Granit Xhaka: «Wir kennen Muri: Manchmal provoziert er einen Spieler, um …»
«Sauer» sei er nicht gewesen, betont Granit Xhaka an der Pressekonferenz vor der Partie gegen Katar. Anlass für die Nachfrage war sein TV-Interview eine Woche zuvor. Nach dem 1:1 im Testspiel gegen Australien hatte der Captain die Leistung der Mannschaft kritisiert und vor einem frühen WM-Aus gewarnt, falls sich die Einstellung nicht verbessere.
«Ich war nicht zufrieden – weder mit mir selbst noch mit dem Resultat», erklärt der 33-Jährige. «Und dann spreche ich solche Dinge auch an.» Seine Kritik habe sich nie gegen einzelne Akteure gerichtet, sondern gegen das Auftreten der Mannschaft als Ganzes. Genau darin liege der Schlüssel zum Erfolg. «Wir haben keine grossen Namen, keinen Star. Unsere Mannschaft muss als eine Einheit funktionieren.»
Rekordmarke im Visier
Für Xhaka wird die Begegnung mit Katar auch persönlich zu einem besonderen Moment: Er wird der erste Schweizer mit 13 WM-Einsätzen. Diesen Wert könnte auch Ricardo Rodriguez erreichen, wobei ein Einsatz des Linksverteidigers nach den jüngsten Testspielen nicht ganz so sicher erscheint wie jener von Xhaka. «Diese Zahl macht mich extrem stolz», sagt der Rekordnationalspieler, der vor seinem insgesamt 147. Länderspiel steht.
Ob er die Bestmarke gemeinsam mit seinem langjährigen Freund Rodriguez teilen werde, liege nicht in seiner Hand. «Aber wir kennen Muri: Manchmal provoziert er einen Spieler ein wenig, um noch mehr aus ihm herauszuholen», sagt Xhaka mit Blick darauf, dass Rodriguez in den vier Testspielen dieses Jahres nicht mehr unumstrittener Stammspieler war.
Yakin will nicht taktieren
Trainer Murat Yakin hielt sich wie gewohnt bedeckt und verriet weder Aufstellung noch System. «Die Mannschaft weiss, in welcher Grundordnung wir spielen wollen», sagt er. «Dabei kann ich auf erfahrene Spieler zählen, die taktische Anpassungen während der Partie flexibel umsetzen können.»
Obwohl Katar als vermeintlich schwächster Gegner der Gruppe gilt, will Yakin keine Experimente eingehen. «Wir wissen, wie wichtig ein Sieg zum Auftakt eines solchen Turniers ist.»
Die Begegnung findet im San-Francisco-Bay-Area-Stadion statt, in dem im Februar noch der Super Bowl ausgetragen wurde. Anpfiff ist um 12.00 Uhr Ortszeit (21.00 Uhr Schweizer Zeit). Beide Teams müssen sich auf anspruchsvolle Bedingungen einstellen: Die Temperaturen dürften auf über 30 Grad steigen. (nih/sda)
