger Hirsche weniger Jungbäumchen fressen», meint Hefti. Er gehe davon aus, dass sich ein positiver Einfluss des Wolfs in ein paar Jahren wissenschaftlich bestätigen lassen werde. Bereits bestätigt ist ein solcher Effekt beim Luchs. 

Wolfsrudel im Wallis

Forstingenieure wollen mehr Wölfe

Der Schweizerische Forstverein (SFV), der Berufsverband der Forstingenieure, forderte bereits vor fünf Jahren, die natürliche Einwanderung und Ausbreitung des Wolfes zuzulassen. «Wo Luchs und Wolf regelmässig vorkommen, werden weniger Schäden an der Waldverjüngung festgestellt», hielt der SFV 2012 fest.

Diese Position vertritt auch das Bündner Amt für Wald im neuen Waldentwicklungsplan 2018+, der sich in der Vernehmlassung befindet. «Grossraubtiere sind aus forstlicher Sicht willkommen», heisst es darin. Die «Ausbreitung von Grossraubtieren auf noch nicht besetzte Gebiete im Kanton» wird explizit begrüsst.

Erwartet wird eine «massgebliche Entlastung der Wildschadensituation». Positiv auswirken werde sich nicht nur die Verkleinerung der Wildbestände, sondern auch der Einfluss der Wölfe auf die Verteilung des Wildes im Wald.

Wieder mehr Weisstannen

«Das Wild bewegt sich mehr, steht nicht immer in den gleichen Einständen», erzählt Mattiu Cathomen, Revierförster in Tamins, einem Kernlebensraum des Wolfsrudels. Die Verbissschäden seien deshalb weniger konzentriert.

Cathomen hält den positiven Einfluss des Wolfs bereits jetzt für gegeben. «Wir sehen das schon im Wald», sagt er. Auffallen würden die zahlreichen kleinen Weisstannen im Alter von zwei bis fünf Jahren.

Das habe es in Tamins seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben. Der Leitbaum des Bündner Waldes sei jeweils als Jährling verbissen worden und eingegangen. Jetzt sei der Wilddruck – nach anfänglichen negativen Effekten – zurückgegangen. «Für den Wald ist das Wolfsrudel sicher positiv», lautet das Fazit von vorderster Front. (sda)

Entwicklung der Wolfs-Population

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Freiburger Grossrat Roger Schuwey und die vergiftete Wölfin

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Video: srf/SDA SRF

Teste hier dein Wolfswissen – im Wolfs-Quiz

Quiz
1.Bevor wir uns dem real existierenden Wolf widmen, wollen wir seine Rolle in der Mythologie und den Märchen betrachten. Im Märchen ist der Wolf meist gemein. Bei «Rotkäppchen» etwa ...
Bild zur Frage
... frisst er die Grossmutter.
... frisst er Rotkäppchen.
... frisst er den Jäger.
... frisst er seinen eigenen Schwanz.
2.Und weisst du auch, zu was der Wolf in «Der Wolf und die sieben Geisslein» griff, um sich Eintritt in das Ziegenhaus zu verschaffen?
Bild zur Frage
Werkzeug
Werkzeug
Öl
Öl
Kohle
Kohle
Kreide
Kreide
Einem Schlüssel
Einem Schlüssel
Seinen Pfoten
Seinen Pfoten
3.Noch eine easy Frage und dann schalten wir einen Gang höher: Die Gründer welcher Stadt soll angeblich eine Wölfin gesäugt haben?
Bild zur Frage
Paris
Stockholm
Warschau
Rom
4.In der nordischen Mythologie werden dem Siegesgott Odin neben zwei Raben auch zwei Wölfe zur Seite gestellt. Wie heissen die Tiere?
Bild zur Frage
Geri und Freki
Gari und Fradi
Heri und Falkon
Gara und Fara
5.Engste Verwandte des Wolfes sind Hund und ...
Bild zur Frage
... Luchs.
... Geiss.
... Hyäne.
... Dingo.
6.Weltweit gibt es weniger als 200'000 Wölfe. In Europa (ausser Russland) liegt der Bestand zwischen 10'000 und 20'000 Individuen. In der Schweiz schätzte man die Zahl Ende 2013 auf wie viele Wölfe?
Bild zur Frage
2
10
20
40
7.Wovon hängt die Grösse eines Rudels vor allem ab?
Bild zur Frage
Von der Anzahl der Welpen, die geboren werden
Vom Beutetierangebot und deren Grösse
Von der Anzahl der Jungen, die auch nach zwei Jahren noch nicht flügge sind
Davon, wie gut der Jäger zielen kann
8.Im Rudel leben Vater und Mutter sowie ihre Welpen und auch die Jungen vom Vorjahr. Während die Eltern an der Spitze der Hierarchie stehen, folgen die Vorjahrestiere an zweiter Stelle. Und die Kleinsten?
epa04248964 Kimo, the 5-week old Hudson Bay wolf pup and his sister Dala play at the enclosure of Wolfcenter in Doerverden, Germany, 05 June 2014. Zoo-keepers are hand-rearing the two young wolves.  EPA/CARMEN JASPERSEN
EPA
An dritter Stelle
An vierter Stelle hinter Onkel und Tanten
Sie sind noch nicht eingeordnet und geniessen Narrenfreiheit
9.Sein Schwanz misst ca. 1/3 der Kopf-Rumpf-Länge. Wie heisst er in der Fachsprache?
Bild zur Frage
Schweif
Rute
Segel
Riemen
10.Wie viele Zehen hat der Wolf?
Bild zur Frage
18
20
22
24
11.Nun ist die Zeit gekommen, dass der Wolf dieses Quiz verlässt. Und zwar in seiner ihm typischen Gangart, dem sogenannten «geschnürten Trab». Wie geht der?
Bild zur Frage
Dabei werden die Hinterpfoten neben den Abdruck der versetzten Vorderpfoten gesetzt.
Dabei werden die Hinterpfoten neben den Abdruck der jeweiligen Vorderpfoten gesetzt.
Dabei werden die Hinterpfoten exakt in den Abdruck der versetzten Vorderpfoten gesetzt.
Dabei werden die Hinterpfoten exakt in den Abdruck der jeweiligen Vorderpfoten gesetzt.

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Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
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    Alle Leser-Kommentare
  • Mr. Winston 07.09.2017 13:53
    Highlight Highlight Ich fordere ja von den Wölfen, dass sie sich, wenn sie sich wieder dazu verführen liessen, ein Schaf zu reissen, selbst anzeigen und bestenfalls auch selbst die Erschiessung durchführen, da dadurch eine Menge finanzieller und administrativer Aufwand erspart bleiben würde.
    • Dantus 07.09.2017 15:58
      Highlight Highlight Ich bin kein Experte auf dem Gebiet. Ich wäre aber nicht überrascht, wenn es langfristiger günstiger wäre Wölfe zu haben, da der Schutz ohne Schutzwälder sehr teuer käme.
    • Mr. Winston 07.09.2017 16:44
      Highlight Highlight Das war eine satirische Bemerkung. Natürlich stimmt das was sie sagen.
  • BossAC 05.09.2017 11:58
    Highlight Highlight Kann mir jemand erklären, was das am Anfang genannte Problem der Jäger mit den Wölfen ist? Im Artikel steht da leider nichts mehr. Die Jäger sehen sich ja immer als regulierend bezüglich Wildbestand. Was ist jetzt daran schlimm, wenn der Wolf hier wieder mitmischt.
    • Matthias Ott 05.09.2017 12:52
      Highlight Highlight "Die Jäger" ist auch sehr verallgemeinernd. Es gibt tatsächlich einige Jäger, bei denen kommt beim Thema Wolf der Futterneid.
      Andere, zu denen zähle ich mich, freuen sich einfach, in einem möglichst intakten Ökosystem jagen zu dürfen. Und da gehört der Wolf dazu.
    • flausch 05.09.2017 13:06
      Highlight Highlight Eigentlich nur das es für den Jäger weniger zu schiessen gibt und das schmerzt ihn scheinbar ziemlich fest.
      Mit anderen worten: Der einzige natürliche Feind des Jägers ist das Raubtier.
  • Tanea 05.09.2017 11:50
    Highlight Highlight Für das ökologische Gleichgewicht braucht es mitunter anderen Predatoren auch den Wolf!

    Play Icon
  • Koberto 05.09.2017 10:45
    Highlight Highlight Ein Hoch auf das ökologische Gleichgewicht. Grossräuber sind in allen Lebensräumen eminent wichtige Player, sei es als Gesundheitspolizei oder eben bei der Populationskontrolle. Dies gilt auch im Wasser mit Hai und Orca.
    Danke für diesen Beitrag, der schön schildert, wie Wölfe nicht nur Schafe reissen, sonder positive Auswirkungen auf Flora, Fauna und schlussendlich auf den Mensch haben.

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