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Können Cremes und Co. uns wirklich schöner machen? bild: pixabay.com

Keine Falten mehr? Bye-bye Orangenhaut? Hair-Repair-Shampoo? 9 Lügen der Kosmetikbranche!

Eva Burri
Eva Burri

Keine Falten mehr, byebye Orangenhaut und Haare wie Rapunzel! Alles ganz einfach, verspricht uns die Werbung hoch und heilig. Und ganz ehrlich, es wäre ja echt schön, wenn es wirklich so einfach wäre ...



Cremli hier, Cremli da! Aber eigentlich wissen wir es ja alle schon – mit der Schönheit ist es doch nicht so simpel. Spieglein Spieglein an der Wand, welches ist die grösste Kosmetiklüge im Land?

Cremes reduzieren Falten

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bild: watson/shutterstock

Es existieren schlichtweg keine Beweise dafür, dass Cremes Falten verschwinden lassen können. Es gibt zwar Inhaltsstoffe, welche die Struktur der Hautzellen verbessern oder sie vor Umweltschäden schützen, jedoch halten auch diese die Hautalterung nicht auf. Eine Untersuchung von Stiftung Warentest zeigte, dass keine der getesteten Anti-Falten Cremes ihre Versprechen halten kann. Interessanterweise hatten hierbei die Anwenderinnen selbst jedoch das Gefühl, dass die Creme wirkt. 

Poren kann man verkleinern

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Werden Poren wirklich kleiner, wenn man sich das richtige Wundermittel aufs Gesicht schmiert? bild: wikimedia

Die Grösse der Poren ist genetisch bedingt. Hierbei sind grosse Poren eigentlich überhaupt nichts Schlechtes – sie dienen als Kanäle der Talgdrüsen für das Hautfett Sebum, welches unsere Haut schützt. Sind die Poren einmal erweitert, können sie sich nicht mehr dauerhaft zusammen ziehen. Ein kurzfristiges Zusammenziehen der Poren kann zwar bewirkt werden, dies trocknet jedoch die Haut aus, was wiederum dazu führt, dass die Haut erneut mehr Sebum produziert. Willkommen im Teufelskreis! Durch eine gründliche, aber milde Reinigung kann jedoch verhindert werden, dass sich abgestorbene Hautzellen in den Poren sammeln und diese grösser erscheinen lassen.

Cremes verhindern Orangenhaut

Cellulite-Cremes wirken leider nicht besser als jede hunznormale Bodylotion. Die oberflächlich Behandlung schafft es nicht, tief unter die Haut in die Fettzellen einzudringen. Studien und Produkttests konnten bis heute nicht eindeutig zeigen, dass Cremes Cellulitis effektiv bekämpfen. Leicht positive Effekte durch deren Verwendung sind dabei auf die angeregtere Durchblutung durch den Massageeffekt zurückzuführen.

«Frei von Duftstoffen»

Frei von Duftstoffen bedeutet, dass kein Stoff im Produkt enthalten ist, der die Funktion des Parfumierens übernimmt. Nichtsdestotrotz können im Produkt jedoch Duftstoffe enthalten sein. Dem ist so, wenn der Duftstoff zum Beispiel als Konservierungsmittel verwendet wird. Für Allergiker ist ein zweiter Blick auf die Inhaltsstoffe also ein Muss.

«Dermatologisch getestet»

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Erweckt Vertrauen, ist in Wirklichkeit jedoch ein nichtssagender Satz ... bild: pixabay.com

Dermatologisch getestet klingt zwar ziemlich schlau und seriös, doch sagt eigentlich ziemlich wenig über das Produkt aus und lässt viele Fragen offen: Wie viele Probanden haben an solch einem Test teilgenommen? Was war das Resultat? Gab es ungewollte Nebeneffekte? Das Selbe gilt auch für die oftmals in der Werbung verwendeten Studien mit vielversprechenden Resultaten. Häufig werden diese pseudowissenschaftlichen Studien mit weniger als fünfzig Teilnehmern durchgeführt, was deren Repräsentativität, sprich Aussagekraft, doch stark mindert.

Lichtschutz in Tagescremen ersetzt die Sonnencreme

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Aus Liebe zur Haut? bild: pixabay.com

Viele Tagescremlis enthalten Lichtschutz, dieser kann jedoch relativ trügerisch sein. Oftmals schützen die Cremes nur vor UVB-Strahlung. Ein Schutz vor der tiefer dringenden UVA-Strahlung ist jedoch gerade auch für die Hautalterung essentiell. Zudem stehen laut Ökotest viele der in Tagescremes verwendeten UV-Filter in Verdacht, den Hormonhaushalt zu beeinflussen. 

Haare kann man reparieren

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Dein Gesicht, wenn du merkst, dass jegliche Rettung verloren ist. bild: giphy.com

Alle Möchtegernrapunzel müssen jetzt stark sein: Wenn du an Haarbruch leidest, wird dein Prinz beim Beklettern deines Turms (oder deines Raucher-Balkons im Blockhaus ...) abstürzen – egal wie viel Hair-Repair-Shampoo du dir auf den Kopf haust. Shampoo kann gesplisstes zwar kurzfristig gut aussehen lassen, dies aber nur weil es das Haar «verklebt». Dieser Effekt ist jedoch nicht permanent und hält wenn es gut geht bis zur nächsten Haarwäsche. Unter dem Film des Produktes ist das Haar nach wie vor kaputt.

Öle glätten die Haut

Produkte, die mit reichhaltigen und hochwertigen Ölen als Inhaltsstoffe angepriesen werden, bestehen oft zu einem grossen Teil aus Silikonöl. Dieses zieht zwar schnell ein und bringt kurzfristig einen glättenden Effekt mit angenehmem Hautgefühl mit sich, langfristig tut es der Haut jedoch keinen Gefallen. Silikone verstopfen die Poren und Schweissdrüsen, wo durch die Haut spröde werden kann. Durch den Film auf der Haut, kann diese nicht mehr wie gewohnt arbeiten. Es empfiehlt sich daher natürliches Öl wie beispielsweise Kokos- oder Arganöl.

Ein pH-Wert von 5,5 garantiert eine sanfte Reinigung

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gif: giphy.com

Ganz falsch ist das grundsätzlich nicht: Da unsere Haut einen pH-Wert von circa 4,1 bis 5,8 hat, empfiehlt sich eine Reinigung mit ähnlichem Wert. Jedoch ist dies keine Garant für deren Sanftheit, denn dafür sind insbesondere die in der Waschlotion enthaltenen Tenside verantwortlich. So können die oftmals darin verwendeten Sulfate eine aggressive Wirkung auf die Haut haben. Grundsatz: Je mehr das Produkt schäumt, desto mehr (reizende) Tenside sind auch enthalten.

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    Alle Leser-Kommentare
  • Wehrli 22.03.2017 09:58
    Highlight Highlight Ach Eva, wir lese dich auch mit Falten. Und Sitzleder.
  • MasterPain 21.03.2017 11:51
    Highlight Highlight Die meisten Werbungen versprechen auch kein gesundes, sondern gesund aussehendes Haar. 😉
  • Benjamin Goodreign 21.03.2017 07:17
    Highlight Highlight Nach endlosen Episoden mit zahllosen Shampoos und Haarwässerchen diverser Hersteller die eines gemein hatten: sie versprachen glänzendes Haar und Schuppenfreiheit, habe ich vor einem halben Jahr diesem teuren, frustrierenden Unterfangen entsagt. Seither wasche ich die Haare zweimal in der Woche mit etwas Roggenschrot und spüle es mit zwei Teelöffel Apfelessig. Die Haarpracht war nie schöner und die Kopfhaut ist entspannter als ich. Die Industrie hat den primären Zweck, Konsumentenrente abzuschöpfen - nicht uns glücklich und gesund zu machen.

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