Wasser meist ausreichend: Nur diese 5 Körperstellen brauchen Seife
Eine Dusche mit warmem Wasser reicht oft aus, um Verunreinigungen zu entfernen. Die Reinigung mit Duschgel, Seife & Co. entzieht der Haut Feuchtigkeit und Fette – was besonders bei empfindlicher Haut Beschwerden wie Trockenheit, Rötung und Juckreiz verursachen kann. Welche Körperstellen wirklich ein Reinigungsprodukt brauchen – und welche pures Wasser bevorzugen.
Weniger ist bei der Hautpflege meist mehr
Die Haut ist das grösste Organ des Menschen und der Schutzmantel des Körpers. Sie schützt unter anderem vor schädlichen Umwelteinflüssen und Krankheitserregern. Um die Hautflora zu stabilisieren und die Abwehrkraft der Haut zu unterstützen, spielt die regelmässige, aber sanfte Reinigung eine wichtige Rolle. Eine übertriebene Hygiene schwächt die Schutzbarriere der Haut. Weniger ist daher mehr.
Oft reicht Wasser zur Reinigung aus
Nicht jede Haut braucht täglich Waschgel und Seife. Wer wenig schwitzt und nicht sichtbar verschmutzt ist, wird auch mit warmem Wasser ausreichend sauber. Die Wassertemperatur sollte lauwarm sein. Heisse Bäder und zu langes Duschen entziehen der Haut unnötig viel Feuchtigkeit und Fett.
Waschlappen für die sanfte Reinigung ohne Schaum
Wer etwas mehr Reinigungsgefühl möchte, kann ergänzend einen weichen Waschlappen nutzen. Dieser entfernt Schweiss, oberflächliche Verschmutzungen und abgestorbene Hautschuppen.
Tipp: bei der Reinigung nur leichten Druck auf die Haut ausüben, um sie nicht unnötig zu reizen.
Nach dem Waschen den Waschlappen kurz ausspülen und so aufhängen, dass er gut trocknen kann. Nach zwei- bis dreimaliger Verwendung sollte der Waschlappen am besten bei 60 Grad in die Waschmaschine, damit er richtig sauber wird und wieder frisch riecht. Ist er nach dem Waschen stark verschmutzt oder besteht eine ansteckende Erkrankung, sollte er direkt in die Wäsche gegeben werden.
Sanfte Waschprodukte nutzen
Nach dem Sport, nach körperlicher Arbeit oder bei starker Verschmutzung darf die Reinigung gründlicher ausfallen. Für die Körperreinigung sind Waschprodukte mit einem pH-Wert von 5,5 empfohlen. Auf Duft-, Farb- und Konservierungsstoffe sollte man besser verzichten. Vor allem empfindliche Haut reagiert leicht mit Rötungen, Juckreiz und Trockenheit. Auch das Allergierisiko ist unter Umständen erhöht.
Nur diese fünf Körperstellen brauchen Seife
Wasser entfernt einen Grossteil der Verunreinigungen. Allerdings brauchen bestimmte Körperstellen regelmässig Schaum, um sauber zu werden:
- Hände
- Füsse
- Achseln
- Die vordere und hintere Schweissrinne am Körper (Brust und Rücken)
- Kopfhaut
Hände regelmässig waschen
Die Hände kommen ständig mit Schmutz und Keimen in Berührung. Sie müssen mehrmals am Tag mit Seife gereinigt werden, um Viren, Bakterien und Verunreinigungen zu entfernen. Das hilft, Krankheiten vorzubeugen, die durch Schmierinfektion übertragen werden. Die Hände sollten unter anderem nach jedem Toilettengang, vor dem Essen, nach dem Einkaufen, nach dem Kontakt mit erkrankten Personen sowie nach dem Kontakt potenziell verunreinigter Oberflächen, etwa Haltegriffen in Bussen und Bahnen, gewaschen werden.
Füsse schwitzen viel
Die Füsse schwitzen reichlich und neigen bei vielen Menschen zu starker Geruchsbildung. Auch sie sollten gründlich mit einem Waschprodukt gereinigt und anschliessend gut abgetrocknet werden – auch zwischen den Zehen. Das entfernt nicht nur den «Käsfuss»-Geruch, sondern trägt auch dazu bei, Fusspilz vorzubeugen.
Unter den Achseln entsteht leicht Schweissgeruch
Die Achseln besitzen reichlich Schweiss- und Geruchsdrüsen. Auch hier ist die Reinigung mit einem milden Waschgel empfohlen, wenn man geschwitzt hat und unangenehm riecht.
Schaum löst Fett von der Kopfhaut
Am Oberkörper, am Rücken sowie auf der Kopfhaut befinden sich ebenfalls reichlich Schweiss- und Talgdrüsen. Fett lässt sich mit Wasser allein nicht abwaschen. Schwitzt oder fettet die Haut verstärkt, braucht es regelmässig ein Reinigungsprodukt.
Im Intimbereich reicht Wasser
Für den Intimbereich reicht Wasser aus. Alle körpereigenen Sekrete lassen sich dort mit Wasser entfernen. Beispielsweise rät der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e. V. (BVF), warmes Wasser für die Reinigung der äusseren Genitalien zu nutzen, um das Scheidenmilieu nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen. Eine übertriebene Intimhygiene schwäche die Abwehrkraft der Schleimhäute, begünstige die Vermehrung ungünstiger Keime, wirke austrocknend und könne sogar den normalen Ausfluss (Weissfluss) verstärken.
Gesichtsreinigung auf den individuellen Hauttyp abstimmen
Das Gesicht braucht ebenfalls eine regelmässige Reinigung. Welche Pflegeroutine im individuellen Fall am besten geeignet ist, ist vom Hauttyp abhängig. Menschen mit trockener und empfindlicher Haut kommen oft mit Wasser zurecht oder nutzen eine sanfte, rückfettende Reinigungsmilch oder ein Reinigungsöl.
Bei unreiner und fettiger Haut braucht es mehr Reinigungswirkung, um Talg und Verhornungen zu lösen. Bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis, Rosazea oder Psoriasis sollten Betroffene die Reinigungs- und Pflegeempfehlungen ihrer dermatologischen Praxis befolgen.

