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Schweiz vernichtete 56'000 ihrer Streubomben im 2016



Die Schweiz hat im Jahr 2016 fast 56'000 ihrer Streubomben vernichtet. Damit sind 86 Prozent des ursprünglichen Bestands in der Schweiz zerstört.

Zudem wurden 2.8 Millionen Stück sogenannter Submunition vernichtet, wie aus einem Bericht der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen (ICBL) und der Koalition gegen Waffen mit Streubomben hervor (CMC) hervor geht.

Diese Submunition befindet sich in einem Behälter der Streubomben. Als «Mini-Bomben» werden sie über Flächen freigesetzt, die teils grösser sind als Fussballfelder. Das heimtückische daran ist, dass viele kleine Bomben beim Aufprall nicht explodieren und als Blindgänger liegen bleiben. Sie explodieren dann später bei Berührung, wobei die Opfer meist schwer verstümmelt oder getötet werden.

Gemäss dem Bericht hatte die Schweiz ihren Bestand an Streubomben Ende 2016 um 86 Prozent und jenen an Submunition um 80 Prozent reduziert. Konkret sind dies mehr als 177'000 Streubomben und fast 10 Millionen Stück Submunition, die seither zerstört wurden.

Noch übrig bleiben rund fünfzig Streubomben und mehr als 2600 Stück Submunition, die für Ausbildungszwecke aufbewahrt wurden. Bis im Jahr 2019 sollte der gesamte Bestand der Schweiz zerstört sein.

Fast 1000 Opfer von Streubomben

Trotz der internationalen Bemühungen gegen den Einsatz von Streubomben sind im vergangenen Jahr gemäss dem Bericht doppelt so viele Menschen diesen Waffen zum Opfer gefallen wie im Jahr zuvor, nämlich 971 Personen. Das ist die zweithöchste Zahl, seit der Bericht im Jahr 2009 zum ersten mal publiziert wurde.

Besonders schwer getroffen hat es die Menschen in Syrien: 860 der 971 Personen wurden dort von Streubomben verletzt oder getötet. Die anderen Opfer sind über zehn weitere Länder verteilt. 98 Prozent der Getroffenen waren Zivilisten.

In Syrien und im Jemen wurden seit Mitte des vergangenen Jahres wie bereits im Vorjahr erneut Streubomben eingesetzt. Immer wieder gibt es zudem Anzeichen, dass auch in anderen Konfliktgebieten wie beispielsweise im Irak oder in Libyen weiterhin Streubomben abgefeuert werden. Beweise dafür gab es bislang nicht.

Derweil wird in zahlreichen Ländern daran gearbeitet, betroffenes Land von Blindgängern zu säubern. Gemäss dem Bericht wurden im Jahr 2016 mindestens 88 Quadratkilometer Land von Streubomben befreit, wodurch fast 150'000 Stück Submunition zerstört worden seien. Insgesamt gäbe es noch in 26 Staaten Blindgänger.

Von den 102 Mitgliedstaaten der Oslo-Konvention zum Verbot von Streumunition (in Kraft gesetzt im Jahr 2010) hatten mehr als 40 Mitgliedstaaten Waffen mit Streumunition. 28 Staaten haben ihren gesamten Bestand mittlerweile zerstört, was fast 1.5 Millionen Streubomben und rund 180 Millionen Stück Submunition waren. Dies sind 97 respektive 98 Prozent des gesamten Bestandes. (sda)

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