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Kann Assange die Botschaft verlassen? Antworten auf die wichtigsten Fragen

epa05973684 (FILE) - Wikileaks founder Julian Assange gives a thumbs up prior to delivering a statement on the balcony inside the Ecuador Embassy where he has sought political asylum in London, Britai ...
Julian Assange sitzt seit fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London fest. Bild: KERIM OKTEN/EPA/KEYSTONE

Ist Assange jetzt ein freier Mann? Diese 5 Dinge musst du nach dem Schweden-Urteil wissen 

Keine Vergewaltigung: Die schwedische Justiz hat die Ermittlungen gegen den Wikileaks-Gründer nach sieben Jahren eingestellt. Doch Assange sollte sich nicht zu früh freuen ...
19.05.2017, 13:3619.05.2017, 22:46

Warum stellen die Schweden die Ermittlungen ein? 

Nach langem Tauziehen um eine Befragung zu den Vergewaltigungs-Vorwürfen aus dem Jahr 2010 war Assange im November in der Botschaft Ecuadors in London verhört worden, wo er seit fünf Jahren festsitzt. «Diese Befragungen haben zu weiteren Ermittlungsmassnahmen geführt», so die Staatsanwaltschaft. Es sei jetzt nicht möglich, weitere Schritte zu unternehmen, um die Ermittlungen voranzubringen.  Die schwedischen Untersuchungsbehörden schliessen aber nicht aus, die Ermittlungen später wieder aufzunehmen. «Sollte Julian Assange nach Schweden zurückkehren, bevor das Verbrechen im August 2020 verjährt, könnten die Ermittlungen wieder eröffnet werden», sagte die Anklägerin in Stockholm.

Kann Assange jetzt die Botschaft verlassen? 

Seit fünf Jahren hat Assange keinen Schritt vor das Botschafts-Exil gesetzt, um sich einer Verhaftung zu entziehen. Obschon die schwedische Justiz die Vergewaltigungs-Anklage fallengelassen hat, ist Assange nun kein freier Mann. Wie der Independent schreibt, würde der Wikileaks-Gründer trotzdem verhaftet, wenn er aus der Botschaft spaziert. Denn gegen Assange liegt ein weiterer Haftbefehl vor, weil er sich 2012 einem Gerichtstermin durch Flucht in die Botschaft entzogen hatte, während er gegen Kaution frei war.

Wie reagiert Assange? 

«Ich wurde sieben Jahre ohne Anklage inhaftiert, während meine Kinder gross geworden sind und mein Name verleumdet wurde. Ich vergesse und vergebe nicht», schrieb Assange in einer ersten Reaktion auf Twitter. 

Zuvor hatte sein schwedischer Anwalt die Einstellung des Verfahrens als Sieg gefeiert. «Wir haben den Fall gewonnen», sagte der Jurist dem schwedischen Radio. «Das ist ein totaler Sieg für Julian Assange. Er ist natürlich froh und erleichtert.» Die Anwälte des Australiers hatten immer wieder eine Aufhebung des Haftbefehls beantragt. Assange hatte die Vergewaltigung stets bestritten.

Grund zum Strahlen: Dieses Bild twitterte Assange am Freitagmorgen. 
Grund zum Strahlen: Dieses Bild twitterte Assange am Freitagmorgen. twitter
«Das ist ein totaler Sieg für Assange, er ist froh und erleichtert»
Anwalt des Wikileaks-Gründers

Was machen jetzt die USA?

Julian Assange ging es bei seiner Flucht in die ecuadorianische Botschaft nie wirklich um das Verfahren in Schweden. Er fürchtete eine Auslieferung an die USA, wo ihm die Todesstrafe drohe. Allerdings haben die Amerikaner bislang noch gar keine Anklage gegen ihn erhoben. Das könnte sich bald ändern. US-Justizminister Jeff Sessions hat im April die Festnahme von Assange sowie den Kampf gegen die Veröffentlichung von Staatsgeheimnissen zu «einer Priorität» der Trump-Regierung erklärt. 

Begnadigt Trump «Wahlhelfer» Assange? 

Staatsanwälte sollen laut Medienberichten eine Anklage gegen Assange und andere Wikileaks-Mitarbeiter wegen Verschwörung, Diebstahl von Regierungseigentum und Verstössen gegen das Spionagegesetz vorbereiten. Seine «Wahlhilfe» für Donald Trump durch die Veröffentlichung der Clinton-Mails auf Wikileaks scheint sich für Julian Assange also nicht auszuzahlen. Im Januar hatte er angekündigt, er könnte sich im Fall einer Begnadigung von Whistleblowerin Chelsea Manning an die USA ausliefern lassen. Seit dieser Woche ist Manning frei, doch Assange liess seinen Worten keine Taten folgen. Wie es nun weitergeht, hängt wohl auch von der britischen Regierung ab.

Whistleblower

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Whistleblower
Datendiebe oder Bekämpfer der Korruption – Whistleblower haben einen zwiespältigen Ruf: Sie weisen auf Missstände in Organisationen hin und verraten illegale Aktionen von Unternehmern – nicht aber ohne dabei auch selber die Grenzen der Legalität zu überschreiten. Jüngstes Beispiel: Hervé Falciani, Ex-HSBC-Banker.
quelle: x00303 / philippe wojazer
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