Review
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

«Rage 2» ist für Actionfreunde ein wahres Fest. bild: zvg

Review

«Rage 2» bietet knackige Shooter-Action – hat aber gleich mehrere Probleme

Die Ego-Action-Spezialisten von id Software haben mit den Open-World-Kennern der Avalanche Studios zusammengearbeitet, um ein besonders intensives und umfangreiches Spielchen zu kreieren. Bis man sich richtig austoben kann, braucht es aber Geduld.



Und schon wieder darf man sich in einer postapokalyptischen Welt austoben. Die offene Spielwelt von «Rage 2» muss sich aber Kritik gefallen lassen, während der Actionpart durchaus überzeugt, sofern man sich auf das Spiel einlässt und sich geduldig hochlevelt. Aber der Reihe nach…

General im Roboterkostüm

Vor vielen, vielen Jahren hat einst ein Asteroid fast die gesamte Menschheit auf der Erde ausgelöscht. Nach der Apokalypse zogen blutgierige Banden herum und es herrschte schlicht die nackte Anarchie auf der Erdoberfläche. In der Vergangenheit sorgte die sogenannte Obrigkeit für zusätzliches Leid, wurde jedoch wieder zurück unter die Erde getrieben. Doch jetzt sind die Bösen wieder da und wollen den Rest der Menschheit unterjochen. Noch stärker und mit einer Mutanten-Armee ausgerüstet, steht eine grosse Säuberung bevor.

Bild

Die Bösewichte verfügen über die neuste Technik und ausgeklügelte Waffen. bild: zvg

Angeführt wird die wilde Horde von General Cross. Dieser Oberschurke ist mehr Maschine als Mensch. Der Typ wurde mit einer neumodischen Technik richtig schön aufgemotzt und stampft mit einem Roboterkostüm durch die Welt und dürstet nach der absoluten Macht.

Bild

Die Bürgermeisterin kann auch sehr gut mit den Waffen umgehen. bild: zvg

Als letzter weiblicher oder männlicher Ranger des Ödlands muss diese neu erstarkte Obrigkeit natürlich gestürzt werden. Dazu braucht es einen Masterplan und die Mithilfe von drei illustren Weggefährten. Diese drei Mitstreiter (ein alter Krieger, ein noch älterer Wissenschaftler und eine Bürgermeisterin) muss man zunächst aufsuchen und diverse Missionen für sie erledigen, bis man sich schliesslich vereinen kann, um dem bösen General eins auf den Deckel zu hauen.

Bild

Auch wenn alles bunt erscheint, die Welt ist düster und rau. bild: zvg

Kleider machen Leute

Bevor es zum Showdown kommt, muss man seinen eigenen Charakter ordentlich aufleveln und ganz viele Waffen und Fähigkeiten sammeln. Im Fokus liegt dabei ein Hightech-Anzug, mit dem man im Verlauf des Spiels ganz viel anstellen kann, sofern man ihn verbessert.

Dazu muss man die über das Ödland verteilten Archen aufsuchen. Das sind alte Technik-Stätten, die einst den Menschen Schutz boten und auch als Hort der Wissenschaft dienten. Dort kann man jeweils eine neue Anzugsfähigkeit freischalten und auch mal die eine oder andere Waffe vorfinden. Wer also höher springen, die Gegner mit Wucht an die Wand drücken oder den schnellen Raketen ausweichen möchte, muss seinen Anzug technisch aufpolieren lassen.

Bild

Mit dem Wingstick trifft man jeden Gegner. bild: zvg

Natürlich darf man auch seine einzelnen Fähigkeiten, die Waffen und allerlei Schnickschnack wie den Wingstick (ein dreiarmiger Bumerang) verbessern. Generell kann man so gut wie fast alles aufmotzen. Dazu benötigt es Punkte, Utensilien und sonstiger Sammelkram, die man brav verdienen oder sammeln muss und auch mal bei einem Händler wieder verkaufen darf.

Bild

Mit diesem Gegner ist überhaupt nicht zu spassen. bild: zvg

Fahren und fliegen

Um sich im Ödland fortzubewegen, gibt es natürlich auch fahrbare Untersätze. Zu Beginn des Spiels bekommt man gleich ein eigenes Kraftfahrzeug, das man auch jederzeit, wenn man zu Fuss unterwegs ist, anfordern kann. In der Spielwelt trifft man aber auch auf viele andere Vehikel, die man einfach klauen kann. Natürlich sind diese mehr oder weniger bewaffnet und haben eine Boost-Funktion, um noch schneller Staub in der Wüste aufzuwirbeln. Im späteren Spielverlauf darf man auch in die Lüfte steigen, um grössere Distanzen zurück zu legen. Der Gyrokopter macht's möglich.

Bild

Auf den einsamen Strassen ist es nicht immer ruhig. bild: zvg

Intensive Action

Die Story tritt im Spielverlauf mehr und mehr in den Hintergrund. Auch wenn der Held, die Heldin eine bestimmte persönliche Motivation mit auf den Weg bekommt, der narrative Faden wird dabei immer dünner.

«Die langweiligen Zwischensequenzen, die eindimensionalen Figuren und die tiefenlose Geschichte sorgen dafür, dass man sich nach ein paar Stunden nur noch der Action widmet. Und die wurde fantastisch inszeniert.»

Bild

Die Action kommt in diesem Spiel überhaupt nicht zu kurz. bild: zvg

Doch bis man die wirklich spektakulären Waffen bekommen und die brachialen Funktionen des Anzugs freigeschaltet hat, um ordentlich auf den Putz zu hauen, ist man schon fast am Ende der Hauptgeschichte angelangt. Denn erst im letzten Drittel darf man sich richtig austoben. Zwar kann man schon auch in den ersten Stunden loslegen und die Baller-Gefechte sind von besonders schöner Intensität, aber das Spiel offenbart sein wahres Gesicht und die vielen Action-Möglichkeiten erst gegen Ende der etwa 15-stündigen Kampagne.

Bild

Auch mit einer einfachen Standardwaffe kann man sein Glück versuchen. bild: zvg

Leere Spielwelt

Hat «Rage 2» denn nun eine schöne, offene Spielwelt? Ja und nein. Das Ödland ist gross, weitläufig und in verschiedene Gebiete unterteilt. Es gibt die obligaten Wüsten, Gebirge und andere Gegenden, wo zerklüftete Felsen vorherrschen. Sogar ein Dschungel-Abschnitt wurde reingepackt, um wenigstens noch ein bisschen Farbe ins Spiel zu bringen.

Auch wenn alle Gebiete unterschiedlich daherkommen, sie sind langweilig und monoton, sowohl in ihrer Struktur als auch in ihrer Farbgebung. Und allesamt sind sie leer. Will heissen, dass in dieser postapokalyptischen Welt nicht viel passiert. Auch in den Städten und Lagern, wo man sich meistens auf die Suche nach Personen macht, ist nicht viel los. Mit Menschen kann man sich selten unterhalten. Gibt es dann doch ein Schwätzchen könnte der Inhalt nicht trivialer sein.

Bild

In den Städten und Lagern ist nicht viel los. bild: zvg

Auf dem Weg zu den einzelnen Missionen passiert man vielleicht mal ein feindliches Vehikel oder kann mit jemandem ein Autorennen starten. Aber ansonsten gibt es keinerlei interessante Elemente zu entdecken. Feindliche Gefechtstürme stürmen, Blockaden durchbrechen, Lager erobern oder Tankstellen in die Luft jagen, sind zwar möglich, laufen aber immer nach dem gleichen Schema ab: Angreifen, ballern und alles in die Luft jagen. Geschlichen wird in diesem Spiel sowieso nicht.

Bild

Nicht immer, aber immer öfters kann die Atmosphäre überzeugen. bild: zvg

Hui und pfui

Die Optik mag auch nicht immer zu überzeugen. Während einige Zwischensequenzen noch ganz ordentlich geworden sind, sehen viele Innenleves und darin herumstehende Figuren sehr unschön aus. Verwaschene Texturen und Animationen aus der letzten Konsolen-Generation erfreuen nicht gerade das Auge des Grafikfetischisten.

Dafür sieht die Ödnis gerade bei der Dämmerung ganz schick aus und versprüht einen schön düsteren postapokalyptischen Charme. Kommt es im Spiel zu brachialer Action, zeigt sich die Optik auch wieder von ihrer schönsten Seite. Wenn es ordentlich kracht, wenn Gegenstände und Gebäude explodieren, wenn Gegner durch die Luft fliegen und alles zerfetzt wird, sieht das alles wahnsinnig gut aus.

Bild

Wenn es zur Sache geht, dann geht es richtig zur Sache. bild: zvg

Durchhalten und loslegen

Fazit: «Rage 2» bietet knackige und sehr intensive Shooter-Action, die sich jederzeit perfekt spielt und einlädt, mit den vielen Anzug- und Waffen-Möglichkeiten zu experimentieren. Bis man jedoch über die wirklich brachialen Fähigkeiten verfügt, braucht es Geduld. Doch dann will man gar nicht mehr aufhören. Die offene Spielwelt ist zwar gross und weitläufig, aber sie ist so gut wie leer und hat ausser den Standard-Aufgaben nichts zu bieten. Auch fehlt es der Geschichte an Substanz, so dass man schnell mal abschaltet und sich nur noch auf die Action konzentriert. Dort überzeugt «Rage 2» auf der ganzen Linie.

«Rage 2» ist erhältlich für Playstation 4 (getestet), Xbox One und PC. Freigegeben ab 18 Jahren.

Habt ihr euch «Rage 2» geholt oder habt ihr genug von Endzeit-Spielen? Die Kommentarspalte ist geöffnet!

Die Evolution des Computers: Vom Kriegshelfer gegen die Nazis über den Heim-PC zum Supercomputer für die Forschung

Wir analysieren «Tomb Raider»

Play Icon

Mehr über Playstation, Xbox und Co.

Wie der Game Boy vor 30 Jahren unsere Kindheit prägte

Link zum Artikel

Konami wird 50: Diese 25 Games werden wir nie mehr vergessen

Link zum Artikel

Playstation, Xbox oder Nintendo? 10 Tipps, wie du die Konsole findest, die zu dir passt

Link zum Artikel

Sony enthüllt Details der Playstation 5: 8K-Grafik, SSD und kompatibel mit PS4

Link zum Artikel

Neuer Weltrekord: Dieser Gamer besitzt mehr als 20'000 Videospiele – und über 100 Konsolen

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Alnothur 19.05.2019 01:40
    Highlight Highlight Triviale Story bei einem id Software Game? Tell me more...
  • BoomBap 18.05.2019 22:02
    Highlight Highlight Der erste Teil hat schon Spass gemacht mit den Wingsticks, den ferngesteuerten Autos etc. Gibt es bei Rage 2 wieder einen Koop-Modus? Zu zweit auf der Couche macht einfach mehr Spass.

«Days Gone»: Warum Simon nicht so begeistert ist, Toggi dafür sehr

Und wieder fesselt eine postapokalyptische Welt stundenlang an den Bildschirm. Nach einer Pandemie sind gesellschaftliche Strukturen nicht mehr vorhanden und Egoismus und Gewalt dominieren die Welt. In diesem Chaos sucht ein Mann seine verschwundene Ehefrau und stolpert dabei über zahlreiche Endzeit-Klischees.

Und schon wieder ist die Welt untergegangen. Dieses Mal ist aber keine Atombombe wie etwa in «Far Cry New Dawn» oder «Metro: Exodus» für den totalen Kollaps verantwortlich, sondern angeblich «nur» eine Pandemie. Durch eine mysteriöse Krankheit ist also alles den Bach runter gegangen. Menschen wurden entweder zu gewaltbereiten Egoisten oder zu sogenannten Freakers. Das sind besonders aggressive, sehr flinke und hungrige Zeitgenossen, die gerne Menschenfleisch verspeisen.

Inmitten dieser …

Artikel lesen
Link zum Artikel