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SRF-Meteorologe Flury: «Gewitter sind wie Popcorn in der Pfanne»

SRF-Meteorologe Flury: «Gewitter sind wie Popcorn in der Pfanne»

Nach der langen Hitze und Trockenheit warten viele Menschen in der Schweiz sehnsüchtig auf Regen. SRF-Meteorologe Gaudenz Flury erklärt, wieso sich Gewitter nur schwer präzise vorhersagen.
15.08.2026, 08:3115.08.2026, 08:31

Eine Regenwahrscheinlichkeit von 60 oder 70 Prozent bedeute nicht, dass es an einem bestimmten Ort tatsächlich regne, sagte Flury in einem Interview mit der «Schweiz am Wochenende».

SRF-Meteorologe Gaudenz Flury.
SRF-Meteorologe Gaudenz Flury. Bild: srf

Gewitter seien «wie Popcorn in der Pfanne». Zwar liessen sich die Bedingungen für ihre Entstehung erkennen. «Aber Sie wissen nicht genau, welches Korn zu welchem Zeitpunkt hochgeht», sagte Flury in dem am Samstag publizierten Gespräch. Ein entstandenes Gewitter könne zudem die Bedingungen andernorts verändern. Besser abschätzen lasse sich inzwischen hingegen das Gefahrenpotenzial durch starke Böen, kräftigen Regen oder Hagel.

«Gewitter sind wie Popcorn in der Pfanne. Sie haben Öl, Maiskörner und Hitze. Sie wissen: Die Bedingungen stimmen, irgendwann beginnt es zu poppen. Aber Sie wissen nicht genau, welches Korn zu welchem Zeitpunkt hochgeht. Und sobald das erste Korn hochgeht, beeinflusst es die Körner daneben.»

«Bei einer lokalen Prognose in einer App sehen Sie ein Sonnen- und ein Regensymbol und eine Wahrscheinlichkeit von 60 oder 70 Prozent», so Flury. Das bedeute aber nicht, dass es garantiert regnet. Er empfehle deshalb, «nicht nur auf die Grafiken und den Radar zu schauen, sondern zusätzlich unseren Text zu lesen».

Der diesjährige Hitzesommer übertreffe den sogenannten Jahrhundertsommer 2003 laut Flury in den meisten Bereichen. Auf der Alpennordseite habe es praktisch überall neue Rekorde gegeben, in Basel etwa mit 39,7 Grad. Auch bei Hitzetagen, Tropennächten, Trockenheit und Seepegeln liege 2026 vielerorts vor 2003.

«Das Verrückte ist, dass wir nur 23 Jahre nach dem sogenannten Jahrhundertsommer schon wieder darüber diskutieren müssen, ob dieser Sommer noch extremer ist.»
Gaudenz Flury

«Das Verrückte ist, dass wir nur 23 Jahre nach dem sogenannten Jahrhundertsommer schon wieder darüber diskutieren müssen, ob dieser Sommer noch extremer ist», sagte der neue neue SRF-Meteo-Chef weiter. Statistisch könne das zwar vorkommen, aber sei «schon beängstigend».

Mit Blick auf die Erkenntnisse der Klimawissenschaft seien weitere extreme Sommer laut Flury fast sicher. Wahrscheinlich werde es auch Jahre mit noch extremeren geben. Das bedeute aber nicht, dass künftig jeder Sommer derart heiss werde.

Der SRF-Meteorologe sprach zudem über die negativen Reaktionen auf Prognosen: «Wenn alle auf Regen warten, reagieren die Leute empfindlicher, wenn Regen angekündigt ist und bei ihnen keiner fällt. In einem verregneten Sommer ist es genau umgekehrt.» (lak/sda)

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14 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Lebig51
15.08.2026 09:16registriert Juli 2015
SRF Meteo mit Flury schauen ist für mich jedesmal ein Highlight, weil oft gute Visualisierungen zur Erklärung von Wetterphänomenen gezeigt werden und dies immer mit einer Prise Humor!
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