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Ein Foto aus einem Gefangenentransporter vom Mai 2019 in London.
Ein Foto aus einem Gefangenentransporter vom Mai 2019 in London.
archivBild: EPA

Dramatischer Appell aus dem Hochsicherheits-Gefängnis: Julian Assange in Gefahr

Mehr als 60 Ärzte warnen, der Wikileaks-Gründer benötige dringend medizinische Hilfe.
25.11.2019, 06:3025.11.2019, 13:57

In den USA ist der Wikileaks-Gründer wegen der Veröffentlichung geheimer Dokumente und Verstössen gegen das Anti-Spionage-Gesetz angeklagt. Derzeit läuft das Auslieferungsverfahren dazu in Grossbritannien. Im Falle eines Schuldspruchs in allen Anklagepunkten in den USA droht ihm dort lebenslange Haft.

Mehr als 60 Ärzte sehen nun das Leben des in Grossbritannien inhaftierten Wikileaks-Gründers Julian Assange in Gefahr. In einem am Montag veröffentlichten Brief an die britische Innenministerin Priti Patel warnten sie, Assange benötige dringend Hilfe.

Dafür müsse er aus dem Hochsicherheitsgefängnis in Belmarsh südöstlich von London in eine Universitätsklinik verlegt werden. Andernfalls bestünden «wirkliche Sorgen», dass Assange «im Gefängnis sterben könnte».

Ein Mann auf dem australischen Parlamentsgebäude protestiert für die Freilassung von Assange.
Ein Mann auf dem australischen Parlamentsgebäude protestiert für die Freilassung von Assange.
Bild: EPA

Seit April in Haft

«Die medizinische Lage ist dringend. Es gibt keine Zeit zu verlieren», schrieben die Mediziner aus acht Staaten, darunter Deutschland. Bei ihrer Einschätzung stützten sie sich nach eigenen Angaben auf Augenzeugenberichte von Assanges Gerichtstermin am 21. Oktober sowie auf einen Bericht von Uno-Berichterstatter Nils Melzer. Die Ärzte äusserten Zweifel daran, dass Assange physisch und psychologisch fit genug ist für die anstehenden Anhörungen zur von den USA beantragten Auslieferung.

Seit April sitzt Assange in Grossbritannien eine fast einjährige Haftstrafe wegen Verstosses gegen Kautionsauflagen ab. Zuvor hatte er sich sieben Jahre lang in der ecuadorianischen Botschaft in London versteckt, um einer Auslieferung nach Schweden wegen der Vergewaltigungsvorwürfe zu entgehen. Die schwedische Justiz hatte vergangenen Dienstag die Ermittlungen gegen Assange wegen mutmasslicher Vergewaltigung eingestellt.

Nach Ansicht von Uno-Sonderberichterstatter Nils Melzer ist Assange über Jahre hinweg psychologischer Folter ausgesetzt worden. Er weise alle entsprechenden Symptome auf, «dazu gehören extremer Stress, chronische Angst und ein schweres psychologisches Trauma», sagte der Sonderberichterstatter zum Thema Folter im Mai 2019.

(dsc/sda/afp)

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Julian Assange in der Botschaft Ecuadors festgenommen

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