«Würd mi» ist das erste Deutschschweizer Jugendwort des Jahres
«Würd mi» ist das erste Deutschschweizer Jugendwort des Jahres. Erstmals haben Jugendliche auch in der Romandie, im Tessin und in der rätoromanischen Schweiz ihre Favoriten gewählt.
«Würd mi» sei eine Kurzform von «Das würde mich (ja) nerven», teilte die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) am Dienstag mit. Wer zum Beispiel klage, er müsse noch einen Vortrag halten, bekomme die trockene Antwort «Würd mi».
«Würd mi» überzeugte, weil es ein echter Schweizer Ausdruck und im Alltag vielseitig einsetzbar sei, heisst es in der Medienmitteilung. Selbst bei der Schreibweise habe die Jury die Dialekte einbezogen und demokratisch einen Konsens gefunden. Die Motivation und der Enthusiasmus der Jugendlichen zeigten, dass ihnen Sprache wichtig sei.
Englische Wörter auf Platz 2 und 3
Auf Platz zwei folgt «Nöd so deep». Der Ausdruck enthält das englische Wort «deep», das «tief» bedeutet. Gemeint ist bei den Jugendlichen: «Nimm es nicht so ernst» oder «So tiefgründig ist es nicht.»
Platz drei belegt «Peak». Der Begriff beschreibt in der Jugendsprache etwas besonders Gutes oder Gelungenes beschreibt, beispielsweise «das Konzert war peak».
In der Romandie steht «Goumin» (Liebeskummer) an der Spitze, in der italienischsprachigen Schweiz «Aura» (Charisma) und in der rätoromanischen Schweiz «Bursa». Letzteres bedeutet Portemonnaie und wird auch ironisch als Bezeichnung für einen Trottel verwendet.
Die Welt der Jugend
Das Jugendwort des Jahres fängt die Perspektive der Jugendlichen ein, die die Welt anders sehen und über eigene Themen kommunizieren, wie die ZHAW weiter schreibt.
Die Jugendwörter wurden erstmals von Jugendlichen zwischen 13 und 20 Jahren aus der ganzen Schweiz vorgeschlagen und von einer ebenfalls aus Jugendlichen bestehenden Jury gewählt. Studierende und Forschende der ZHAW begleiteten die Wahl wissenschaftlich. (sda)
