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Explosion in Manchester war laut Polizei Selbstmordanschlag



Der Angriff auf ein Popkonzert in Manchester war ein Anschlag. Der männliche Einzeltäter sei bei der Explosion ums Leben gekommen, sagte Polizeichef Ian Hopkins am Dienstag. Die Zahl der Opfer stieg auf 22 Tote und 59 Verletzte.

Zur Explosion kam es am Montagabend nach einem Popkonzert der US-Sängerin Ariana Grande im britischen Manchester. Beim Anschlag im Eingangsbereich der Konzerthalle sind gemäss den Polizeiangaben mindestens 22 Menschen getötet worden. 59 weitere wurden verletzt. Unter den Getöteten sind auch Kinder.

Schon früh hatte die Polizei mitgeteilt, der Vorfall werde wie ein Terrorakt behandelt. Dies gelte, bis andere Erkenntnisse vorlägen. Zeugen berichteten von einem Knall nach dem letzten Song gegen 22.30 Uhr Ortszeit. Rund um die Arena zogen bewaffnete und maskierte Polizisten auf. Der unmittelbar neben der Halle liegende Bahnhof Manchester Victoria wurde gesperrt.

Konzerthalle für 21'000 Besucher

Der Veranstalter sprach von einer Explosion in einem öffentlichen Raum ausserhalb der eigentlichen Konzerthalle. Die Ursache war zunächst unklar. Die Spekulationen darüber reichten von einem Terroranschlag bis hin zu geplatzten Gasballons.

Die Polizei forderte die Menschen via Twitter auf, sich aus der Gegend um die Manchester Arena fernzuhalten. Rettungswagen rasten zur Halle. Helikopter kreisten über dem Areal. Notfalldienste und Feuerwehr baten die Bevölkerung über Twitter, sie wegen des Einsatzes nur bei lebensbedrohlichen Angelegenheiten zu kontaktieren.

In der Konzerthalle, die bis zu 21'000 Besuchern Platz bietet, spielten sich nach der Explosion dramatische Szenen ab. «Der Knall hallte durch das Foyer der Arena und die Leute fingen an zu laufen», berichtete ein 17-Jähriger, der mit seiner zwei Jahre älteren Schwester das Popkonzert besucht hatte.

«Ich sah, wie die Leute schreiend in eine Richtung rannten und sich plötzlich viele umdrehten und wieder in die andere Richtung liefen», sagte der Jugendliche dem Nachrichtensender Sky News.

Überall Panik

Andere Augenzeugen berichteten von Menschen, die blutüberströmt auf dem Boden lagen. Auf Bildern waren Konzertbesucher mit Beinverletzungen zu sehen. Menschen flohen in Panik und mit Tränen in den Augen aus der Halle, wie Augenzeugen in britischen Medien berichteten. Das Konzert der angesagten Sängerin hatten besonders viele Kinder und Jugendliche besucht. Anwohner boten den Betroffenen Unterschlupf an.

«Zuerst dachten wir, dass einer der riesigen Gasballons auf dem Konzert geplatzt sei. Aber als wir draussen waren, sahen wir, dass es etwas Ernsteres gewesen sein muss», zitierte der britische Nachrichtensender Sky News eine Besucherin.

Eine Konzertbesucherin berichtete der BBC, sie sei von Polizisten aufgefordert worden wegzurennen, nachdem sie die Halle verlassen habe. Per Alarmaufruf sei das Publikum aufgefordert worden, Ruhe zu bewahren, aber so schnell wie möglich hinauszukommen.

Wahlkampf ausgesetzt

Die britische Premierministerin Theresa May drückt den Opfern ihr Mitgefühl aus. Die zuständigen Behörden arbeiteten derzeit daran, den Grund für die Explosion zu ermitteln, erklärte sie. Die Konservativen von Premierministerin May setzen einem Sky-Bericht zufolge den Wahlkampf nach der Explosion aus. Die britische Regierung setzt für Dienstag eine Krisensitzung an.

Labour-Chef Jeremy Corbyn zeigte sich bestürzt. Auf Twitter schrieb er: «Furchtbarer Vorfall in Manchester. Meine Gedanken sind bei den Betroffenen und unseren grossartigen Rettungsdiensten.»

Nach der Explosion halfen zahlreiche Privatpersonen den verstörten Konzertbesuchern. Anwohner boten zudem Schlafplätze und Taxifahrer kostenlose Mitfahrgelegenheiten an, wie der Nachrichtensender Sky News berichtete. Ein Hotel in der Nähe des Geschehens soll Dutzende Kinder aufgenommen haben. (sda/dpa/afp/reu)

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