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Grosser Polizeieinsatz läuft am Bahnhof Winterthur

Video: watson/hanna dedial, lucas zollinger
Polizeirapport

Mutmasslicher «Terrorakt»: Mann verletzt mit Stichwaffe drei Personen in Winterthur

Ein 31-jähriger Mann hat am Donnerstag am Bahnhof Winterthur drei Personen mit einer Stichwaffe verletzt. Der Zürcher Sicherheitsdirektor Mario Fehr stuft die Tat als Terrorakt ein – und würde den türkisch-schweizerischen Doppelbürger am liebsten ausschaffen.
28.05.2026, 14:5128.05.2026, 18:17

Was ist passiert?

Am Bahnhof Winterthur kam es am Donnerstagmorgen zu einem grossen Polizeieinsatz. Grund dafür war ein Messerangriff, bei dem ein Mann drei Personen verletzte. Laut der Polizei ereignete sich die Tat kurz nach 8.30 Uhr. Die alarmierte Polizei konnte den Täter bereits fünf Minuten nach dem ersten Notruf um 8.33 Uhr vor Ort festnehmen.

Video: watson/hanna dedial, lucas zollinger

Was weiss man zum Täter?

Beim Verdächtigen handelt es sich um einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger. Er ist polizeilich bekannt: Er war einer der Beschuldigten im Zusammenhang mit den Ermittlungen gegen die An'Nur-Moschee in Winterthur. Damals wurde er wegen Verstoss gegen das IS-Verbot zur Anzeige gebracht.

Der Mann stammt offenbar aus der islamistischen Szene. Sicherheitsdirektor Mario Fehr (parteilos) bezeichnet die Tat als «Terrorakt» und betont: «Wenn das kein Terrorakt ist, weiss ich nicht, was ein Terrorakt ist.»

Wie SRF schreibt, soll der Verdächtige diverse propagandistische Inhalte sowie Videos des sogenannten «Islamischen Staates» (IS) erhalten haben.

Recherchen des SRF zeigen zudem, dass auch die zwei Brüder des Verdächtigen als radikalisiert aufgefallen seien. Die Familie stammt ursprünglich aus der Türkei, wo der mutmassliche Täter die letzten zwei bis drei Jahre gelebt haben soll. Die Hintergründe seiner Rückkehr sind bislang unklar.

Messerangreifer wurde aus Klinik entlassen

Der 31-jährige Messerangreifer von Winterthur ist erst am Mittwochabend aus der psychiatrischen Klinik ausgetreten und nach Hause gegangen.

Zuvor war er in einemfürsorgerische Unterbringung (FU), also unfreiwillig in der Psychiatrie. Einmal konnte er entweichen, wurde aber zurückgebracht. Dann wurde der FU aufgehoben. «In der Klinik wurde entschieden, dass er weder fremd- noch selbstgefährdend ist», sagte Sicherheitsdirektor Fehr an der Pressekonferenz. «Offenbar war diese Einschätzung falsch.»

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Messerangriff in Winterthur

In Winterthur hat ein Mann mit einem Messer Passanten angegriffen.

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Was weiss man zu den Verletzten?

Die drei Verletzten – Schweizer im Alter von 28, 43 und 52 Jahren – mussten ins Spital gebracht werden. Wie die Kantonspolizei gegenüber watson mitteilt, wurde ein Mann schwer und zwei Männer mittelschwer verletzt.

Das jüngste Opfer erlitt Beinverletzungen, während der 43-Jährige am Hals getroffen wurde. Der älteste Mann musste nach einer schweren Stichwunde im Oberschenkel notoperiert werden und befindet sich in Spitalpflege.

Welche weiteren Infos gibt es zum Tatablauf?

Zur Tatzeit am Morgen waren verschiedene Schul- und Kindergartenklassen am Bahnhof unterwegs – wegen ihrer Schulreise.

Auf der Flucht passierte der mutmassliche Täter eine Schulklasse, die bei der Bushaltestelle auf das Postauto wartete. Die Lehrpersonen konnten die Kinder gerade noch zur Seite schieben.

Securitas-Mitarbeitende und schliesslich die Polizei konnten den Täter festhalten respektive festnehmen. Direkt vor den Augen der Kinder drückten sie ihn an die Wand. Für ein paar bange Momente war die Klasse wie eingekesselt, dann stiegen die Kinder ins Postauto. Die zuständige Schulleitung der Klasse teilte später am Tag mit, es gehe allen Kindern gut. Die Lehrpersonen hätten sich vorbildlich verhalten.

Auf Videoaufnahmen, welche diversen Medien vorliegen, ist zu sehen, wie der mutmassliche Täter flieht und dabei «Allahu Akbar» ruft. Eines Schulkinder, berichteten Beistehende, hatte den arabischen Ausruf «Gott ist grösser» sofort erkannt.

Messerangriff Bahnhof Winterthur
Beamte am Bahnhof Winterthur.Bild: watson

Derzeit ist ein Teil des Bahnhofsareals beim Haupteingang abgesperrt. Auch die Sanität ist vor Ort.

Was sagte die Polizei an der Pressekonferenz?

Angesichts der Radikalisierung fordert Sicherheitsdirektor Mario Fehr nun harte politische Konsequenzen für den Täter, der 2009 in Winterthur eingebürgert worden war. «Wir wollen solche Leute nicht hier haben. Bei schweren Verbrechen und Terrorismus kann das Bürgerrecht entzogen werden», betonte der Regierungsrat. Der Mann solle in die Türkei ausgeschafft werden, wo er gemäss Informationen der Behörden die letzten zwei Jahre vermutlich lebte.

Junge SVP instrumentalisiert die Tat

die Junge SVP Schweiz verschickte am Donnerstagnachmittag eine Mitteilung. Darüber in grossem Format ein Bildausschnitt eines Handyvideos, das zeigt, wie der Täter an den Kindern vorbeirennt. Das Foto trägt die Überschrift: «Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte» und «Nachhaltigkeitsinitiative ja.»

Die 10-Millionen-Initiative, über die wir in zwei Wochen abstimmen, verspricht mehr Kontrolle in der Zuwanderung. Zwar ist umstritten, ob sie dieses Ziel erreichen kann, von der Frage, ob Vorfälle wie der in Winterthur auf diesem Weg verhindert werden können, ganz abgesehen.

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15:32
Mario Fehr beendet die Pressekonferenz
Mario Fehr bedankt sich für die Pressekonferenz an einem «Tag, der alles andere als ein fröhlicher» sei. Die Polizei würde alles machen, um solche Taten zu verhindern. «Am heutigen Tag müssen wir die Tat zur Kenntnis nehmen. Wir haben sie so benannt, wie sie ist.»

Damit ist die Pressekonferenz beendet.
15:30
Diverse Mutige während der Tat
Es hat diverse Mutige gegeben, so auch die Lehrerin, die sich vor ihre Schüler gestellt hat, sagt Marius Weyermann.
15:29
Seit wann ist der Täter wieder in der Schweiz?
Am 26. Mai 2026 wurde der Täter wieder in Winterthur angemeldet. Die Polizei geht davon aus, dass er davor noch nicht lange wieder in der Schweiz, sondern in der Türkei war.
15:26
Verwirrung des Täters dschihadistisch motiviert
Fehr weigert sich, den Täter als «Verrückten» zu bezeichnen. «Es ist ein Mensch, der ganz offensichtlich auch eine Verwirrung hat, aber diese Verwirrung ist dschihadistisch motiviert. Die soll man auch so benennen.»
15:25
Was waren das für wirre Aussagen?
Marius Weyermann sagt, dass es keine Drohungen waren. Die Aussagen hätten gezeigt, dass er vermutlich Wahnvorstellungen habe, aber nichts im Zusammenhang mit Gewalt.
15:24
Wer hat die Ermittlungen übernommen?
Die Bundesanwaltschaft habe die Ermittlungen übernommen, das Fedpol nicht.
15:22
Fehr: Versuchte Tötung, vielleicht sogar versuchter Mord
Laut Mario Fehr handelt es sich mindestens um eine versuchte Tötung, vielleicht sogar um versuchten Mord. Das sei seine persönliche juristische Einschätzung.
15:21
Warum haben Sie sich entschieden, seinen Namen zu nennen?
Fehr antwortet, weil er den Namen gegenüber Journalisten nach Gerüchten schon bestätigt hat. Sie seien transparent in der Kommunikation und er sei überzeugt, dass man den Namen sowieso herausgefunden hätte.
15:20
Ist die Tat ein Terrorakt?
Jetzt beginnt die Fragerunde.

«Wenn das kein Terrorakt ist, weiss ich nicht, was ein Terrorakt ist», sagt Mario Fehr. Das sei deutlich.
15:19
Täter wurde 2009 eingebürgert
Der Täter wurde 2009 in Winterthur eingebürgert. Im Jahr 2024 forderte er eine Erneuerung seines Schweizer Passes, ist aber nie aufgetaucht. Im August 2024 hat er die Schweiz verlassen und wohl in die Türkei ausgewandert. Dann sei er für zwei Jahre von der Bildfläche verschwunden.
15:18
Forderung nach Entzug des Bürgerrechts
«Weil wir so Leute wirklich, wirklich nicht dahaben wollen und weil das ein schweres Verbrechen im Rahmen von terroristischen Aktivitäten ist», soll ihm das Bürgerrecht entzogen werden, sagt Mario Fehr.
15:16
Täter war in Psychiatrie
Am 25. Mai meldete sich der Täter selbst bei der Stadtpolizei Winterthur. «Er machte wirre Aussagen. Die Polizei rückte aus. Der Mann wurde in die Integrierte Psychiatrie Winterthur gebracht worden.»

26. Mai verliess er die IPW, sagt Marius Weyermann. Er wurde deswegen von der Polizei gesucht. Am 27. Mai hatte ein Arzt diagnostiziert, dass er keine Gefahr für sich und andere darstellt. Daraufhin war er freiwillig in der Klinik und es stand ihm frei, die Psychiatrie zu verlassen.
15:11
Täter ist 31-jähriger Winterthurer
Der Täter ist Schweiz-türkischer Doppelbürger. 2015 habe die Polizei ihn zur Anzeige gebracht, da er IS-Propaganda verbreitet hatte.

2018 sei er noch einmal angezeigt worden. Danach sei er polizeilich nicht mehr in Erscheinung getreten.
15:09
Marius Weyermann: Täter verhaftet, 3 Verletzte
Drei männliche Personen seien verletzt worden. Es handle sich um männliche Personen. Ein 28-jähriger habe eine Stichverletzung am Bein, seine Entlassung aus dem Spital stehe unmittelbar bevor.

Ein 43-jähriger Mann sei am Hals verletzt worden. Er konnte bereits entlassen werden.

Die dritte Person, 52, sei schwerer verletzt. Er sei operiert worden und befinde sich mit einer Stichwunde am Oberschenkel noch im Spital.
15:07
Mario Fehr spricht von «Terrorakt»
Mario Fehr bezeichnet die Messerattacke als «Terrorakt». Er wiederholt das Wort mehrmals.
15:04
Jetzt geht die Pressekonferenz los
Regierungsrat Mario Fehr und Marius Weyermann sind vor Ort und werden Informationen zum Angriff geben.
14:38
Um 15 Uhr informiert die Polizei
Um 15 Uhr informieren Regierungsrat Mario Fehr, Sicherheitsdirektor des Kantons Zürich, und Marius Weyermann, Kommandant der Kantonspolizei Zürich, zum Messerangriff in Winterthur.

(dab/hkl)

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