Studie warnt: Darum sollst du nicht stundenlang auf Social Media scrollen
Menschen, die viel Zeit in den sozialen Medien verbringen, haben häufiger das Gefühl, Dinge zu vergessen. Darauf deutet eine neue Studie spanischer Forscher hin. Besonders betroffen waren Personen, die Social-Media-Plattformen mehr als fünf Stunden täglich nutzten. Nachzulesen sind die Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Frontiers in Psychiatry».
Vergesslichkeit nimmt bei intensiver Nutzung zu
Für die Untersuchung wurden 943 junge Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren befragt. Die Teilnehmer gaben unter anderem an, wie viel Zeit sie täglich auf sozialen Plattformen verbringen und wie häufig ihnen Gedächtnisfehler im Alltag passieren.
Das Ergebnis: Je länger die tägliche Social-Media-Nutzung, desto häufiger berichteten die Befragten von Gedächtnisproblemen. Menschen mit mehr als fünf Stunden täglicher Nutzung schnitten dabei am schlechtesten ab. Wer weniger als eine Stunde pro Tag in sozialen Netzwerken verbrachte, berichtete am seltensten von Gedächtnisproblemen.
Vergessene Termine und verlegte Gegenstände
Die Forscher untersuchten verschiedene Arten von Gedächtnisfehlern. Dazu gehörte das sogenannte prospektive Gedächtnis – also die Fähigkeit, sich an geplante Handlungen zu erinnern, etwa einen Termin wahrzunehmen oder einen Anruf zu erledigen.
Auch das retrospektive Gedächtnis wurde betrachtet. Es beschreibt die Erinnerung an vergangene Ereignisse oder bereits erhaltene Informationen.
Bei beiden Gedächtnisbereichen zeigten sich Zusammenhänge mit einer problematischen Nutzung sozialer Medien. Betroffene berichteten häufiger davon, Termine zu vergessen, Dinge zu verlegen oder Informationen nicht mehr abrufen zu können.
Zusammenhang zwischen Social Media und Gedächtnisproblemen
Die Wissenschaftler vermuten, dass die ständigen Benachrichtigungen, das häufige Wechseln zwischen verschiedenen Inhalten und permanentes Multitasking die Aufmerksamkeit beeinträchtigen könnten. Wer ständig unterbrochen wird, speichert Informationen möglicherweise weniger gründlich ab. Das könnte dazu führen, dass Erinnerungen später schlechter abgerufen werden können.
Die allgemeine Internet-Nutzungsdauer beträgt in der Schweiz durchschnittlich 5,7 Stunden pro Tag, mit dem Höchstwert von 8,4 Stunden täglich bei Personen im Alter von 20 bis 29 Jahren. Insgesamt verbringen Männer mehr Zeit im Netz als Frauen (5,9 Stunden bzw. 5,4 Stunden).
Quelle: Universität Zürich, «World Internet Project Switzerland». Alle Angaben Stand 2025.
Aussagekraft der Studie eingeschränkt
Die Studie beweist allerdings nicht, dass die längere Nutzung sozialer Medien direkt Gedächtnisprobleme verursacht. Erfasst wurden ausschliesslich Selbsteinschätzungen der Teilnehmer, objektive Gedächtnistests fanden nicht statt.
Ausserdem berücksichtigten die Forscher nicht alle Faktoren, die das Gedächtnis beeinflussen können. Dazu zählen etwa Schlafmangel, Stress, Angstzustände oder Depressionen. Ebenso ist denkbar, dass Menschen mit Konzentrations- oder Gedächtnisschwierigkeiten soziale Medien besonders intensiv nutzen.
Die Ergebnisse liefern dennoch einen weiteren Hinweis darauf, dass ein sehr hoher Social-Media-Konsum nicht nur die psychische Gesundheit, sondern möglicherweise auch die geistige Leistungsfähigkeit im Alltag beeinträchtigen kann.

