Schweiz
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So sehen die Regale aus, wenn man Produkte mit Mikroplastik entfernt

Mikroplastik findet sich in zahlreichen Kosmetikartikeln. Jetzt droht ein Verbot. Doch wie viel Mikroplastik steckt wirklich in Duschgel, Make-Up und Co.? Wir haben uns die Kosmetikregale in Einkaufszentren genauer angeschaut. 



Sie heissen «Acrylates Copolymer», «Polyethylen» oder «Nylon-12» – und sind keine exotischen Pflanzenarten, sondern Bezeichnungen für verschiedene Arten und Bestandteile von Plastik.

Lange Zeit verwendete vor allem die Kosmetikindustrie Mikroplastikkügelchen aus Polyethylen. Denn die Kügelchen sind praktisch. Sie reinigen Haut, Haare und Zähne mechanisch, lösen kaum Allergien aus und sind billig in der Produktion.

Doch als bekannt wurde, dass die Mikrokügelchen durch das Abwasser in die Natur gelangen und nicht nur in Gewässern und Böden, sondern auch in Milch und Honig wieder auftauchen, ging ein Aufschrei durch die Bevölkerung.

Die UNO sagte dem Miniplastik vergangenes Jahr den Kampf an. Bis zum Jahr 2022 sollen Kosmetikprodukte Kunstoffteilchen frei sein, so die Forderung. Einige Länder, darunter Neuseeland, Kanada und England haben sich bereits zu einer restriktiveren Politik verpflichtet. Ab Juni gilt dort ein Mikroplastik-Verbot in Kosmetikartikeln.

Nicht nur international, sondern auch auf europäischer Ebene geht es Polyethylen und Co. an den Kragen. So schreibt die EU-Kommission in einem Strategiepapier zu Plastikabfällen, dass der Prozess für den Gebrauch von absichtlich hinzugefügten Mikroplastik in Produkten eingeschränkt werden soll.

In der Schweiz reichte der grüne Nationalrat Balthasar Glättli im Parlament ganze fünf Vorstösse zum Thema Mikroplastik ein. Auch er plädiert für ein Mikroplastik-Verbot in Kosmetikartikeln. Doch der Bund winkt ab. Zumindest auf nationaler Ebene. Er appelliert an die Eigenverantwortung der Industrie. «Der Bundesrat erachtet es nicht als sinnvoll, Vorschriften für die Verwendung von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten zu erlassen», heisst es in der Stellungnahme.

Die Industrie reagierte zwar bereits auf die Forderungen. Viele Kosmetikfirmen strichen Polyethylen auf der Zutatenliste. Auf den zweiten Blick zeigt sich jedoch: Vom Polyethylen wichen die Kosmetikfirmen auf Acrylates Copolymer aus. Auf ein flüssiges Plastik also, das zwar wasserlöslich ist, dessen konkrete Auswirkungen auf die Umwelt aber bislang kaum erforscht sind.

Sieht man sich die Kosmetikregale in grossen Einkaufszentren an und streicht die Produkte, die Plastik in fester oder flüssiger Form enthalten, zeigt sich ein eindrückliches Bild. Bis zu drei Viertel der Produkte enthalten Kunststoffteilchen.

Bild

Autopneus sind das grosse Problem

Dennoch: Für den Grossteil des Mikroplastiks in den Gewässern und Böden sind nicht die Kosmetikprodukte verantwortlich. «Ein grosser Anteil des Mikroplastiks in der EU, und wahrscheinlich auch in der Schweiz, stammt von Pneu-Abrieb oder verwittertem Plastik von Fahrbahnmarkierungen und Farbanstrichen», weiss Michael Hügi, Experte für Siedlungsabfälle beim Bundesamt für Umwelt (Bafu).

53 Tonnen Mikroplastik sind laut einer Studie der Universität Bern in Schweizer Auenböden zu finden. Im Zürichsee liegen 8 Billionen der mikroskopisch kleinen Teilchen – mit einem Gewicht von 141 Kilogramm. Sogar im Hochgebirge konnten die Forscher Plastik im Boden nachweisen.

53 Tonnen Mikroplastik liegen in Schweizer Auenböden

abspielen

Video: srf

Das klingt nach sehr viel. Ist es aber im internationalen Vergleich nicht, wie Manuel Kunz, zuständig für die Beobachtung der Wasserqualität beim Bundesamt für Umwelt sagt: «Der Mikroplastikanteil in Schweizer Gewässern ist nicht alarmierend – im Vergleich zu den Plastikabfällen in den Ozeanen.» Im Pazifik treibt ein Müllstrudel, der flächenmässig achtunddreissig mal grösser als die Schweiz ist. 30 Prozent davon soll Mikroplastik sein.   

Doch Kunz ergänzt: Natürlich seien die Kunststoffteilchen in den Gewässern nicht erwünscht und verunreinigten diese. «Aber im Vergleich zu Mikroverunreinigungen durch Pestizide oder hormonaktive Stoffe, die einen direkten Einfluss auf Organismen haben und oft giftig sind, beeinträchtigt Mikroplastik die Wasserqualität in geringerem Masse.»

epa05183269 Two fragments of blue microplastic, likely to have originated from discarded fishing gear, are seen surrounded by diatom phytoplankton on an iPad screen connected to a microscope, having been collected in a fine mesh trawl net during a sea surface trawl through by Hong Kong University students of environmental sciences and staff from Plastic Free Seas, in the Lamma Channel, in Hong Kong, China, 27 February 2016. Plastic Free Seas is a Hong Kong environmental charity which is focussed on reducing the amount of plastics used by the public in daily life as well as cleaning up the marine environment of existing plastic trash.  EPA/ALEX HOFFORD

Mikroplastikteilchen sind oft mikroskopisch klein und von Auge kaum zu erkennen.  Bild: EPA/EPA

Folgen unbekannt

Welchen Einfluss die Mini-Plastikteilchen auf den Menschen haben, ist kaum erforscht. Bei Tieren sieht das etwas anders aus, aber auch da sind noch viele Fragen offen. So fressen laut Greenpeace viele Fische und Muscheln den Mikroplastik, weil sie ihn für Plankton halten. Dieser schadet den Verdauungsorganen der Tiere, verursacht Entzündungen oder gar den Tod. Eine Portion Muscheln enthält Untersuchungen zufolge ungefähr 90 Partikel Plastik.

«Im Vergleich zu Mikroverunreinigungen wie Pestiziden oder hormonaktiven Stoffen, die einen direkten Einfluss auf Organismen haben und oft giftig sind, beeinträchtigt Mikroplastik die Wasserqualität in geringerem Masse.»

Manuel Kunz, Bundesamt für Umwelt

Ein weiterer problematischer Aspekt des Mikroplastiks ist dessen Oberfläche: Darauf bilden sich Biofilme, in denen Mikroorganismen wie Bakterien, Kleinstalgen und Pilze leben. Unter den Bakterien können auch Krankheitserreger entstehen, die Cholera, Durchfall oder Entzündungen hervorrufen. Und je mehr dieser Erreger, desto bedenklicher auch für den Menschen.

Wann kommt das Mikroplastik-Verbot in der Schweiz?

Während die Schweiz auf nationaler Ebene nichts von einem Mikroplastik-Verbot wissen will, schlägt sie in einem Positionspapier zuhanden der UNO ganz andere Töne an. Darin schreibt das Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK), dass der «Status-quo ungenügend sei» und schlägt im gleichen Atemzug ein Verbot von Mikroplastik vor. Das verwirrt nicht nur Nationalrat Glättli: «Der Bundesrat gibt sich zwar gegenüber der UNO offen gegenüber einem Verbot von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten. Wenn es aber konkret wird, blockt er ab.»

Josef Tremp, Chef der Sektion Industriechemikalien beim Bafu, sieht in den beiden Aussagen des Bundes keinen Widerspruch. «Wenn die Industrie die angekündigten freiwilligen Massnahmen nicht ergreifen sollte, wäre der Bund bereit, ein Mikroplastik-Verbot einzuführen», so Tremp. Vorerst warte man aber ab, auf welche Massnahmen die EU setze.

«Life in plastic, it's fantastic» …

... trällerte die Band Aqua 1997 in ihrem Song «Barbie Girl». Gut zwanzig Jahre später steckt das Plastik in einer schweren Image-Krise: Weltweit ergreifen Regierungen und Unternehmen im Kampf gegen Kunststoffmüll drastische Massnahmen. watson beleuchtet in einer sechsteiligen Serie, wie es dazu gekommen ist, und beschäftigt sich mit der Frage: Sind die geplanten Verbote wirksam oder doch blosse Symbolpolitik?

Teil 1:
Wie schlimm sind Röhrli und Co. wirklich für die Umwelt?
Teil 2: Plastik ist das neue Rauchen – wie ein Material all seine Freunde verlor
Teil 3: So sehen die Regale aus, wenn man Produkte mit Mikroplastik entfernt
Teil 4: Plastik-Branche verteidigt sich: «Es gibt viel grössere Umweltsünder»
Teil 5: An unserem Plastik werden noch unsere Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel «Freude» haben
Teil 6: So viel Plastik verbrauchen die watsons in einer Woche

Wal stirbt, weil er mehr als 80 Plastiktüten im Magen hat

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Video: srf

Plastikmüll im Meer

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    Alle Leser-Kommentare
  • Simsalabum 07.06.2018 09:10
    Highlight Highlight Genau das ist der Grund, warum ich sämtliche Kosmetik-, Pflege- und auch Reinigungsprodukte selber herstelle. Aber ich arbeite auch nur Teilzeit und nehme mir die Zeit dafür gerne. Ein Grossteil der Bevölkerung will oder kann das nicht. Diese sollten die Möglichkeit haben ohne langes recherchieren vernünftige Produkte ohne Mikroplastik, Palmöl, Alergene und co. kaufen zu können. Erschreckend auch wie übertrieben viele Produkte verpackt sind (auch Bio- und Naturprodukte).
  • Merida 07.06.2018 06:44
    Highlight Highlight Wie würde ein Regal mit Naturkosmetik aussehen? 🤔
  • Donald 06.06.2018 22:25
    Highlight Highlight Wenn man jetzt noch alles mit Palmöl streicht...
  • Katzenseekatze 06.06.2018 22:23
    Highlight Highlight Irgendwo anfangen ist besser als lange lamentieren!
  • JackMac 06.06.2018 18:46
    Highlight Highlight Pneuabrieb als Mikroplastik zu bezeichnen ist eigentlich nicht richtig.
    Der Reifen besteht vorwiegend aus synthetischem Kautschuk und Silikaten.
    Ob dies gesünder ist, mag ich zu bezweifeln.
    Niemandem kommt es in den Sinn, die Verwendung von Reifen und Autos zu verbieten.

    Mikrokugeln in Kosmetika, Zahnpasten etc. gehören sofort verboten. Warum bis 2022 warten?
  • Nibu 06.06.2018 17:25
    Highlight Highlight Einfach verbieten und Pasta.
    Wo liegt das Problem. Es geht bewiesenermassen ohne.

    Hab vor ein paar Tagen geträumt, Plastiktaler zu essen. Blaue und rote.
    Ich sag euch, ich bin auch sonst alptraumgeplagt, aber viel mehr ekelgefühl hatte ich selten zuvor.
    • JackMac 06.06.2018 22:54
      Highlight Highlight Ich mag auch gerne Pasta 😂
  • Nietram 06.06.2018 16:23
    Highlight Highlight Hier wird Mikro- und Nanoplastik verwechselt.
  • Wilhelm Dingo 06.06.2018 14:09
    Highlight Highlight Guter Bericht der das Thema von vielen Seiten beleuchtet und die ganze Misere zeigt.
  • Nelson Muntz 06.06.2018 13:53
    Highlight Highlight Und wieso verbietet man das nicht? Wär am einfachsten. Scheinbar funktioniert in Sachen Umweltschutz die Eigenverantwortung nicht.
  • Bert der Geologe 06.06.2018 13:51
    Highlight Highlight So nebenbei gesagt, für wen braucht es soviele verschiedene Duschmittel? Ich bin immer überfordert beim Regal und nehm dann das, bei dem es 3 für den Preis von zwei gibt. 3 verschiedene Sorten ohne Plastik würden mir jedenfalls längst ausreichen.
    • mrgoku 06.06.2018 17:20
      Highlight Highlight es gibt auch tausende verschiedene Autos, Millionen verschiedene schuhe... etc... etc...
    • Frausowieso 06.06.2018 19:07
      Highlight Highlight Es gibt verschiedene Bedürfnisse und Geschmäcker. Manche mögen es parfümiert, manche ölig, manche haben lieber Gel, andere brauchen ein Duschgel ohne Allergene. Ich verwende z.B nur Naturkosmetik. Ein Duschgel der grossen Marken würde mir niemals ins Haus kommen. Ein anderer würde allerdings nie so viel für ein Duschgel ausgeben und nimmt das Budgetprodukt.
    • Bert der Geologe 07.06.2018 09:46
      Highlight Highlight Probleme habt ihr... Ich nehme das Budgetprodukt. Ist eh praktisch überall dasselbe drin. Mit den völlig überteuerten Produkten bezahlt ihr Gecken die Werbung und die Tierversuche, damit dann wieder mal eine neue völlig Aromarichtung beigemischt wird. Aber Hautpsache ihr fühlt euch unwiderstehlich dank dem neuen Duft.
  • aglio e olio 06.06.2018 13:44
    Highlight Highlight "«Der Bundesrat gibt sich zwar gegenüber der UNO offen gegenüber einem Verbot von Mikroplastik in Körperpflegeprodukten. Wenn es aber konkret wird, blockt er ab.»"

    Bloss nicht anecken. Nachher fühlt sich ein potenzieller Arbeitgeber auf den Schlips getreten.
  • saukaibli 06.06.2018 13:25
    Highlight Highlight "Er appelliert an die Eigenverantwortung der Industrie." Hahaha, der Witz des Jahres. Eigenverantwortung der Industrie, wann hat die Industrie jemals Eigenverantwortung getragen? NIEMALS. Sagt doch einfach: "Wenn wir das Verbot einführen, bekommen wir von den Lobbyisten der Industrie keine hübschen Geschenke mehr und vielleicht keinen lukrativen Beraterjob nach unserer politischen Karriere." Das wäre wenigstens ehrlich.
  • Alterssturheit 06.06.2018 13:24
    Highlight Highlight Wenn ich das Regal so anschaue...also mir würde nichts fehlen, die Auswahl ist auch so immer noch gross genug.
  • Töfflifahrer 06.06.2018 12:57
    Highlight Highlight Industrie bzw. Wirtschaft und freiwillg? Echt jetzt?
  • Ulrich Eicken 06.06.2018 12:20
    Highlight Highlight 3. sind die Umweltauswirkungen der synthetischen Polymere in Kosmetika inzwischen ziemlich gut erforscht.
    Daher ist auch das Regalbild mit den Duschprodukten falsch und damit irreführend.
    Vom Qualitätsmedium Watson hätte ich mir mehr Facts und weniger Unsinn erwartet. Denn wir helfen der Umwelt nur, wenn wir die tatsächlichen Probleme angehen und nicht statt dessen unfundierten Gerüchten hinterherjagen.
    • aglio e olio 06.06.2018 13:27
      Highlight Highlight Haste mal Infos zu 3.? Interessiert mich näher. Danke im Voraus.
    • Ulrich Eicken 06.06.2018 14:18
      Highlight Highlight inzwischen haben die Hersteller dieser synthetischen Polymere die biologische Abbaubarkeit sowie den Verbleib in der Kläranlage erforscht. Ergebnis: sie sind zwar nicht "gut abbaubar" (= zu über 80% in 28 Tagen), aber es findet jeweils ein messbarer Abbau statt (im Unterschied zu den Mikroplastik-Partikeln). In der Kläranlage werden sie mit dem Klärschlamm aus dem Wasser entfernt.
      Dies führt dazu, dass die synthetischen Polymere sich nicht wie Mikroplastik in der Umwelt anreichern.
    • MacB 06.06.2018 15:44
      Highlight Highlight Der, der hier die ergänzenden Infos zu 3. geblitzt hat, soll mal erklären warum.
  • Ulrich Eicken 06.06.2018 12:18
    Highlight Highlight Der Artikel beschreibt die Mikroplastik-Thematik sehr gut - leider mit einer wichtigen Ausnahme.
    Sätze wie "vom Polyethylen wichen die Kosmetikfirmen auf Acrylates Copolymer aus - ein flüssiger Plastik, der zwar wasserlöslich ist, dessen konkrete Auswirkungen auf die Umwelt aber bislang kaum erforscht sind" sind gleich auf mehreren Ebenen falsch:
    1. wurde Polyethylene (ein Peeling) nicht durch (Acrylates Copolymer (ein Verdicker) ersetzt, sndern durch mineralische oder pflanzliche Peelings, wie Bimsstein oder Bambusmehl.
    2. ist Acrylates Copolymer u.ä. kein Plasti, es bildet keine Partikel.
  • Evan 06.06.2018 12:15
    Highlight Highlight Wir Menschen haben im Thema Umweltschutz noch eine Menge nachzuholen.
  • El Vals del Obrero 06.06.2018 12:15
    Highlight Highlight Whatabouthismus in Reinform.

    Hilfreich wäre noch eine Auflistung von Zahnpasten ohne Mikroplastik (abseits von Antroprosophen-Esoterik-Zahnpasten, die auch kein Fluorid etc. enthalten).

    Auf Duschgel mit Plastikkügeli kann man ja bestens verzichten und bei Kosmetika kann ich nicht mitreden. Aber auf Zahnpasta kann man ja kaum verzichten.
    • Ulrich Eicken 06.06.2018 13:38
      Highlight Highlight das geht relativ einfach: auf allen Zahnpasten steht hinten eine Liste der Inhaltsstoffe drauf. Wenn dort kein Polyethylene und/oder Nylon und/oder Polypropylen dabei steht, enthält die Zahnpaste kein Mikroplastik.
      Das sind im übrigen die meisten.
  • Pidemitspinat 06.06.2018 12:09
    Highlight Highlight Der Bundesrat setzt also auf die Eigenverantwortung der Industrie. Zum Glück, denn diese Eigenverantwortung der Industrie hat uns bisher genau das richtige Mass an Komfort und Wohlstand beschert, die Gewinne fair verteilt und dabei die Umwelt mehr als intakt gehalten. Wo kämen wir denn hin, wenn sich plötzlich die Politik einmischen würde, oder, noch schlimmer, der Bürger selbst. Die Besitzer der Produktionsmittel handeln doch immer uneigennützig und zum Wohle der Natur, das weiss jeder. Danke Bundesrat, für deine Zurückhaltung!
    • uicked 06.06.2018 13:11
      Highlight Highlight Man sollte vielleicht auch Mehr machen, als zynische Kommentare, auf einer Gratis-Webzeitung, zu verbreiten. Bei Bla-Bla im Internet sind wir alle super Umweltschützer.
    • Fabian Studer 06.06.2018 13:18
      Highlight Highlight Stimmt doch nicht, der Bürger bzw Konsument kann sich gar nicht einmischen. Er wird zum Kauf eines zufälligen Produkt gezwungen. Mir spielte der Zufall in die Hände, darum habe ich Duschmittel ohne Plastik.
    • Silverstone 06.06.2018 13:22
      Highlight Highlight Achtung, kann Spuren von Ironie enthalten...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Fe2 06.06.2018 12:03
    Highlight Highlight Auf dem Vorher - Nachher Bild sind auch Nivea Produkte angestrichen.
    Ich persönlich dachte das Nivea im 2015 beschlossen hat kein Mikroplastik mehr zu verwenden
    • aglio e olio 06.06.2018 13:29
      Highlight Highlight 2015 beschlossen, aber ab wann...?
      ;)
  • Snowy 06.06.2018 11:57
    Highlight Highlight "(...) der Bund appelliert an die Eigenverantwortung der Industrie."

    Was für Scherzkekse schreiben eigentlich solche Medienmitteilungen?

    Die Industrie führt NIE Massnahmen zum Umweltschutz von sich aus ein, ausser:

    a) Umweltschutzmassnahmen kosten nur sehr wenig mehr und fordern keine neuen Prozesse und man kann mittels PR/Werbung das Produkt besser verkaufen

    b) der Absatz eines Produkts geht aufgrund PR / schlechter Presse (Shitsorm) zurück. Passiert leider fast nie (Ausnahme Shell, Kit Kat z.T Nutella; wobei alle genannten auch nur kurzfristig einen Gewinneinbruch zu verzeichnen hatten)
    • MacB 06.06.2018 13:35
      Highlight Highlight Du hast per se ja recht aber ich muss dir (ich glaube zum ersten mal auf watson) trotzdem widersprechen.

      Es ist nicht Sache des Bundes, jedem Pups nachzulaufen, der einem sich positionierenden Parlamentarier einfällt. Mikroplastik in Kosmetikprodukten sind nicht das Problem.

      Der Bund soll die Themen gesamtheitlicher angehen, da soll dies gern ein Teilbereich sein. Aber der Bund muss Gesamtkonzepte im Umgang mit Plastik bringen udn nicht über Duschgels den Kopf zerbrechen.

      Darum verstehe ich die Argurmentation, auch wenn sie tatsächlich unglücklich formuliert ist ;)
    • Snowy 06.06.2018 14:10
      Highlight Highlight Korrekt.
      Dann sollte der BR aber auch auf einen konkreten Gegenvorschlag oder eine sich im Entstehen befindliche Verordnung verweisen, welche den Misstand ganzheitlich behebt... und nicht auf die "Eigenverantwortung der Industrie" hoffen...

      Daher nein: Die Argumentation des BR ist nicht korrekt.

      Widerspruch nicht stattgegeben...;-)
    • MacB 06.06.2018 14:32
      Highlight Highlight Ja, der Bund sollte in diesem Thema endlich vorwärts machen, doch da erkenne ich tatsächlich auch etwas wenig Initiative. Man nehme nur das Beispiel Glyphoshat.

      Die Industrie richtet sich konsequent an Konsumenten aus, da steigt der Druck auch. Mikroplastik in Duschgels wird sowieso verschwinden. Doch damit ist es ja eben nicht getan.

      Ich würde mir wünschen, bürgerliche Politiker würden da nicht immer die Industrie vorschieben und in diesen Themen den Linken etwas den Rang ablaufen. Es ist nämlich durchaus auch im Sinne des typisch bürgerlichen Wählers, die Natur zu erhalten.
  • Posersalami 06.06.2018 11:57
    Highlight Highlight «Ein grosser Anteil des Mikroplastiks in der EU, und wahrscheinlich auch in der Schweiz, stammt von Pneu-Abrieb oder verwittertem Plastik von Fahrbahnmarkierungen und Farbanstrichen»

    Ein weiterer Grund, Autofahren endlich mal einzuschränken! Es kann nicht sein, dass hier auf Kosten der Allgemeinheit die Natur nachhaltig zerstört wird. Ansonsten sollen die Autofahrer für die Reinigung der Natur von ihrem Abrieb aufkommen. Damit könnte ich auch leben, kostet ein neuer Pneu halt 100 000.-. Das Externalisieren von Kosten muss endlich aufhören!
    • aglio e olio 06.06.2018 13:34
      Highlight Highlight Meine Velopneus sowie die der Busse die ich nutze und auch meine Schuhsohlen erzeugen den Müll auch. Und nun? Aber ein bisschen gebe ich dir recht. Es ist viel zu voll auf den Strassen. ;)
    • Tomtom64 06.06.2018 14:06
      Highlight Highlight Meine MTB-Pneus (Schwalbe) bauen sehr viel rascher ab als die meines Autos. Ummontieren geht leider nicht.
  • g3ronimo 06.06.2018 11:51
    Highlight Highlight Da disqualifizieren sich unsere Politiker wieder einmal selber. Ähnlich wie beim Verbot vom Pelzimport... Aber wen wundert es bei einem bürgerlich-rechts dominiertem Parlament?
  • Scaros_2 06.06.2018 11:48
    Highlight Highlight Hören wir doch mit dem Gutmenschen tun auf.

    WIR ALLE wissen das es schädlich ist aber WIR ALLE wollen keine Verantwortung dafür übernehmen weil das bedeutet, dass man hinstehen muss und den Shitstorm für die Entscheidung über sich ergehen lassen muss.

    Auch sind wir in der Masse einfach nur Faul. Wir wollen gar nicht verändern weil dies bedeutet das man was tun müsste und das tun wir bekanntlich erst wenn eszu spät ist. Ist leider so. So ist der Grossteil der Menschen weswegen ich selbst auch einfach resigniere.

    PS: ich sehe mich auch nicht in der Pflicht dies zu tun. Dafür gehe ich wählen
    • sheshe 06.06.2018 12:29
      Highlight Highlight Das ist eine sehr bedenkliche Aussage...
    • derlange 06.06.2018 12:38
      Highlight Highlight Es betrifft uns alle, daher lieber denn Ball flach halten.
      Jetzt mit dem Finger auf die Industrie und Politik zeigen - ganz grosses Kino...
      Schaut mal in euren persönlichen Gehenständen, wo Plastik allgegenwärtig ist!
      Bei sich selbst Anfangen!
    • Fruchtzwerg 06.06.2018 13:43
      Highlight Highlight Ganz ehrlich: Wie soll ich als durchschnittlicher Konsument, der vor dem Duschgel-Regal im Supermarkt steht wissen, in welchem Produkt Mikroplastik ist und in welchem nicht? Da sind in der Regel dutzende Stoffe drin, und aufgeführt ist lediglich die chem. Bezeichnung. Ich kenne z.B. lediglich die Bezeichnung "Polyethylen", das war's aber auch schon... Da steht sicher nirgends "Miktroplastik" drauf und die Menge schon gar nicht.
      Wenn du nicht Chemiker bist oder in der Kosmetikindustrie arbeitest hast du keine Chance...
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