Aktivisten: Gegen 40 Zivilisten bei Luftangriffen auf Duma getötet
Bei Luftangriffen auf die syrische Stadt Duma sind Aktivisten zufolge am Freitag mindestens 40 Zivilisten getötet worden. Nach Angaben syrischer Staatsmedien starteten Regierungstruppen zudem eine Bodenoffensive auf die letzte Bastion der Rebellen in Ost-Ghuta.
Laut der oppositionsnahen Beobachtungsstelle, deren Angaben für Medien kaum zu überprüfen sind, wurden die Angriffe von der syrischen und der russischen Luftwaffe geflogen. Es handelte sich um die ersten Luftangriffe auf Duma seit zehn Tagen.
Unter den Todesopfern seien acht Kinder, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Dutzende Menschen seien verletzt worden.
Die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana meldete, die Angriffe seien als Vergeltung für Raketenangriffe auf Damaskus erfolgt. Bei diesen seien mindestens ein Bewohner getötet und 15 weitere verletzt worden.
Gefechte nahe des Stadtzentrums
Laut Sana rücke die syrische Armee rücke ausserdem mit Bodentruppen auf Duma vor, berichtete Sana. Nach Angaben der Beobachtungsstelle kam es zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Rebellen südwestlich und östlich des Stadtzentrums.
Ein Arzt in Duma berichtete der Nachrichtenagentur AFP von chaotischen Zuständen in einem örtlichen Spital. Dort herrsche «Panik», sagte er. «Zahnärzte nehmen Notoperationen vor. Die Toten werden zerstückelt hergebracht, wir können sie nicht einmal identifizieren.» Mehrere Patienten schwebten in Lebensgefahr.
Rebellen verweigern Abzug
Kontrolliert wird Duma von der islamistischen Rebellengruppe Dschaisch al-Islam, die von dort immer wieder die Hauptstadt beschiesst. Während andere Rebellengruppen nach einer wochenlangen Armeeoffensive ihren Abzug aus Ost-Ghuta akzeptierten, weigert sich ein Teil von Dschaisch al-Islam, Duma zu verlassen.
Die Gruppe hat bisher nicht bestätigt, dass es eine Vereinbarung mit der Regierung zum Abzug ihrer Kämpfer aus Duma gibt. Allerdings verliessen seit Wochenbeginn bereits tausende Kämpfer und ihre Angehörigen in Buskonvois die Stadt in Richtung Nordsyrien. Die syrische Regierung hat wiederholt gedroht, die Luftangriffe wieder aufzunehmen, wenn Dschaisch al-Islam nicht den Abzug ihrer Kämpfer akzeptiert.
Insgesamt wurden nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle seit Beginn der Offensive auf Ost-Ghuta am 18. Februar mehr als 1600 Zivilisten getötet. Die in Grossbritannien ansässige Organisation bezieht ihre Informationen von Ärzten und Aktivisten vor Ort. (sda/afp)
