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Berner «Sprayer-Grosi» demonstriert auf dem Bundesplatz



Exakt vor einem Jahr erregte die 86-jährige Friedensaktivistin Louise Schneider öffentliche Aufmerksamkeit, als sie mitten in Bern einen Parole gegen Waffen auf eine Bauabschrankung sprayte. Am Mittwoch stand das «Sprayer-Grosi» von Bern erneut auf dem Bundesplatz.

Diesmal ohne Spraydose, dafür mit einem selbstgemachten Plakat, auf dem Schneider sich gegen Kriegsmaterialgeschäfte der Schweiz im Ausland wandte. «Mütter, Grossmütter, Urgrossmütter schreit es laut: Brot statt Waffen für alle Kinder» war auf dem Plakat zu lesen.

Zwei Polizeiwagen beobachteten das Geschehen vom Rande des Bundesplatzes aus, vor der Nationalbank zog ein Putzwagen der Stadtreinigung seine Kreise.

Mit Tränen in den Augen erinnerte die heute 87-jährige Pazifistin an das Leiden der Bevölkerung in Kriegsgebieten. Auch die Schweiz investiere in Kriege.

Schneider und eine Handvoll älterer Damen, die sich ihr angeschlossen hatten, warben vor dem Bundeshaus für die von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), den jungen Grünen und einem breiten Bündnis weiterer rot-grüner Parteien und diverser Organisationen getragenen Initiative «für ein Verbot der Finanzierung von Kriegsmaterialproduzenten».

Die Initiative will, dass die Nationalbank, Stiftungen und Pensionskassen nicht mehr in Kriegsmaterialproduzenten investieren dürfen.

Im April 2017 wurde das Volksbegehren lanciert. Wie Schneider stets betonte, hatte sie unabhängig von der Lancierung der Initiative den Entschluss gefasst, in Bern die weisse Bauabschrankung der Nationalbank mit der Aufschrift «Geld für Waffen tötet» zu besprayen.

Die Polizei hielt die rüstige Aktivistin an und nahm sie mit auf den Posten. Wenig später wurde sie wieder freigelassen. In den Medien erregte das «Sprayer-Grosi» viel Aufmerksamkeit.

Die 87-jährige hat sich zeitlebens für den Frieden und eine Welt ohne Gewalt eingesetzt. Sie ist die Gründerin des Berner Ostermarschs. Bis ins hohe Alter sammelte sie auf der Strasse Unterschriften und nimmt auch heute noch an Kundgebungen teil.

Sie könne nicht anders, als sich einsetzen, sagt Schneider jeweils, wenn man sie auf ihr Engagement anspricht. Frieden falle schliesslich nicht vom Himmel, sondern sei pickelharte Arbeit. (sda)

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