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Hitzewellen treten öfter und stärker auf als früher, zeigt Studie

KEYPIX - 20.06.2026, Rheinland-Pfalz, St. Goarshausen: Touristen entspannen sich auf Eier Sandbank im Rhein nahe der Loreley während ein Frachtschiff vorbeifährt. (KEYSTONE/DPA/Thomas Frey)
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit sind die Flusspegel, wie hier am Rhein, rapide gesunken. Bilder, die wir in Zukunft öfter zu sehen bekommen werden, sagen Forschende des Imperial Colleges London. Bild: keystone

«Ja, das ist der Klimawandel. Ja, wir sind schuld»

Eine neue Studie zeigt, dass extreme Hitzewellen wie diejenige, die Europa aktuell erlebt, heute um ein Vielfaches wahrscheinlicher auftreten und heftiger ausfallen als in vergleichbaren Jahren mit extremen Hitzeperioden.
26.06.2026, 14:1226.06.2026, 14:12

Die aktuelle Hitzewelle ist die schwerste, die jemals in West- und Mitteleuropa verzeichnet wurde. Dies schreiben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Imperial College London in einer neuen Studie, die am vergangenen Freitag veröffentlicht wurde.

In der Studie verwendeten die Forschenden von Experten begutachtete Methoden, um das aktuelle Extremwetter mit vergangenen, starken europäischen Hitzewellen aus den Jahren 1976 und 2003 zu vergleichen. Dabei fanden sie heraus, dass die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Hitzewelle mit derartigen Höchsttemperaturen über mindestens drei Tage hinweg auftrete, heute 500 Mal höher sei als noch vor 50 Jahren.

Diese watsons verraten, warum sie die Hitze geil finden.Video: watson/lucas zollinger

Eine vergleichbar starke Hitzewelle im Monat Juni wäre auf die Tagestemperatur bezogen 1976 rund 3,5 Grad kühler ausgefallen als heute. Im Hitzesommer 2003, in dem es weltweit zu rund 70'000 Hitzetoten kam, wären die Tagestemperaturen bei einer vergleichbaren Wetterlage immer noch rund 2 Grad kühler gewesen als heute, so die Forschenden.

«Gesundheitliche Auswirkungen werden extrem hoch sein»

«Dieses Ereignis wäre im Juni ohne den Klimawandel nicht möglich gewesen.», sagt der Hauptautor der Studie, Extremwetterforscher Theodore Keeping, gegenüber dem Politmagazin Politico. So habe sich die Erde 1976 um rund 0.3 Grad gegenüber dem vorindustriellen Niveau erwärmt. 2003 waren es bereits 0,6 Grad. Heute sähen wir uns mit einer Erwärmung von 1,4 Grad konfrontiert, wobei jeder Bruchteil eines Grades das Auftreten solcher Hitzewellen häufiger und intensiver mache, wie der Forscher des Imperial Colleges sagt.

«Die gesundheitlichen Auswirkungen werden extrem hoch sein, durch die globale Erwärmung werden solche hohen Temperaturen in den Sommermonaten in vielen Hauptstädten in Zukunft regelmässig erreicht werden», so Keeping. Die Studie zeigt ausserdem, dass das natürliche Erwärmungsphänomen El Niño keinen Einfluss auf die dieswöchige Hitzewelle in Europa gehabt habe.

«Wissenschaftler wie ich klingen langsam wie eine Schallplatte mit Sprung. Wir geben Jahr für Jahr ähnliche Aussagen ab, um auf immer extremere Hitzewellen zu reagieren», sagt die Klimawissenschaftlerin Friederike Otto des Imperial Colleges gegenüber Politico. Spürbar ernüchtert fügt sie hinzu: «Ja, das ist der Klimawandel. Ja, wir sind schuld. Nein, es ist nicht El Niño. Ja, wir haben die Lösungen. Nein, wir setzen sie nicht schnell genug um.» (jul)

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Diese 31 Bilder zeigen, wie Europa der Hitzewelle trotzt
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Am Sonntag wurde es in Paris 37 Grad.

quelle: keystone / michel euler
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«Hitzewellen wie diese werden sich künftig häufen»
Video: srf
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