Armee
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
ARCHIV - ZUR MELDUNG DER SICHERHEITSPOLITISCHEN KOMMISSION DES STAENDERATES ZU WAFFENEXPORTE AM DIENSTAG, 12. FEBRUAR 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG - 9-Millimeter-Patronen laufen am Donnerstag, 25. Juli 2002 in Thun in der Munitionsabteilung des Ruestungskonzerns Ruag, der Ruag Munition, durch den Fabrikationsprozess. Die Ruag kuendigte am Donnerstag an, dass sie von der Deutschen Dynamit Nobel 80 Prozent der auf Kleinkalibermunition spezialisierten Dynamit Nobel Ammo Tec uebernommen hat. Das aus dieser und der Ruag Munition bestehende Unternehmen soll Ruag Ammotec heissen.  (KEYSTONE/Alessandro della Valle)

Deutschland kaufte für 50 Millionen Franken Munition bei der Schweizer Rüstungsinsutrie ein. Der absolut grösste Importeur von Kriegsmaterial «swiss made» ist dieses Jahr aber Indonesien. Bild: KEYSTONE

Schweiz exportiert im ersten Halbjahr Waffen für 501 Millionen Franken



Schweizer Unternehmen haben im ersten Halbjahr 2020 Kriegsmaterial im Wert von 501 Millionen Franken exportiert. In der entsprechenden Vorjahresperiode war mit 273 Millionen Franken gerade einmal gut die Hälfte dieses Volumens ausgeliefert worden.

Das entspricht einer Beinahe-Verdoppelung im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Dabei machten Panzer und andere Landfahrzeuge den grössten Anteil an den Exporten aus.

Ein solcher Sprung sei nicht aussergewöhnlich, heisst es auf Anfrage beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), das die Zahlen am Dienstag veröffentlichte. Kriegsmaterialexporte seien Schwankungen unterworfen: Grosse Geschäfte mit einem hohen finanziellen Umfang könnten einzelne Quartale stark beeinflussen und fehlten dann im nächsten Quartal.

Indonesien, Dänemark und Botswana

Auf der aktuellen Liste der Exportländer erscheinen 55 Staaten. Dabei handelt es sich jeweils um das Bestimmungsland – also jenes Land, in dem die Ware «verwendet oder vor einer allfälligen Wiederausfuhr verarbeitet, veredelt oder sonst wie verarbeitet wird», wie das Seco festhält.

Unter den europäischen Abnehmerstaaten steht Dänemark mit gut 80 Millionen Franken für gepanzerte Fahrzeuge an erster Stelle, gefolgt von Rumänien (knapp 58 Millionen Franken, ebenfalls für gepanzerte Fahrzeuge) und Deutschland (gut 50 Millionen Franken für Munition, verschiedene Einzelteile und Baugruppen zu Kanonen und gepanzerten Fahrzeugen sowie Hand- und Faustfeuerwaffen).

Der absolut grösste Importeur von Schweizer Kriegsmaterial ist dieses Jahr bisher Indonesien mit gut 110 Millionen Franken (für Flugabwehrsysteme). Aber auch Botswana im südlichen Afrika fällt mit gut 64 Millionen Franken (für gepanzerte Fahrzeuge) auf.

Kritik von Gsoa und Terre des hommes

Kopfschütteln und Unverständnis kommen von der Gruppe Schweiz ohne Armee (Gsoa) und dem Hilfswerk Terre des hommes. «Die deutliche Zunahme ist nicht nur schockierend in Bezug auf die internationale Rolle der Schweiz, sondern auch in Bezug auf das Verhalten der Rüstungsindustrie», liess sich Thomas Bruchez, politischer Sekretär der Gsoa, in deren Mitteilung vom Dienstag zitieren.

Seit Jahren klage die Rüstungsindustrie darüber, wirtschaftlich zu leiden, um eine Lockerung der Exportkriterien zu erreichen. Und jetzt, in einer Zeit, in der viele Betriebe ums Überleben kämpften, gehe es ihr blendend. Das sei «widerlich».

Wie bereits seit mehreren Jahren versorge die Schweiz die kriegführenden Länder im Jemen-Krieg weiterhin mit Kriegsmaterial. So seien Waffen im Gesamtwert von fast 5 Millionen Franken nach Saudi-Arabien, an die Vereinigten Arabischen Emirate sowie nach Katar und Bahrain exportiert worden. Diese Zahlen verdeutlichten einmal mehr, wie wichtig die Korrektur-Initiative sei, so Bruchez.

Auf das Volksbegehren verweist auch Terre des hommes. «Es braucht eine stärkere demokratische Kontrolle der massiv steigenden Waffenexporte», schreibt Andrea Zellhuber von der Fachstelle Gewaltprävention bei Terre des hommes Schweiz in einer Mitteilung.

Die Entwicklungsorganisation für Jugendliche in Afrika, Lateinamerika und der Schweiz engagiere sich in der «Allianz gegen Waffenexporte in Bürgerkriegsländer». «Wir sehen in der Korrektur-Initiative eine wichtige Chance, um die Lockerung der Bewilligungskriterien rückgängig zu machen», so Zellhuber. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Die Exportschlager der Schweizer Rüstungsindustrie

Renato zum lustigen Thema: Waffenexporte! Jeeee!

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

27
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
27Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 15.07.2020 05:38
    Highlight Highlight
    Waffenexporte in Bürgerkriegsländer

    Auch bei Waffenausfuhren in Nicht-Bürgerkriegsländer kommt es immer wieder zu Umgehungsgeschäften. Wenn Länder das fördern oder dulden, müssen sie von der Liste der Kriegsmaterialempfänger aus der Schweiz gestrichen werden!
  • Bronko 15.07.2020 00:10
    Highlight Highlight Kommentarspalten: Wir werden alle ganz hysterisch wegen der Maskenfrage, ignorieren bzw. dulden aber nebenher, dass die Schweiz Geld verdient am Töten der Zivilbevölkerung in Jemen... Finde ich bezeichnend, aber bedenklich.
  • WindJoe 14.07.2020 23:26
    Highlight Highlight Wären das zahlen von uns in D. wäre die Headline so:

    Deutschland exportier DOPPELT so viel Kriegsmaterial!!!
  • Baba 14.07.2020 22:37
    Highlight Highlight Die Flüchtlinge sollen dann aber bitte dort bleiben, wo sie sind...

    ...ich schäme mich für mein Heimatland, das seit Jahrzehnten seine humanitäre Tradition so mit Füssen tritt und ad absurdum führt.

    #NichtMeineSchweiz
    • LeChef 14.07.2020 23:45
      Highlight Highlight Jaja, die Welt geht vor die Hunde, weil wir gepanzerte Lastwagen nach Dänemark liefern... Ich kann mir ein Gähnen kaum verkneifen.
    • PC Principal 15.07.2020 00:38
      Highlight Highlight #genaumeineschweiz

      Moderne Waffen haben dazu geführt dass die Welt heute so friedlich ist wie niemals zuvor.
  • Telomerase 14.07.2020 22:09
    Highlight Highlight Wieso wird eigentlich die Rüstungsindustrie primär als "Böse" taxiert?
    Ein funktionierender Rechtsstaat basiert darauf, dass das Gewaltmonopol beim Staat (bzw. Polizei und Militär) sitzt, und nicht von irgendwelchen Clans etc. ausgeübt wird.
    Dafür werden nun mal Werkzeuge, die halt logischerweise ein Gewaltinstrument sind, benötigt (ob Waffen, Munition, gepanzerte Fahrzeuge).
    Und ja, irgendwo werden die hergestellt.
    • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 15.07.2020 10:57
      Highlight Highlight Die Schweiz benötigt zum Schutz keine Panzer! Im Kriegsfall werden wir eingenommen!
    • Telomerase 16.07.2020 02:06
      Highlight Highlight @chasperli: irrelevante Antwort, auch die Polizei braucht gepanzerte Fahrzeuge, siehe z.B. Flughafenpolizei.
  • Noach 14.07.2020 20:21
    Highlight Highlight Seid ihr eigentlich noch normal,aber die Schweiz ist ja schon lange nicht neutral,.?
  • glointhegreat 14.07.2020 20:04
    Highlight Highlight Knallköpfe die knallkörper verticken .....
  • Rethinking 14.07.2020 19:22
    Highlight Highlight Wir spenden Geld nach Afrika und Asien und deren Regierungen kaufen Waffen bei uns...

    Womöglich mit demselben Geld...

  • Ernstli 14.07.2020 19:21
    Highlight Highlight Bis vor kurzem hat Blochers Familie EMS AG Tochterg. Patvag Zündkapseln für Tretminen exportiert.
  • Satan Claws 14.07.2020 19:20
    Highlight Highlight Wir zerstören die Welt und töten Menschen im Namen des Friedens.
  • Stefan Sowieso 14.07.2020 19:05
    Highlight Highlight Es wurde 3x abgestimmt. Das Ergebnis passt immer noch nicht. Afrika und Asien sollten ausgenommen werden. Und somit wären nur demokratische Länder beliefert. Demokratien haben das Recht und die Pflicht sich zu verteidugen. Liebe GSoA, der ewige Frieden ist nicht und wird nie ausbrechen. Ideale sind friedlich. Geschichte ist gewalttätig!
  • SR 210 14.07.2020 18:55
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig: Für 1% der Exporte wurde eine Volksinitiative gestartet?
  • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 14.07.2020 18:50
    Highlight Highlight Ja, wir können stolz sein auf das Wissen und Können der Schweiz in diesem Sektor. Siehe Einstein. Ich sehe dennoch keine ethische Berechtigung dazu.
  • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 14.07.2020 18:46
    Highlight Highlight .. und wo dann am Ende die Flieger, Waffen oder das Zubehör landen ist uns ja auch bekannt! Die heuchlerische Neutralität in seiner Bestform!
  • PC Principal 14.07.2020 18:44
    Highlight Highlight Hätte man Hitler mit Wattebäuschchen bewerfen sollen? Eine Armee zu haben bedeutet nicht dass man einen Krieg beginnt. Es ist sogar so dass die Zahl der Kriegstoten massiv abgenommen hat weil die Waffen Abschreckung bewirken.
    • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 15.07.2020 11:00
      Highlight Highlight Wir hätten eh keine Chance gehabt. Zitat Hitler: „.. und die Schweiz das Stachelschwein, nehmen wir beim Heimgehn ein“
    • PC Principal 15.07.2020 15:00
      Highlight Highlight @Potz: Genau, Hitler wurde ja nicht von der Schweiz besiegt sondern von solchen mit guten Waffen. Deshalb ist es nicht automatisch böse, Waffen zu verkaufen.

      Ist das Zitat echt?
    • Potzholzöpfelondzepfelchappenonemol 15.07.2020 22:52
      Highlight Highlight Hab ich aus dem Schulunterricht und dem Geschichtsbuch.. wie echt es tatsächlich ist kann ich nicht beurteilen. Aber persönlich denke ich es „echt“..
  • Finöggeli 14.07.2020 18:41
    Highlight Highlight Welch Schande für die Schweiz. Ich schäme mich
  • Theia 14.07.2020 18:35
    Highlight Highlight Und dann wieder jammern wegen der Flüchtlingsströme 🤦🏻‍♂️
  • Klaus Trophobie 14.07.2020 18:18
    Highlight Highlight Und dann wird wieder übelst gegen Flüchtlinge gehetzt! Heuchlerische Schweizer Neutralität!
  • Gooner1886 14.07.2020 17:50
    Highlight Highlight Im Kapitalismus gibt es kein dreckiges Geld. Aber bin trotzdem auf der Seite von GSOA und Terre des homme.
    • freeLCT 14.07.2020 17:56
      Highlight Highlight @Gooner1886:
      Und wie es im Kapitalismus dreckiges Geld geben kann.

      Die Moral wird nicht gemeinschaftlich bestimmt, was aber (hoffentlich) nicht bedeutet, dass man als Individuum ohne moralische Bestrebungen handelt.

Schweiz auf dem Weg zu neuem Waffenexport-Rekord – hierhin wird das Material geschickt

Die Schweiz hat im ersten Halbjahr 2020 Kriegsmaterial im Wert von 501 Millionen Franken exportiert. Damit pulverisieren die Schweizer Rüstungsunternehmen die Zahlen des letzten Jahres. Die Gruppe Schweiz ohne Armee findet das «widerlich».

Von Krise ist nichts zu spüren: Schweizer Rüstungsunternehmen haben im ersten Halbjahr 2020 Kriegsmaterial im Wert von einer halben Milliarde Franken in die ganze Welt verschifft. Das ist fast doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2019 und etwa gleich viel wie im ganzen Jahr 2018.

Das Staatssekratariat für Wirtschaft (Seco) relativiert indes: Kriegsmaterialexporte seien Schwankungen unterworfen, grosse Geschäfte könnten einzelne Quartale stark beeinflussen. Dies müsse nicht unbedingt …

Artikel lesen
Link zum Artikel