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Schweizer Detailhandel dank WM und Hitze im Aufwind

09.08.18, 12:04


Der Schweizer Detailhandel hat sich in der ersten Jahreshälfte 2018 weiter erholt. Die Fussball-Weltmeisterschaft und das warme Wetter sorgten für Aufwind. Laut dem Marktforschungsunternehmen GFK setzten die Detailhändler 1.1 Prozent mehr um.

Einzig beim Modehandel ging es weiter bergab. Der Nonfood-Handel stagnierte praktisch mit einem Minus von 0.3 Prozent. Grund dafür waren weitere Einbrüche im Modehandel, dort ging zuletzt der Nachfolger von Charles Vögele, der OVS-Ladenbetreiber Sempione Fashion, Pleite.

Bis auf Fashion/Style konnten aber alle erhobenen Nonfood-Märkte leicht wachsen, wie das GFK am Donnerstag mitteilte. Warengruppen wie Sportbekleidung, Fernseher oder Beamer profitierten dabei von der WM. Um 2.0 Prozent wachsen konnte der Lebensmittelhandel (Food und Near Food).

Insgesamt könne nach dem guten Ergebnis des ersten Halbjahres mit einem leichten Plus für das Gesamtjahr 2018 gerechnet werden, prognostiziert das GFK.

Zweites Halbjahr anspruchsvoller

Allerdings gibt das Institut zu bedenken, dass die erste Jahreshälfte eine schwache Vorjahresvorlage hatte und das warme Sommerwetter im Mai und Juni die Märkte positiv beeinflusste. Das zweite Semester werde anspruchsvoller, da sich die Märkte bereits ab Herbst 2017 entspannt hatten und damit die Vergleichsbasis höher ist.

Der Detailhandel war stark vom Frankenschock getroffen worden, nachdem die Schweizerische Nationalbank (SNB) 2015 den Euro-Mindestkurs aufgehoben und der Franken sich zum Euro deutlich aufgewertet hatte. In der Folge fuhren die Konsumenten vermehrt zum Einkaufen ins nahe und günstigere Ausland. Zudem machte vielen Branchen auch die Konkurrenz des ausländischen Onlinehandels zu schaffen.

Jüngst hat allerdings der wirtschaftliche Aufschwung auch dem Detailhandel zu Aufwind verholfen. Die Nachfrage steigt wieder. Und auch beim Wechselkurs hat sich die Lage etwas entspannt. Das spiegelt sich auch in den wieder anziehenden Preisen: Die Teuerung nahm in den letzten Monaten leicht zu und betrug im Juni 1.1 Prozent. Für 2018 und 2019 prognostiziert das Bundesamt für Statistik neu eine Teuerung zwischen 0.8 und 1.0 Prozent. (sda/awp)

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