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Fantastische Kunstwelten von William Kentridge im Kunstmuseum Basel



Der Südafrikaner William Kentridge ist einer der grossen Künstler der Stunde. Das Kunstmuseum Basel bietet in seinem Haus für Gegenwart einen umfassenden Einblick in den phantastischen Kunstkosmos des Zeichners, Animationsfilmers und Theaterkünstlers.

Der Kunstkosmos des 1955 geborenen Südafrikaners William Kentridge kennt keine Spartengrenzen: Er malt, zeichnet, fertigt Drucke, erstellt Animationsfilme, experimentiert mit Videos und szenischen Installationen, inszeniert Theaterproduktionen, arbeitet mit Musik und erschafft kinetische Skulpturen. Und vielfach verbindet er all diese Elemente miteinander.

Dasselbe lässt sich über die Ästhetik und den inhaltlichen Ausdruck seiner Werke sagen: Sie sind plakativ und sinnlich zugleich, hochpolitisch und humorvoll, mit wilden Pinselstrichen aufs Papier gebracht und mit filigranen Details aus Kohlestiften versehen. Nur sehr bunt sind sie nicht; dominierend sind Schwarz und Weiss sowie braun-graue Pastelltöne - die Farben der Politik und Gesellschaft Südafrikas.

Plädoyer gegen Klassenunterschiede

Kentridge engagierte sich früh als Vertreter der weissen Minderheit im Kampf gegen die Apartheid Südafrikas. Seine Werke sind als Plädoyer für die Menschlichkeit und gegen Unterdrückung und Klassenunterschiede zu lesen.

Das wird in den frühen grossformatigen Kohlenzeichnungen und Drucken deutlich, denen das Kunstmuseum ein Kapitel der Ausstellung mit dem Titel «A Poem That Is Not Our Own» widmet: Düstere Stadtlandschaften kontrastieren mit der schönen abgeschotteten Welt der Reichen. Diese Werke sind zum Teil noch zur Zeit der Apartheid entstanden.

Dieses Engagement bleibt auch in den späteren, installativen Werken und Videoarbeiten spürbar, die in der Ausstellung ebenfalls gezeigt werden. Zum Beispiel in der Videoinstallation «More Sweetly Play the Dance» von 2015. Über eine Breite von gut dreissig Metern lässt Kentridge vor einem animierten Hintergrund in einer Prozession das ganze Leben Südafrikas vorbeiziehen: mit Schattenspielen, Filmprojektionen, Musikkapellen und Tänzern.

Wie als Erholungsinseln eingestreut sind dazwischen seine animierten «Drawing Lessons». Darin reflektiert Kentridge auf selbstironische Weise seine künstlerische Arbeitsweise und die dahinterliegenden Fragestellungen.

Bezug zum Ausstellungsort Basel

Der Künstler selber zeigte sich an der Medienpräsentation sehr angetan von der Ausstellung, die gut kuratiert und vor allem auch sehr ansprechend szenografiert sei. Eine aktuelle «Drawing Lesson» - zu sehen im Hauptbau des Museums - nimmt direkt Bezug zum Ausstellungsort: Sie zeigt den Künstler im Disput mit sich selber vor Skizzen berühmter Werke aus dem Basler Kunstmuseum wie Holbeins Erasmus-Porträts oder Gemälden von Picasso und Klee. Der Titel der Arbeit: «Praise of Folly» nach Ersamus' satirischer Lehrrede «Lob der Torheit».

Im Haus für Gegenwart ist in einem Raum, der als «Studio» bezeichnet ist, die Szenerie des Videos zu sehen, die dadurch den Charakter einer eigenständigen künstlerischen Arbeit erhält.

Die Ausstellung «A Poem That Is Not Our Own» dauert bis 13. Oktober. (sda)

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