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Specialist Charles Jenness rubs his head as he works at his post on the floor of the New York Stock Exchange Tuesday morning, Jan. 22, 2008. An unusual emergency interest rate cut by the Federal Reserve gave Wall Street a partial rebound Tuesday from a precipitious early decline - and perhaps the first steps toward a long-term recovery. The Dow Jones industrial average, down 465 points shortly after trading began, bounced around throughout the session before closing with a milder drop of 128.11, or 1.06 percent, at 11,971.19. (AP Photo/Richard Drew)

Ein rabenschwarzer Handelstag an den internationalen Finanzmärkten. Bild: AP

Börsen Auf Talfahrt

Grosse Nervosität an den Finanzmärkten

Wachstumssorgen, politische Unsicherheiten und die Furcht vor weniger Billiggeld sorgen an den internationalen Finanzmärkten für Turbulenzen. Hoch im Kurs sind wieder sichere Anlagen wie Gold.



Ganz oben auf den Verkaufslisten: Währungen von Schwellenländern - allen voran Argentinien und die Türkei. Die Schwellenländer sind am Freitag an den Finanzmärkten massiv unter Druck geraten. Ausgehend von Argentinien und der Türkei, wo die Kurse der Landeswährungen in den freien Fall übergingen, nahm die Nervosität deutlich zu. Anleger flohen in sichere Anlagen wie Staatsanleihen und Währungen grosser Industrieländer sowie Gold.

Als Auslöser des Ausverkaufs gelten zwar auch Wachstumssorgen, politische Unwägbarkeiten und die Furcht vor einer weiteren Billiggeld-Drosselung der US-Notenbank Fed. Das Fass zum Überlaufen brachten laut Händlern jedoch die jüngsten Turbulenzen in Lateinamerika und der Türkei. Die Sorgen um das angeschlagene Argentinien werden immer grösser, die türkische Lira fällt von einem Rekordtief zum nächsten.

Buenos Aires knickt nach und nach unter dem Druck der Finanzmärkte ein: Argentiniens Regierung will ihre Devisenkontrollen offenbar aufgeben - ab kommender Woche sollen Dollarkäufe erlaubt werden. Das sagte Kabinettschef Jorge Capitanich dem Finanzdienst Bloomberg zufolge am Freitag in Buenos Aires. Der Peso hatte zuvor die heftigsten Kursverluste seit dem wirtschaftlichen Kollaps im Jahr 2002 erlitten.

Kapitulation der Märkte

Die Schwindsucht der Landeswährung hat Folgen: In der Kornkammer Südamerikas horten viele Bauern ihre Weizen- oder Sojabohnenernte, weil sie das Vertrauen in den Peso verloren haben. Sie fürchten, dass die hohe Inflation ihre Gewinne auffrisst. Argentinien kapituliert vor den Märkten Weil der Notenbank die Devisenreserven für Stützungskäufe auszugehen drohen, hatte sie am Donnerstag bereits die Dollarkopplung gelöst und den Wechselkurs deutlich abgewertet. Das kommt laut Händlern einer Kapitulation vor den Märkten gleich, kurz zuvor hatte Staatspräsidentin Cristina Kirchner einen solchen Schritt noch ausgeschlossen.

Der Peso hat seit Jahresbeginn 17 Prozent an Wert eingebüsst - so viel wie keine andere Währung der Welt. Am Devisenmarkt gerieten neben Argentinien vor allem Brasilien, Indien, Indonesien, Südafrika und die Türkei - ins Visier der Finanzmärkte. Auch der russische Rubel und der mexikanische Pesos erlitten deutliche Kursverluste. Diesem Sog konnten sich selbst relativ stabile Volkswirtschaften aus den Schwellenländern nicht entziehen. Polnischer Zloty und südkoreanischer Won fielen auf Mehrmonatstiefs.

Gold wieder hoch im Kurs

Am Anleihemarkt brachte die Verunsicherung neben den fragilen Schwellenländern auch die angeschlagenen Staaten der Eurozone zurück auf die Verkaufslisten der Investoren. In Portugal, Griechenland, Spanien und Italien zogen die Risikoprämien zweistellig an. Profiteure waren sichere Anlagen: Deutsche Staatsanleihen stiegen deutlich im Kurs. Auch der Euro erreichte gegenüber dem Dollar den höchsten Stand seit Anfang Jahr.

Die Feinunze Gold (etwa 31 Gramm) verteuerte sich merklich. Der Goldpreis stieg um mehr als fünf Dollar auf 1269 Dollar und erreichte damit den höchsten Stand seit zwei Monaten. "Die starke Verunsicherung an den Anleihe-, Aktien- und Währungsmärkten von grossen Schwellenländern stützt die Nachfrage nach sicheren Anlageformen", sagte Rainer Sartoris, Ökonom beim Bankhaus HSBC Trinkaus. Die zuletzt schwächeren Konjunkturdaten aus China hätten auch dazu beigetragen. (sda/sza)

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