Eine E-Auto-Marke fährt in der Schweiz allen davon – und es ist weder VW noch Tesla
Im Februar 2026 kamen 3129 neue E-Autos auf Schweizer Strassen. Das sind zwar etwas mehr als im traditionell absatzschwachen Monat Januar, aber fast zehn Prozent weniger als im Februar vor einem Jahr. Marken wie Tesla, Audi, BMW, VW, Volvo, Renault oder Hyundai setzten deutlich weniger Elektroautos ab. Gleichzeitig legten teilelektrische Plug-in-Hybrid-Autos im Vergleich zum Vorjahresmonat um ein Viertel zu.
Wie im Januar war Skoda im Februar erneut die beliebteste Elektroauto-Marke. Während E-Autos allgemein einen schwachen Monat einzogen, legten die Stromer von Skoda um fast 70 Prozent zu.
Skoda im Höhenflug – und eine neue Marke pirscht sich heran
Skodas elektrischer Höhenflug setzt sich fort. Die tschechische Tochtermarke von Volkswagen holte Tesla 2025 beinahe ein und liegt nach den ersten beiden Monaten im neuen Jahr deutlich vor dem Musk-Konzern. Bei Tesla läuft es weiterhin nicht rund: Nach einem schwachen 2025 startete Tesla mit nochmals geringeren Verkäufen ins neue Jahr.
Skoda übertrumpft auch VW. Dies ist teils damit erklärbar, dass in den vergangenen Jahren populäre VW-Stromer in diesem Jahr in einer neuen Version erscheinen, sich potenzielle Käufer also vermutlich zurückhalten. Zudem rollen VWs günstigere Elektro-Kleinwagen wie der ID. Polo erst ab Herbst zu den Kunden.
Was auffällt: In den Top 10 für das laufende Jahr taucht erstmals der chinesische Autohersteller Leapmotor auf, der hierzulande von allen chinesischen Herstellern am schnellsten einen Fuss in die Tür bekommt.
Leapmotor verkauft bei uns bereits mehr E-Autos als Mercedes-Benz, Toyota, Ford, Peugeot, Opel oder Nissan.
Erneut ein Doppelsieg für Skoda – japanische Hersteller fahren hinterher
Auf Modellebene glänzten im Februar erneut zwei Elektro-SUVs von Skoda, Rang drei ging an Teslas Model Y.
Je ein E-Auto von Subaru und Toyota platzierte sich in den Top 20, aber allgemein zeigen japanische Hersteller wie Honda, Nissan, Mazda und Suzuki weiterhin mässiges Interesse an E-Autos. Das müssen sie vorderhand auch nicht, da ihre Hybrid-Fahrzeuge nach wie vor sehr gefragt sind.
Teslas Model 3 setzte seinen Abwärtstrend fort und landete im Februar nur noch auf Rang 20. Noch schleppender verkauften sich andere Hoffnungsträger wie der elektrische VW-Kombi ID.7, der Renault 4 oder Fords Elektro-Puma. Auch Nissans neuer Elektro-Kleinwagen Micra wird den Händlern nicht gerade aus den Händen gerissen.
Spannend wird die Frage, ob und wie sich die wegen des Kriegs im Iran steigenden Benzinpreise auf den E-Auto-Absatz auswirken.
Rang 4: Audi Q4
Rang 5: BMW iX1
Weniger Autos, weniger E-Autos
In den ersten beiden Monaten ist der Schweizer Automarkt erneut um 4,1 Prozent geschrumpft. Insbesondere klassische Verbrenner-Modelle verloren weiter an Bedeutung. Den grössten Anteil an den Neuzulassungen machen Voll- und Mildhybride aus. Die Verkäufe dieser Antriebskategorie blieben stabil, lediglich sogenannte Plug-in-Hybride, die wie E-Autos an der Steckdose geladen werden können, legten zu. Reine E-Autos hingegen verharren in der Schweiz seit 2023 bei einem Marktanteil von rund 20 Prozent.
Zum Vergleich: In Dänemark ist der E-Auto-Anteil an den Neuzulassungen von 2022 bis Anfang 2026 von 20 auf 82 Prozent hochgeschnellt. Bei den Privatkunden entschieden sich im Februar gar 94,4 Prozent der Däninnen und Dänen für ein vollelektrisches E-Auto. Mehr unter Strom steht nur Norwegen. Im hohen Norden erreichten E-Autos im Februar einen Anteil von 98 Prozent.
(oli)
