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Switzerland's Johan Djourou, Philippe Senderos (L) and Admir Mehmedi (R) react after their team conceded a goal to France during their 2014 World Cup Group E soccer match at the Fonte Nova arena in Salvador June 20, 2014. REUTERS/Dylan Martinez (BRAZIL  - Tags: SOCCER SPORT WORLD CUP TPX IMAGES OF THE DAY)

Bild: DYLAN MARTINEZ/REUTERS

Djourou und Senderos

Zwei ehemalige Arsenal-Spieler als Sicherheitsrisiko

Johan Djourou und Philippe Senderos sind in jungen Jahren nach London zu Trainer Arsène Wenger gewechselt. Die beiden Innenverteidiger haben seit ihrer Zeit bei Arsenal London aber nirgends überzeugen können. Eine Polemik.



Man kann gegen ein gutes Frankreich verlieren. Aber wenn es zur Halbzeit 0:3 steht, hat die Mannschaft kollektiv versagt. Speziell die zentrale Defensive bekam es am Freitag mit Spielern zu tun, die mit ihrem Weltklasseniveau die Verteidiger Mal für Mal überforderten.

«Die besten Verteidiger spüren die Gefahr, bevor sie kommt.»

Rio Ferdinand. FourFourTwo

Frankreich überzeugt

Festzuhalten ist sicherlich: Ein Frankreich in dieser Form, auch ohne ihren verletzten Superstar Franck Ribéry, ist ein Kandidat für den Weltmeistertitel. «Les Bleus» sind spielerisch und physisch ein überragendes Kollektiv, welches zudem über die nötige Breite im Kader verfügt.

epa04269660 Olivier Giroud (L) of France scores the opening goal during the FIFA World Cup 2014 group E preliminary round match between Switzerland and France at the Arena Fonte Nova in Salvador, Brazil, 20 June 2014. 

(RESTRICTIONS APPLY: Editorial Use Only, not used in association with any commercial entity - Images must not be used in any form of alert service or push service of any kind including via mobile alert services, downloads to mobile devices or MMS messaging - Images must appear as still images and must not emulate match action video footage - No alteration is made to, and no text or image is superimposed over, any published image which: (a) intentionally obscures or removes a sponsor identification image; or (b) adds or overlays the commercial identification of any third party which is not officially associated with the FIFA World Cup)  EPA/ALI HAIDER   EDITORIAL USE ONLY

Bild: ALI HAIDER/EPA/KEYSTONE

Die Hereinnahme von Olivier Giroud als Stossstürmer erwies sich als kluger Schachzug. Der 1,92 Meter grosse Stürmer pflückt im Angriff die hohen Bälle reihenweise runter, ob nun per Kopf oder Brust. Seine grösste (unbeabsichtigte) Tat ist aber, dass er nach sechs Spielminuten Steve von Bergen im Gesicht trifft. Im Nachhinein der Anfang vom Ende.

WM-Out für von Bergen

Beim Zusammenstoss mit dem Stollen des Arsenal-Stürmers brach sich der Schweizer Abwehrchef den linken Orbitaboden und trug einen Cut davon. Von Bergen hatte bei seiner Auswechslung über starke Kopfschmerzen geklagt, die Untersuchung in einem Spital in Salvador bestätigte dann den Verdacht. Der 31-jährige Neuenburger erlitt einen Bruchs des Augenhöhlenbodens in der linken Gesichtshälfte.

Hitzfeld bringt Senderos

Ottmar Hitzfeld muss also bereits kurz nach Spielbeginn wechseln. Als Alternativen auf der Bank sind Philippe Senderos und Fabian Schär. Er entscheidet sich für die Vernunft und bringt den erfahrenen Senderos, der nun neben Djourou verteidigen darf.

Für die meisten ist dieser Wechsel nicht überraschend. Schliesslich haben Djourou und Senderos mehr zusammen gespielt als einer der beiden mit dem noch jungen Schär. Das Duo wurde noch vor einigen Jahren als das Verteidigerpaar angesehen, welche der Schweizer Defensive die gewünschte Verlässlichkeit geben sollte.

Der verheissungsvolle Start

Djourou ist erst 19 Jahre alt, als er 2006 sein erstes Länderspiel machen darf. Bei der WM im selben Jahr kommt er bereits bei drei von vier Partien zum Einsatz und wird zum «Newcomer des Jahres» gewählt.

Senderos gibt sein Debüt am 26. März 2005 im Spiel gegen Frankreich unter Trainer Köbi Kuhn. Sein Partner damals war der letzte unumstrittene Abwehrchef der Schweiz, Patrick Müller. Der elegante Müller, wie Senderos aus dem Kanton Genf stammend, half dem damals 20-Jährigen mit seiner ruhigen Spielart. 

Le selectioneur de l'equipe suisse de foot Jakob

Bild: KEYSTONE

Die beiden hielten dicht und erreichten ein torloses Remis gegen die «Équipe Tricolore». Senderos wurde Stammspieler und schoss an der WM 2006 mit blutender Stirn das 2:0 im Spiel gegen Südkorea. Sein Jubel danach ist unvergessen.

Das hektische Duo 

Tempi passati: Im Spiel gestern hiess der Partner von Senderos nicht Patrick Müller, sondern Johan Djourou. Dieser strahlt aber anstatt Ruhe Hektik aus. Die zwei Genfer sind auf dem Platz nämlich ähnliche Spielertypen: Anfällig auf Fehler, keine guten Spieleröffner, kopfballstark aber technisch limitiert und langsam. 

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Djourou: Von acht Millionen auf drei Millionen Euro als erst 27-jähriger Verteidiger. Screenshot: transfermarkt.de

Der langjährige Arsenal-Trainer Arsène Wenger holt die jungen Spieler 2003 zu sich nach London, wo sie zuerst im Jugendteam spielen. Ein Jahr später geben sie im Fanionteam ihr Debüt. Djourou spielt insgesamt neun Jahre bei den «Gunners», Senderos sieben. Doch durchsetzen können sich beide nie wirklich. Dies belegt auch die Marktwertentwicklung.

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Senderos: Früher fast zehn Millionen Euro wert, mit 29 Jahren noch ein Viertel davon. Screenshot: transfermarkt.de

Wieso hat Wenger die beiden geholt?

Als Kapitän der glorreichen U17-Nationalmannschaft, die 2002 den Europameistertitel holt, marschiert Senderos als Leaderfigur vornweg. Auch der zwei Jahr jüngere Djourou überzeugt offensichtlich den Mann, der bekannt ist für sein Auge für besondere Talente. Arsene Wenger hat sich getäuscht. Auch wenn er es sich jahrelang nicht eingestehen will. 

Aber die Zahlen sprechen für sich: Senderos kommt in der Zeit bei Arsenal auf 64 Einsätze, Djourou auf 86 Einsätze. Linksverteidiger Riccardo Rodriguez hat in dieser Saison alleine in der Bundesliga 34 Partien gemacht.

Schär der neue Müller

Fabian Schär hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich. Von der Challenge League in die Nationalmannschaft in nur einem Jahr. Der Basler spielt den ersten Pass sauber, antizipiert gut und ist sogar torgefährlich. Leider ist der 22-Jährige erst kürzlich von einer Verletzung genesen. Im zweitletzten Test gegen Peru absolvierte Schär sein Pensum zugegebenermassen unglücklich. 

03.06.2014; Luzern; Fussball - Schweiz - Peru; Fabian Schaer (SUI)  (Valeriano Di Domenico/freshfocus)

Bild: Valeriano Di Domenico/freshfocus

Davor überzeugt Schär jedoch durchs Band. Bei Basel ist er ein Leader. Er schiesst Elfmeter in heiklen Phasen souverän und strahlt Ruhe aus. Für Ottmar Hitzfeld trotzdem Grund genug, ihm das Vertrauen zu entziehen und auf zwei Profis zu setzten, die seit Jahren keine unumstrittene Stammspieler sind. 

Sein Credo, dass wer im Klub regelmässig spielt, ein Thema für die Nationalmannschaft sei, hat er erst kürzlich bei seinem Auftritt zum Nati-Aufgebot wieder hervorgekramt, um die ausgebooteten Spieler zu erklären. Dumm nur, dass er diesem Prinzip nicht immer nachlebt.

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