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Angriff am Bahnhof Winterthur: Was wir zum Täter wissen

Video: watson/hanna dedial, lucas zollinger

Was bislang über den mutmasslichen Täter von Winterthur bekannt ist

28.05.2026, 15:1828.05.2026, 15:35

Am Bahnhof Winterthur kam es am Donnerstagmorgen zu einem Messerangriff. Drei Personen wurden dabei verletzt, eine von ihnen schwer. Der mutmassliche Täter wurde von der Polizei festgenommen. Gemäss Recherchen von SRF und der Aargauer Zeitung handelt es sich um einen Mann, der in der lokalen Islamisten-Szene aktiv war.

Wie die Behörden am Nachmittag erklärten, handelt es sich um einen schweizerisch-türkischen Doppelbürger, der 2009 hierzulande eingebürgert wurde. Schon 2018 soll laut SRF sein Name bei Ermittlungen im Rahmen der später geschlossenen An'Nur-Moschee ans Licht gekommen sein. Laut SRF soll er in dieser Zeit mit islamistischer und dschihadistischer Propaganda konfrontiert worden sein. Zudem soll er Videos des sogenannten «Islamischen Staates» (IS) erhalten haben. Auch später soll er den Behörden wieder aufgefallen sein. So soll er probiert haben, andere vom Dschihad zu überzeugen, und entsprechende Propaganda verbreitet haben.

Blick in die Unterfuehrung nachdem ein 31-jaeriger Schweizer mehrere Personen mit einer Stichwaffe am Bahnhof Winterthur angegriffen hat am Donnerstag, 28. Mai 2026 in Winterthur. Eine Person wurde mi ...
Die Unterführung am Bahnhof Winterthur am Tag der Tat.Bild: keystone

Verdächtiger bezeichnete sich als schizophren

Wie die «Aargauer Zeitung» schreibt, litt der mutmassliche Täter an psychischen Problemen. Er soll sich schon früh als schizophren bezeichnet und sich für eine Neuauflage eines radikalen islamischen Gelehrten aus dem 12. Jahrhundert gehalten haben. Er soll mindestens einmal in die Psychiatrie eingewiesen worden sein und immer wieder versucht haben, auszubrechen. Laut der «Aargauer Zeitung» war er bis am Mittwoch – einen Tag vor der Tat – in der Psychiatrie. Man habe ihn an diesem Tag gehen lassen, weil keine Selbst- und keine Fremdgefährdung erwartet werde, heisst es im Bericht.

Gemäss der «Aargauer Zeitung» war der mutmassliche Täter wegen einer Schlägerei auch schon mindestens einmal im Gefängnis. Wie der Tages-Anzeiger zudem schreibt, liegt der letzte Kontakt des Verdächtigen mit der Polizei nicht weit zurück: Am Samstag soll er von der Kantonspolizei in Handschellen abgeführt und in eine psychiatrische Anstalt überwiesen worden sein. Am Sonntag sei er bereits wieder zurück gewesen, ehe am Montag die Polizei den Mann offenbar erneut abführte.

Auch der Tages-Anzeiger berichtet von einer ausgeprägten Vernetzung des mutmasslichen Täters in der islamistischen Szene. Er soll sich als Salafist bezeichnet haben und sich die Einführung der Scharia in der Schweiz gewünscht haben. Den Schweizer Staat sowie die Schweizer Justiz habe er abgelehnt.

Die Polizei bestätigt an einer Pressekonferenz, dass der mutmassliche Täter den Behörden bekannt war. Auch die Berichte, wonach sich der Mann bis am Mittwoch in der Psychiatrie befand, erwiesen sich als wahr. (dab)

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