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Plastik ist besser als sein Ruf – wo er ökologische Vorteile hat

Politiker haben dem Kunststoff den Kampf angesagt. Doch manchmal sind Verpackungen gut für die Umwelt.

Andrea Söldi / Aargauer Zeitung



ARCHIV -- ZUM TAGESGESCHAEFT DER WINTERSESSION, AM  DIENSTAG, 11. DEZEMBER 2018, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES THEMENBILD ZUR VERFUEGUNG -- Food in plastic trays and plastic cuttlery pictured in Zurich, Switzerland, on May 29, 2018. (KEYSTONE/Christian Beutler)

Überall ist Plastik drum. Bild: KEYSTONE

Plastikmüll ist ein grosses Thema. Die EU will Einweggeschirr, Trinkröhrli und Wattestäbchen aus Kunststoff verbieten. Greenpeace appelliert an die Grossverteiler, ihre Verpackungen zu reduzieren – unterstützt vom Nationalrat, der sich Mitte Dezember entschieden hat, Massnahmen zu ergreifen. Und allerorts schiessen Läden aus dem Boden, in denen Kunden mit den mitgebrachten Vorratsdosen einkaufen. Doch was genau ist der Nutzen all dieser Bemühungen?

«In der öffentlichen Debatte wird die Relevanz des Themas Verpackungen eher überschätzt», sagt Matthias Stucki, Leiter der Forschungsgruppe Ökobilanzierung an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW). Ein Kehrichtsack voller Frischhalteschalen, Joghurtbecher und Kunststofffolien steche halt mehr ins Auge als andere Umweltbelastungen.

So wie auch eine zugemüllte Wiese die Gemüter stärker erregt als unsichtbare Verschmutzungen wie Feinstaub oder Ozon. Doch Lebensmittelverpackungen machen in der gesamten Ökobilanz eines Produkts weniger als fünf Prozent aus. Auch der Transport fällt viel weniger stark ins Gewicht als allgemein angenommen – vorausgesetzt, er erfolgt nicht per Flugzeug. «Was einschenkt, ist vor allem die Herstellung», stellt der Umweltnaturwissenschafter klar.

Plastikmüll im Meer

Denn die Landwirtschaft sei sehr umweltbelastend – je nach Art des Erzeugnisses. Klimagase entstehen besonders durch den Treibstoffverbrauch, den Einsatz von Düngemitteln, die Beheizung von Treibhäusern und die Abholzung von Regenwäldern, die unter anderem für den Futtermittelanbau zur Fleischproduktion betrieben wird. Zudem kommen Pestizide zum Einsatz, die ins Wasser und die Böden gelangen. All diese Faktoren seien deutlich wichtiger für die Umweltbilanz als die Verpackung, sagt Stucki.

Wobei die Bewertung davon abhängt, welche Faktoren man einbezieht und wie man sie gewichtet. Die Ökobilanzmethodik, mit der die ZHAW-Forschungsgruppe arbeitet, berücksichtigt Umweltauswirkungen wie Energie- und Wasserverbrauch, Ausstoss von Klimagasen und Rückstände in Boden, Luft und Gewässern im gesamten Produktzyklus. Littering und Kunststoffverschmutzung der Meere dagegen bilden sich in den Beurteilungen nicht ab. Genau Letzteres war für den EU-Entscheid zum Verbot von Einweggeschirr aber ausschlaggebend.

Auch in Europa landen PET-Flaschen, Plastiksäcke, Zigarettenfilter und Damenbinden zuweilen in der Landschaft und in Gewässern, welche sie in die Meere tragen. Der Grossteil des Plastikmülls im Meer stamme jedoch aus Flüssen in Asien, sagt Matthias Stucki. In Europa würden Verpackungen meist fachgerecht entsorgt. Recycling-Systeme und moderne Kehrichtverwertungsanlagen wie in der Schweiz gibt es aber noch längst nicht überall. Auch in vielen europäischen Ländern wird Abfall immer noch deponiert. «In diesem Fall wären eventuell biologisch abbaubare Verpackungsmaterialien eine Alternative», sagt Stucki.

Keine Konkurrenz zu Nahrungsmitteln

So gut wie sein Ruf ist biologisch abbaubarer Plastik aber längst nicht immer. In Bioläden zum Beispiel stehen für das Gemüse häufig kompostierbare Plastiksäcklein bereit. Doch die Eigenschaften dieser Materialien können meist noch nicht mit jenen von PET, Polyethylen und anderen gängigen Kunststoffen mithalten. Häufig sind sie durchlässiger für Gase, was die Haltbarkeit von Lebensmitteln und Getränken vermindert.

Eine andere Kategorie sind Verpackungen aus erneuerbaren Rohstoffen. Sie werden mit Nähe zur Natur verbunden. Die Migros verkauft zum Beispiel Bio-Mostbröckli in einer Hülle, die teilweise aus nachwachsenden Rohstoffen besteht, und Coop die Bio-Äpfel in einer Schale, die vierzig Prozent Gras enthält. Konzerne wie Coca-Cola arbeiten an Getränkeflaschen, die mindestens zum Teil aus pflanzlichen Rohstoffen hergestellt werden – etwa aus Ethanol, das aus Zuckerrohr gewonnen wird.

Die fünf grössten Plastiksünder am Mittelmeer

Andere Produzenten setzen auf Kunststoffe aus Maisstärke oder Milchsäure. Viele dieser Materialien stehen aber in Konkurrenz mit der Nahrungsmittelproduktion und weisen insgesamt keine bessere Ökobilanz auf als herkömmliche fossile Kunststoffe. Mais zur Herstellung von Plastik anzubauen, sei zum Beispiel ökologisch nicht sinnvoll, sagt Stucki. Vernünftig seien höchstens Kunststoffe aus Abfällen und Nebenprodukten wie Holz oder Stroh.

Papier ist nicht besser

Papier und Karton sind ebenfalls nicht unbedingt umweltfreundlicher als Plastik. Sie werden zwar aus Holz gefertigt, einem nachwachsenden Rohstoff, doch der Produktionsprozess ist energieintensiv. Zudem braucht es mehr Material, um den gleichen Zweck zu erfüllen: Ein Papiersack ist viel schwerer als ein dünner Raschel-Plastiksack. Und sogar die gute alte Stofftasche wird ihrem ökologischen Image nur bedingt gerecht: Der Anbau und die Verarbeitung von Baumwolle benötigt viel Energie, Wasser und oft auch Pestizide. Erst wenn eine Baumwolltasche über 80 Mal gebraucht wird, ist sie ökologischer als ein Sack aus mehrheitlich rezykliertem Kunststoff.

Auf Unverständnis stossen bei den Konsumenten insbesondere die Folien an Bio-Früchten und -Gemüse, die sie von konventionell produzierter Ware unterscheiden soll. Migros und Coop reagieren auf die Kritik mit Programmen, um die Abfallberge zu verkleinern. Sie entwickeln leichtere Plastikschalen, setzen auf rezykliertes PET oder Zellulose-Netze, verzichten teilweise auf Doppelverpackungen und kennzeichnen Bio-Früchte vermehrt durch Aufkleber oder angehängte Schildchen. Doch mancherorts sei Plastik immer noch sinnvoll, halten sie fest. Eine Studie, die Coop zusammen mit der Fachhochschule Nordwestschweiz vor einem Jahr durchgeführt hat, kam zum Ergebnis, dass Wurzel- und Knollengemüse auch ohne Folie gut haltbar ist, während Beeren und Rosenkohl viel schneller verderben würden. Auch unverpackte Gurken werden nach einigen Tagen schrumpelig. Mit einer 1,5 Gramm schweren Folie dagegen bleiben sie gemäss Migros für rund zwei Wochen frisch.

«Wenn Verpackungen helfen, Foodwaste zu vermeiden, sind sie sinnvoll», ist Matthias Stucki ebenfalls der Meinung. Dennoch sieht er bei den Grossverteilern beträchtliches Potenzial: Der Verzicht auf Flugzeug-Transporte sowie eine bessere Vermarktung pflanzlicher Lebensmittel hätten einen weit grösseren Effekt.

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Video: srf/SDA SRF

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38Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dan Ka 03.01.2019 18:38
    Highlight Highlight Gleicher zum Teil übertriebener Anti-Hype wie beim Diesel. Es ist halt meist nicht schwarz/weiss und ein Abwägen der Vor- und Nachteile wäre sinnvoll.
  • salamandre 03.01.2019 18:21
    Highlight Highlight Plastik war ursprünglich PVC und als solches aus Erdöl ergestellt. Es gibt heute bereits die verschiedensten Biopolymere, aber wie mit den anderen Kunstoffen auch, hilft es Wenig wenn das Zeugs nicht recicliert wird.
  • trishi 03.01.2019 16:09
    Highlight Highlight Wieso sollte ich eine Gurke 2 Wochen lang lagern wollen? Oder gibt es tatsächlich Leute, die nur alle 2 Wochen einkaufen gehen? Dann wäre das natürlich nützlich ..
    • Else 03.01.2019 16:38
      Highlight Highlight Die Gurke wird nicht nur bei Ihnen gelagert, sie braucht ein paar Tage vom Feld in Ihre Küche...
  • Normi 03.01.2019 15:47
    Highlight Highlight Wieso nicht auf Bio Kunststoffe umsteigen?
    • Sayo 04.01.2019 10:50
      Highlight Highlight Der Grund dazu ist doch eher simpel, wenn man der Frage nachgeht wieso überhaupt Kunststoffe verwendet werden für die Verpackung. Sie sind günstig, schützen vor Verschmutzung von aussen, ohne dass die Nahrungsmittel dadurch an Qualität verlieren. Dies können sie nur, weil sie sehr schwer abbaubar sind. Bei biologisch abbaubaren Kunststoffen werden genau diese gewünschten Eigenschaften reduziert um sie umweltfreundlicher zu gestalten. Da ökologische Kunststoffe ein Widerspruch in sich sind, wird es sehr schwer sein eine wirklich nutzbare Alternative daraus zu gewinnen.
  • Ludwig van 03.01.2019 14:30
    Highlight Highlight Das meiste Erdöl wird für Autos und Heizung verbrannt. Die Verarbeotung zu Plastik ist deutlich sinnvoller, solange das Plastik nicht im Meer landet. In der Schweiz kann man sich da sicher sein.
  • w'ever 03.01.2019 14:07
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte beachte die Kommentarregeln.
  • Lucas29 03.01.2019 13:02
    Highlight Highlight Ich hab mal gelesen, dass eine Plastiktüte weit umweltfreundlicher ist als eine aus Baumwolle, da man diese rund 10'000 mal benutzen müsste, damit diese die gleiche Ökobilanz hat wie die aus Plastik.
    • Astrogator 03.01.2019 14:21
      Highlight Highlight Im Artikel steht dass man sie 80 mal benutzen muss.
    • Lucas29 03.01.2019 18:25
      Highlight Highlight Ja, aber in einem anderen Artikel stand eben 10'000 mal, evtl. find ich ihn ja noch.
  • Rodolfo 03.01.2019 12:21
    Highlight Highlight In der Schule nach dem 2. Weltkrieg gab es für alle die "Pausen-Milch" mit einem echten Stroh-Halm. Warum nicht wieder zurück zu den natürlichen Strohhalmen?
    • Ludwig van 04.01.2019 19:42
      Highlight Highlight Weil Plastik günstiger und praktischer ist. Und solange man die dinger nicht in die Natur wirft, sind sie auch kaum umweltschädlich.
  • El Vals del Obrero 03.01.2019 12:05
    Highlight Highlight "Littering und Kunststoffverschmutzung der Meere dagegen bilden sich in den Beurteilungen nicht ab."

    Wenn man "Treibhauseffekt nicht abbildet", wären fossille Brennstoffe sicher auch super-ökologisch.

    "Wenn Verpackungen helfen, Foodwaste zu vermeiden, sind sie sinnvoll".

    Foodwaste wird vermieden, wenn man frei wählen kann, wie viel *oder wenig* man will. Sprich wenn es *keine* Verpackung gibt.

    Solange man Biogemüse immer nur in Zwangs-Sets kaufen kann, so dass man nie die richtige Menge hat, ist es ein schwacher Trost, wenn die unnötige Verpackung etwas weniger schädlich ist.
    • Butschina 03.01.2019 12:32
      Highlight Highlight Bei mir gibt es Di und Sa Vormittag einen kleinen Markt. Dort kann ich biogemüse einzeln kaufen. In grösse en Coopfilialen ebenfalls. Bei der Migros der selben Grösse ist die Auswahl leider kleiner.
    • Alex Vause 03.01.2019 13:39
      Highlight Highlight In der Migros gibt es übrigens auch diese Gurken mit Plastik Folie eingepackt. Jedes Mal nerve ich mich darüber.
  • KeineSchlafmützeBeimFahren 03.01.2019 11:46
    Highlight Highlight Ich finde das Fazit der Grossverteiler am Ende genau richtig. Plastik hat viele Nachteile, wie zum Beispiel die Mikrorückstände überall (bspw. im Grundwasser). Doch man darf die Thematik nicht überschätzen. Nach wie vor sind die Verbrennung fossiler Brennstoffe (Kohle- und Gaskraftwerke) und die Haltung von Nutztieren die grössten Umweltverschmutzer, noch vor dem Verkehr! Man bedenke, dass die Biomasse aller Nutztiere weltweit fast dreimal so gross ist wie Menschen und wilde Lebewesen zusammen. Genau da sollte man als Staat, Wirtschaft und Individuum ansetzen, pflanzliche Ernährung fördern.
    • In vino veritas 03.01.2019 12:05
      Highlight Highlight Wenn jeder so argumentieren würde, hätten wir gar keinen Umweltschutz. Schliesslich kann die Schweiz /Europa alleine nicht sehr viel bewirken. Oder China und die USA sind ja eh schlimmer. Es gibt immer etwas "schlimmeres".
    • Francis Begbie 03.01.2019 13:19
      Highlight Highlight Whataboutism!
    • KeineSchlafmützeBeimFahren 03.01.2019 15:37
      Highlight Highlight Die Schweiz hätte keinen Umweltschutz? Was für ein Schwachsinn, sorry! Natürlich ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe kein Thema bei uns. Aber was die Nutztierhaltung in unserem Land verursacht, sollte jedem Umweltschützer zu denken geben.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Francis Begbie 03.01.2019 11:37
    Highlight Highlight Menschen ohne Seele kaufen Dinge ohne Seele, kaufen Plastik. Schöner wie Jan Delay sagts keiner.
    • Sir Eau Tonin 03.01.2019 13:04
      Highlight Highlight Also nur Lebewesen kaufen? Ist irgendwie auch kontrovers. Als Atheist wirds nochmals komplizierter mit diesem Seelen-Zeugs.
  • ralck 03.01.2019 11:16
    Highlight Highlight Danke – jetzt kann ich ohne schlechtes Gewissen wieder Plastik-Seckli brauchen und in den Wald schmeissen…

    So ein Stuss. Vielleicht haben Maisstärke-Verpackung, Jutebeutel usw. nicht eine bessere Ökobilanz. Es ist die gleiche Geschichte wie Elektro vs. Verbrenner. Am Ende geht es nur darum, dass wir uns endlich vom Erdöl trennen müssen und es KEIN zukunftsorientiertes Argument pro Plastik gibt.

    Übrigens könnte man die ganzen Papiere und Papiertüten auch aus Nutzhanf statt Bäumen produzieren…
    • Raphael Conca 03.01.2019 12:24
      Highlight Highlight Ich denke, es ist wichtig zu differenzieren.
      Wenn Alternativen mehrfach oder dauerhaft über eine längere Zeit verwendet werden, dann ist es klar dem Plastik vorzuziehen. Doch in z. B. hygienischen Bereichen, wo Einweg gesetzlich verlangt wird, ist die günstigere Bilanz von Plastik vorteilhaft.
      Deshalb denke ich, es ist besser Erdöl für diesen Zweck zu „sparen“ und mit dem sinnlosen verbrennen so rasch wie möglich aufzuhören.
    • Sayo 04.01.2019 11:22
      Highlight Highlight Obwohl ich Ihre Meinung mit der Reduktion des "sinnlosen Verbrennen" absolut teile, kann ich Sie etwas beruhigen. Der jährliche Anteil der Öle, welches für die Herstellung von Kunststoffen verwendet wird liegt bei etwa 4 %. (Stand 2010, neuere Quellen konnte ich leider nicht finden, entspricht allerdings dem was ich vom Studium her bereits wusste. Quelle: http://www.bpf.co.uk/press/oil_consumption.aspx ). Bei der riesigen Menge an Kunststoffen welche daraus produziert wird, wird die Kunststoffindustrie wahrscheinlich erst nach dem Transportmarkt durch Ölknappheiten betroffen.
  • Statler 03.01.2019 10:51
    Highlight Highlight Ich sehe das Problem beim Plastik weniger in der Ökobilanz, als in der Tatsache, dass das Zeug schlicht nicht verrottet und dann als Mikroplastik letztlich wieder in der Nahrungskette landet. Ganz abgesehen davon, dass Fische und anderes Getier im Meer daran zugrunde gehen. Wenn ein Fisch ein Stück Karton frisst, wird sich das vermutlich im Magen auflösen und keine weiteren Folgen haben - was man bei Plastik einfach nicht behaupten kann. Die Ökobilanz darf also nicht die einzige Grundlage für den Entscheid pro/contra Plastik sein.
    • elbrutalo 03.01.2019 11:14
      Highlight Highlight Dem letzten punkt stimme ich zu.
      Doch ein wichtiger punkt darf man nicht vergessen, dass man den Mikroplastik rausfiltern könnte, dh. es gäbe eine lösung gegen mikroplastik. Bei zu hohen treibhausgas emissionen bin ich mir nicht so sicher ob wir schon eine gute löung dagegen haben.
      Natürlich muss man gegen beides etwas unternehmen und mit der zeit lässt sich plastik vielleicht eicht ja bald ersetzen.
    • Raphael Conca 03.01.2019 12:17
      Highlight Highlight Deshalb sollte Plastik unbedingt recycelt werden. Plastik zu recyceln ist relativ einfach.
      Also kommt es viel mehr auf Regulierungen, die dies unterstützen; und natürlich auf Aufklärung und Informationen.
    • P.Rediger 03.01.2019 13:21
      Highlight Highlight Nicht zu vergessen, die Wirkung von Weichmachern in Kunststoffen. Diese Weichmacher stehen stark im Verdacht die männliche Fruchtbarkeit zu beeinträchtigen. Da sich diese Stoffe mit der Zeit im Wasser lösen, oder mit Teilchen von Mikropastik direkt aufgenommen werden, kann man sich mal vorstellen, was in den Meeren passieren kann, wenn die Auswirkungen tatsächlich so gross sind. So quasi die Pille für den Mann, die wir dann auch noch direkt an die unteren Elemente der Nahrungskette übergeben.
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