Werro ist Ultimate Champion und bleibt ungeschlagen: «Es ist wirklich crazy!»
Audrey Werro bestätigt ihre hervorragende Form und krönt ihre Saison bei der ersten Ausgabe der Ultimate Championship. Die 22-jährige Freiburgerin dominiert den 800-m-Lauf mit einer Zeit von 1:55,88. Da können auch ihre Konkurrentinnen Keely Hodgkinson (1:56,26) und Femke Broeders-Bol (1:56,74) nicht mithalten.
Das (fast) perfekte Jahr
Für Werro geht damit eine beeindruckende Siegesserie weiter. Vor dem neu ins Leben gerufenen Event in Budapest gewann Werro nicht nur bei der Europameisterschaft, sondern auch die Diamond-League-Meetings in Lausanne, Zürich und Brüssel. Letztmals musste sich Werro im März bei der Hallen-WM in einem Final geschlagen geben. In der Freiluftsaison gewann die Europameisterin alle zehn Rennen, bei denen sie angetreten ist. Dabei stellte sie mehrere Meeting- und einen persönlichen Rekord auf. Mit 1:53,70 fehlten ihr in Zürich nur 42 Hundertstel auf den Weltrekord von Jarmila Kratochvilova, den die Tschechin 1983 aufgestellt hatte.
«Es ist wirklich crazy», schwärmt Werro beim SRF, «ich hatte eine wunderbare Saison und bin sehr glücklich, dass sie so endet.» Die Konkurrenz zu kontrollieren, sei ihr in diesem Rennen leichtgefallen, erklärte die Siegerin: «Ich war immer vorne und hatte sehr viel Spass.»
Der Sieg in Budapest lohnt sich auch finanziell: für den Erfolg bei der Ultimate Championship erhält Werro 150'000 Dollar. «Ich war nicht wegen des Geldes hier», sagt sie zwar, fügt aber an: «Es ist trotzdem eine schöne Überraschung für mich.»
Valentina Rosamilia durfte sich über Platz 5 freuen, während Veronica Vancardo auf den Start verzichtete. Der Grund war zunächst unklar. Allerdings war die Freiburgerin am Freitag im Halbfinal gestürzt und hatte sich danach behandeln lassen müssen.
Ehammer und Moser auf dem Podest
Zwei weitere Podestplätze gab es für die Schweiz im Weitsprung und im Stabhochsprung. Weitspringer Simon Ehammer klassierte sich mit 8,07 m auf Platz 3, zeigte sich mit seiner Leistung jedoch nicht zufrieden. Er blieb deutlich unter seinem EM-Silbersprung von Birmingham (8,29 m), mit dem er in Budapest allerdings ebenfalls nur Dritter geworden wäre. Den Sieg holte sich Europameister Miltiadis Tentoglou mit 8,35 m, einen Zentimeter vor dem Bulgaren Boshidar Sarabojukow.
Ehammer beklagte sich nach dem Event im SRF-Interview auch über die Wettkampforganisation. So störte ihn, dass während seines zweiten Versuchs parallel der Hürdenlauf gestartet wurde. Eigentlich sollten Überschneidungen bei der Ultimate Championship verhindert werden. «Das nervt mich, wenn man vorher sagt, man wolle es athletengerecht machen und den Fokus auf allen Disziplinen haben», so Ehammer, «und dann wird an einem Punkt, an dem es so wichtig ist, doch keine Rücksicht genommen.»
Wie Ehammer wurde auch Angelica Moser Dritte. Die Stabhochspringerin übersprang 4,85 m, scheiterte dann aber beim Versuch, mit 4,90 m ihren eigenen Schweizer Rekord von 4,88 m zu verbessern. Diese Höhe schafften die beiden Amerikanerinnen Sandi Morris und Hana Moll, wobei Morris weniger Versuche benötigte und sich so den Sieg sicherte.
Zwei US-Siege über 100 m
In den 100-m-Finals gingen die Siege an die USA. Bei den Männern gewann Kenny Bednarek in 9,85 Sekunden. Der Jamaikaner Oblique Seville wurde in 9,90 Sekunden Zweiter.
Bei den Frauen bestätigte Melissa Jefferson-Wooden ihre Vormachtstellung über 100 m eindrücklich. Die Weltmeisterin gewann in 10,62 Sekunden und stellte damit eine Weltjahresbestleistung auf. Die 25-Jährige lief die siebtbeste Zeit der Geschichte und liess die Olympiasiegerin Julien Alfred aus St. Lucia (10,74) hinter sich. (nih/sda)
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