Damit ist die Pressekonferenz beendet.
Mutmasslicher «Terrorakt»: Mann verletzt mit Stichwaffe drei Personen in Winterthur
Was ist passiert?
Am Bahnhof Winterthur kam es am Donnerstagmorgen zu einem grossen Polizeieinsatz. Grund dafür war ein Messerangriff, bei dem ein Mann drei Personen verletzte. Laut der Polizei ereignete sich die Tat kurz nach 8.30 Uhr. Die alarmierte Polizei konnte den Täter bereits fünf Minuten nach dem ersten Notruf um 8.33 Uhr vor Ort festnehmen.
Was weiss man zum Täter?
Beim Verdächtigen handelt es sich um einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger. Er ist polizeilich bekannt: Er war einer der Beschuldigten im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die An'Nur-Moschee in Winterthur. Damals wurde er wegen Verstoss gegen das IS-Verbot zur Anzeige gebracht.
Der Mann stammt offenbar aus der islamistischen Szene. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) bezeichnet die Tat als «Terrorakt» und betont: «Wenn das kein Terrorakt ist, weiss ich nicht, was ein Terrorakt ist.»
Wie SRF schreibt, soll der Verdächtige diverse propagandistische Inhalte sowie Videos des sogenannten «Islamischen Staates» (IS) erhalten haben.
Recherchen des SRF zeigen zudem, dass auch die zwei Brüder des Verdächtigen als radikalisiert aufgefallen seien. Die Familie stammt ursprünglich aus der Türkei, wo der mutmassliche Täter die letzten zwei bis drei Jahre gelebt haben soll. Die Hintergründe seiner Rückkehr sind bislang unklar.
Messerangreifer wurde aus Klinik entlassen
Der 31-jährige Messerangreifer von Winterthur ist erst am Mittwochabend aus der psychiatrischen Klinik ausgetreten und nach Hause gegangen.
Zuvor war er in einemfürsorgerische Unterbringung (FU), also unfreiwillig in der Psychiatrie. Einmal konnte er entweichen, wurde aber zurückgebracht. Dann wurde der FU aufgehoben. «In der Klinik wurde entschieden, dass er weder fremd- noch selbstgefährdend ist», sagte Sicherheitsdirektor Fehr an der Pressekonferenz. «Offenbar war diese Einschätzung falsch.»
Was weiss man zu den Verletzten?
Die drei Verletzten – Schweizer im Alter von 28, 43 und 52 Jahren – mussten ins Spital gebracht werden. Wie die Kantonspolizei gegenüber watson mitteilt, wurde ein Mann schwer und zwei Männer mittelschwer verletzt.
Das jüngste Opfer erlitt Beinverletzungen, während der 43-Jährige am Hals getroffen wurde. Der älteste Mann musste nach einer schweren Stichwunde im Oberschenkel notoperiert werden und befindet sich in Spitalpflege.
Welche weiteren Infos gibt es zum Tatablauf?
Zur Tatzeit am Morgen waren verschiedene Schul- und Kindergartenklassen am Bahnhof unterwegs – wegen ihrer Schulreise.
Auf der Flucht passierte der mutmassliche Täter eine Schulklasse, die bei der Bushaltestelle auf das Postauto wartete. Die Lehrpersonen konnten die Kinder gerade noch zur Seite schieben.
Securitas-Mitarbeitende und schliesslich die Polizei konnten den Täter festhalten respektive festnehmen. Direkt vor den Augen der Kinder drückten sie ihn an die Wand. Für ein paar bange Momente war die Klasse wie eingekesselt, dann stiegen die Kinder ins Postauto. Die zuständige Schulleitung der Klasse teilte später am Tag mit, es gehe allen Kindern gut. Die Lehrpersonen hätten sich vorbildlich verhalten.
Auf Videoaufnahmen, welche diversen Medien vorliegen, ist zu sehen, wie der mutmassliche Täter flieht und dabei «Allahu Akbar» ruft. Eines Schulkinder, berichteten Beistehende, hatte den arabischen Ausruf «Gott ist grösser» sofort erkannt.
Derzeit ist ein Teil des Bahnhofsareals beim Haupteingang abgesperrt. Auch die Sanität ist vor Ort.
Was sagte die Polizei an der Pressekonferenz?
Angesichts der Radikalisierung fordert Sicherheitsdirektor Mario Fehr nun harte politische Konsequenzen für den Täter, der 2009 in Winterthur eingebürgert worden war. «Wir wollen solche Leute nicht hier haben. Bei schweren Verbrechen und Terrorismus kann das Bürgerrecht entzogen werden», betonte der Regierungsrat. Der Mann solle in die Türkei ausgeschafft werden, wo er gemäss Informationen der Behörden die letzten zwei Jahre vermutlich lebte.
Junge SVP instrumentalisiert die Tat
die Junge SVP Schweiz verschickte am Donnerstagnachmittag eine Mitteilung. Darüber in grossem Format ein Bildausschnitt eines Handyvideos, das zeigt, wie der Täter an den Kindern vorbeirennt. Das Foto trägt die Überschrift: «Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte» und «Nachhaltigkeitsinitiative ja.»
Die 10-Millionen-Initiative, über die wir in zwei Wochen abstimmen, verspricht mehr Kontrolle in der Zuwanderung. Zwar ist umstritten, ob sie dieses Ziel erreichen kann, von der Frage, ob Vorfälle wie der in Winterthur auf diesem Weg verhindert werden können, ganz abgesehen.
Mario Fehr beendet die Pressekonferenz
Damit ist die Pressekonferenz beendet.
Diverse Mutige während der Tat
Seit wann ist der Täter wieder in der Schweiz?
Verwirrung des Täters dschihadistisch motiviert
Was waren das für wirre Aussagen?
Wer hat die Ermittlungen übernommen?
Fehr: Versuchte Tötung, vielleicht sogar versuchter Mord
Warum haben Sie sich entschieden, seinen Namen zu nennen?
Ist die Tat ein Terrorakt?
«Wenn das kein Terrorakt ist, weiss ich nicht, was ein Terrorakt ist», sagt Mario Fehr. Das sei deutlich.
Täter wurde 2009 eingebürgert
Forderung nach Entzug des Bürgerrechts
Täter war in Psychiatrie
26. Mai verliess er die IPW, sagt Marius Weyermann. Er wurde deswegen von der Polizei gesucht. Am 27. Mai hatte ein Arzt diagnostiziert, dass er keine Gefahr für sich und andere darstellt. Daraufhin war er freiwillig in der Klinik und es stand ihm frei, die Psychiatrie zu verlassen.
Täter ist 31-jähriger Winterthurer
2018 sei er noch einmal angezeigt worden. Danach sei er polizeilich nicht mehr in Erscheinung getreten.
Marius Weyermann: Täter verhaftet, 3 Verletzte
Ein 43-jähriger Mann sei am Hals verletzt worden. Er konnte bereits entlassen werden.
Die dritte Person, 52, sei schwerer verletzt. Er sei operiert worden und befinde sich mit einer Stichwunde am Oberschenkel noch im Spital.
Mario Fehr spricht von «Terrorakt»
Jetzt geht die Pressekonferenz los
Um 15 Uhr informiert die Polizei
(dab/hkl)
